Samstag, April 4, 2026

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Schulwahlrecht für Cremlinger Eltern soll auch 2027 erhalten bleiben – nicht alle stimmen zu

Pressemeldung 27.11.25

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Gemeinschaftswesen hat die Verwaltung deutliche Engpässe an der Grundschule Destedt aufgezeigt – und zugleich mögliche Maßnahmen zur Entlastung vorgestellt. Ein zentraler Punkt: Durch die vom Rat geplante Neuordnung der Schulbezirke würde das bisherige Wahlrecht der Cremlinger Eltern entfallen. Bislang können sie frei entscheiden, ob ihre Kinder die Grundschule in Weddel oder in Destedt besuchen.

Diese Unsicherheit zeigt bereits Wirkung. Viele Eltern melden ihre Kinder vorsorglich bevorzugt in Destedt an – aus Sorge, künftig keine Wahlmöglichkeit mehr zu haben, insbesondere mit Blick auf jüngere Geschwisterkinder. Dadurch stößt die Grundschule zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.

Um die Lage zu entspannen und den Familien weiterhin echte Flexibilität zu bieten, soll das Wahlrecht über den Sommer 2027 hinaus bestehen bleiben. Dafür muss der ursprünglich geplante neue Schulbezirk wieder aufgehoben werden. SPD und Grüne unterstützten diesen Vorschlag im Fachausschuss.

Für Irritationen sorgte, dass die CDU-Fraktion dem Beschluss nicht zugestimmt hat und damit die Verlängerung des Wahlrechts für Cremlinger Eltern nicht unterstützt. Als Begründung wurde unter anderem angeführt, dass dadurch ein Schulbus von Cremlingen nach Weddel weiter betrieben werden müsse. Diese Annahme ist jedoch schlichtweg unzutreffend: Einen solchen Schulbus gibt gar es nicht, da die Schülerbeförderung schon seit vielen Jahren über einen regulären Linienbus erfolgt. Entsprechend stießen die Aussagen im Ausschuss auf großes Unverständnis.

Unabhängig davon, dass der Unmut über die Verzögerungen beim Ausbau der Grundschule in Destedt berechtigt ist – und von der SPD gemeinsam mit allen Fraktionen sowie den betroffenen Eltern geteilt wird – bleibt das fortbestehende Wahlrecht für Cremlinger Familien aus Sicht der SPD ein notwendiger und richtiger Schritt, um Planungssicherheit zu schaffen und die angespannte Lage an der Grundschule Destedt kurzfristig zu entschärfen.

Destedter Akkordeon-Jugendorchester behält seinen Probenraum

Pressemeldung 27.11.25

Destedt: Seit über 30 Jahren hat das Destedter Akkordeon-Jugendorchester (AJO) seinen Probenraum im Kellergeschoss der Grundschule Destedt. Angesichts der Raumsituation in der Grundschule waren in letzter Zeit Stimmen laut geworden, ob dieser Raum nicht in die Benutzung der Grundschule einbezogen werden könnte. Auf Anfrage von Horst Gilarski (GRÜNE) im Ausschuss für Bildung, Soziales und Gemeinschaftswesen stellte Murat Kurt von der Verwaltung klar: der Raum bleibt dem AJO erhalten.

Ortsbürgermeister Diethelm Krause-Hotopp: „Damit ist endlich Klarheit geschaffen worden und das Thema vom Tisch!“

Foto (Julius Ullmann): GRÜNE informierten sich beim Akkordeon-Jugendorchester über die Raumsituation: hinten: Ortsbürgermeister Diethelm Krause-Hotopp, Vorsitzender des AJO Jens Voges, Fraktionsvorsitzender Bernhard Brockmann, vorn: Ratsmitglied Horst Gilarski und von den Destedter GRÜNEN Sabine Auschra.

Hochwasserschutz oberhalb von Destedt umgesetzt – SPD-Fraktion auf Besichtigungstour in Destedt

Pressemeldung

Nach einer mehr als 6-wöchigen Baumaßnahme sieht die Ackerfläche zwischen Talteich und Kalkofenweg wieder aus wie zuvor. „Nur der erheblich größere Rohrquerschnitt zeigt das ganze Ausmaß, was sich unter dem Acker verbirgt“, so Andreas Hettwer, Bürgermitglied im PUK-Ausschuss.

Das destedter SPD-Mitglied zeigte der SPD-Fraktion der Gemeinde den Abschluss der Baumaßnahme oberhalb der Straße Kalkofenweg. „Nun können die Anwohner bei Regen beruhigter schlafen“ erklärte Jens Drake (OBM Cremlingen). Erfreut entdeckte er zudem die Ackerfurche, die das Feld aktuell zur Bebauung abschließt und den Starkregen in das bisherige zu kleine Regenrückhaltebecken leiten dürfte, da sich das Regenwasser auf der Fläche sammeln würde. Die gepflügte Rinne war sonst nicht oder so ausgeprägt da, wussten die Ortsansässigen.

Das zweite Rohr mit dem deutlich größeren Querschnitt (doppelte Wassermenge) schützt laut Hochwasserkonzept somit nicht nur den östlichen Teil der Gemeinde Destedt und den Gutspark, durch den das bisherige Regenwasser offen abgeleitet wird. Die Maßnahme schützt auch die tiefer gelegenen Sandbach-Gemeinden Gardessen und Schandelah. Das freut Burkhard Wittberg (OBM- Gardessen), der dazu beisteuerte, dass sich die Gemeinde und der Wasserverband die Kosten teilen würden (die der LK WF nicht bezahlt).

Die zeitliche und räumliche Verlagerung der Hochwasserwelle in den Talteich wird somit auch die tieferliegenden Gemeinden schützen – so das Hochwasserschutzkonzept.

Klausur der grünen Fraktion im Cremlinger Gemeinderat

Pressemeldung 26.11.25

Die grüne Fraktion im Cremlinger Gemeinderat traf sich im November zu ihrer alljährlichen Klausurtagung. Diesmal fand das Treffen im Haus der Vereine in Destedt statt.

Neben einer Bilanz des vergangenen Jahres standen die ersten Planungen bezüglich der Kommunalwahl im September 2026, die Entwicklung des ÖPNV und die Planungen zur Windkraft in der Gemeinde ganz oben auf der Tagesordnung.

Insgesamt wurde eine durchaus positive Bilanz gezogen: „Die Entwicklung der Gemeinde ist auf dem richtigen Weg, auch wenn noch genug zu tun bleibt“, konstatierte Bernhard Brockmann und verwies unter anderem auf das Energiemanagement und das Radverkehrskonzept. Allerdings wäre eine Beschleunigung der Umsetzung dieses Konzepts durchaus wünschenswert.

Mit einiger Besorgnis blickt die Fraktion auf die Gemeindefinanzen. „Cremlingen ist – im Vergleich zu Nachbargemeinden – immer noch gut aufgestellt trotz des erwarteten Defizits. Der Fehler liegt aber in der derzeitigen Form der Gemeindefinanzierung, die dringend reformiert werden muss, da sie nicht auskömmlich ist und jeden Spielraum nimmt“, erläutert Ulrike Siemens.

Der Landkreis steht vor vergleichbaren finanziellen Problemen, was beinahe zu einem Kahlschlag bei den Regiobussen geführt hätte. In letzter Minute konnte das Schlimmste durch eine Sonderzahlung des Landes abgewendet werden. „2027 werden wir wieder vor der gleichen Fragestellung stehen, wie wir einen guten Nahverkehr bei uns im ländlichen Bereich ermöglichen können“, ergänzt Tina Jäger „Funktionierender Nahverkehr ist schließlich das Rückgrat der Mobilitätswende“.

Ein Highlight ist weiterhin der Nachtbus (Discobus), den die Gemeinde zu großen Teilen finanziert und der auch weiterhin erhalten bleibt. Für das nächste Jahr ist auch die Finanzierung des flexo gesichert, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass Landkreis und Gemeinde die Finanzierung des flexo-Angebots sicherstellen“, versichert Diethelm Krause-Hotopp „um die gute Lebensqualität und Vernetzung in unseren Dörfern zu erhalten“.

Lebhaft wurde auf der Klausurtagung über den möglichen weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien gesprochen. Sollen über die vom Regionalverband geplanten Windenergieanlagen hinaus auch Anlagen in der Gemeinde Cremlingen geplant werden? Der Regionalverband hat in seiner vorliegenden Planung von Windenergieanlagen keine auf dem Gebiet der Gemeinde Cremlingen vorgesehen. Es ergab sich in der Diskussion ein intensiver Austausch mit unterschiedlichen Standpunkten. Innerhalb der Fraktion kann man sich aber durchaus die Errichtung von Windenergieanlagen in der Gemeinde Cremlingen vorstellen. „Der Meinungsbildungsprozess ist aber noch nicht endgültig abgeschlossen“, so Horst Gilarski.

Die Fraktion gönnte sich eine mittägliche Stärkung im einLaden. Beim Gespräch mit Kai Hillebrecht, der den Laden gemeinsam mit Petra Nowitzki betreibt, wurde nochmal klar, wie wichtig ein solcher Ort auch als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft ist.

Foto (privat): Grüne Fraktion im Cremlinger Gemeinderat besuchte im Rahmen ihrer Fraktionsklausur den einLaden in Destedt: v.l. Horst Gilarski, Andreas Timmermann, Bernhard Brockmann, Tina Jäger, Ulrike Siemens, Jan Christoph Friedrich Diethelm Krause-Hotopp und Kai Hillebrecht.

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Oberschule Sickte vom Kreissportbund Wolfenbüttel geehrt

Wolfenbüttel. Am Freitag, 21.11.2025 wurde eine kleine Delegation sportlich erfolgreicher Oberschüler:innen vom Kreissportbund in Wolfenbüttel empfangen, um in Begleitung ihrer Lehrkräfte bei einer Ehrung der Oberschule Sickte dabei zu sein.

Die OBS erreichte mit ihrer Teilnahme beim „Schulsportabzeichen 2025“ im Kreisvergleich den dritten Platz – gleich hinter zwei Wolfenbütteler Gymnasien. Der Kreissportbund zeichnete im Schützenhaus Wolfenbüttel die erfolgreichsten Schulen aus. Nachdem der 1. Platz an das Theodor-Heuss-Gymnasium und der 2. an das Gymnasium im Schloss ging, erreichte die Oberschule Sickte in der Kategorie III der weiterführenden Schulen den 3. Platz und konnte neben einer Urkunde ein Preisgeld von 211 Euro mit nach Hause nehmen.

Für Sport-Fachleiter Ernst-Heinrich Beckmann und Sportlehrer Philipp Hecker ist die Auszeichnung zugleich „ein Ansporn für die Oberschule, im nächsten Jahr noch stärker zu werden und vielleicht auch mal den Wanderpokal mit nach Sickte nehmen zu können“. Neben den beiden Lehrkräften der OBS waren die Schüler:innen Zoey Happe (5d), Romy Butzin (6d), Joris Lüllmann (10b) und Levin Schilling (10b), allesamt sehr gute Sportler:innen der OBS, in Wolfenbüttel dabei.

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war eine kurze, beeindruckende Kampfkunst-Darbietung der Turngemeinde Wolfenbüttel, die zusätzlich für gute Stimmung sorgte. Unter den Ehrengästen waren auch zahlreiche Vertreter:innen aus der Politik, unter anderem Detlef Kaatz, Bürgermeister der Gemeinde Cremlingen, sowie Marco Kelb, Samtgemeindebürgermeister in Sickte. Insgesamt war es eine sehr gelungene Preisverleihung – mit spürbar sportlicher Motivation für das kommende Jahr!

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Transport- und Fuhrunternehmen Dieter Graßhoff hofft auf mehr Unterstützung für den Straßengüterverkehr

Pressemitteilung  25.11.25

Dunja Kreiser: „Werde mich für sichere und moderne Straßeninfrastrukturen einsetzen“

Zu einem informativen Gespräch über aktuelle Themen traf kürzlich die direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete Dunja Kreiser für den Wahlkreis Wolfenbüttel-Salzgitter-Nordharz die Geschäftsführerin Silke Graßhoff des gleichnamigen Transport- und Fuhrunternehmens Dieter Graßhoff in Cremlingen.

Wichtigstes Anliegen von Silke Graßhoff war dabei die Schließung des Finanzierungskreislaufes Straße als zentrale Weichenstellung zügig umzusetzen. Damit ist das Prinzip gemeint, dass Einnahmen, die konkret im Straßenverkehr anfallen, beispielsweise durch Nutzungsabgaben wie die LKW-Maut, zweckgebunden für den Erhalt, Ausbau und Betrieb der Straßeninfrastruktur zu nutzen. Silke Graßhoff brachte ihre Anliegen vor und hob die Bedeutung der klima- und umweltfreundlichen Transformation des Straßengüterverkehrs hervor. Sie appellierte an die Bundespolitik, insbesondere LKW-Mauteinnahmen zweckgebunden für Brückensanierung, LKW-Stellplätze und die Instandhaltung der Straßen sowie dessen Neu- und Ausbau einfließen zu nutzen.

Dunja Kreiser betonte ihrerseits, dass im kommenden Bundeshaushalt 2026 für Bundesfernstraßen mehr als 10 Milliarden Euro geplant seien und davon der Großteil für den Bau, Erhalt und Betrieb vorgesehen sei. Zusätzlich sollen Mittel in Höhe von drei Milliarden Euro für Autobahnen und Bundesstraßen bereitgestellt werden sollen. Die SPD-Politikerin sagte Unterstützung zu: „Ich werde mich bei den anstehenden Haushaltsberatungen für sichere, moderne und klimafreundliche Straßeninfrastrukturen insbesondere für meinen Wahlkreis Wolfenbüttel, Salzgitter und den Nordharz einsetzen.“

Foto:Geschäftsführerin Silke Graßhoff (links) bat während eines Treffens mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dunja Kreiser um Unterstützung für die den mittelständischen Straßengüterverehr.

GRÜNE beim TSV Destedt – Sportplatzsanierung ist überfällig

Pressemeldung 24.11.25

Destedt. Auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Gemeinschaftswesen (BSG) in der Gemeinde Cremlingen wird über zwei Anträge des TSV Destedt beraten. So muss aus Sicht des TSV der über 60 Jahre alte Ballfangzaun erneuert und der Sportplatz einer Generalsanierung unterzogen werden.

Um sich ein Bild vor Ort zu machen, trafen sich Mitglieder der grünen Ratsfraktion und der Destedter Ortsbürgermeister mit dem amtierenden Vorsitzenden Benjamin Wilhelms und dem ehemaligen Vorsitzenden Dieter Kalus.

Der TSV Destedt hat inzwischen 610 Mitglieder in verschiedenen Sparten, wobei mehr als 50% auf dem Sportplatz aktiv sind, u.a. zwölf Jugendmannschaften. Auch die Kinder der Grundschule Destedt nutzen den Platz intensiv.

Trotz Sanierungsmaßnahmen 2011 weist der Platz erhebliche Mängel auf, die laut einem Fachgutachten nur durch eine Generalsanierung behoben werden können. Dann könnte die im nächsten Jahr turnusgemäß anstehende Oberflächensanierung, die ca. 20.000 € kosten würde, auch entfallen. Mittlerweile haben sich zudem Änderungen bei der Bezuschussung von Sportplatzsanierungen ergeben: der Landessportbund (LSB) bezuschusst den Verein mit bis zu 40 % – 148.723 €. Aus diesem Grund hat sich der TSV Destedt entschlossen, beide Anträge zu stellen.“

„Unseren Anteil für die Sportplatzsanierung von ca. 12.000 € können wir nun stemmen“, so der Vorsitzende Benjamin Wilhelms. Der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Bernhard Brockmann, war von der Unumgänglichkeit der beiden Anträgen überzeugt und empfahl, diese auch gemeinsam zu behandeln: „Die Ballfangzaunerneuerung sollte aus Sicherheitsgründen unbedingt durchgeführt werden!“

Horst Gilarski, Mitglied im BSG, meinte nach der Platzbesichtigung und den Erläuterungen: „Auch wenn jetzt Kosten von ca. 111.000 € (30%) auf die Gemeinde zukommen, sollte die Sanierung nicht wieder auf die lange Bank geschoben werden.“

Für Ortsbürgermeister Diethelm Krause-Hotopp (GRÜNE) leistet der TSV vorbildliche Arbeit, besonders im Jugendbereich. „Die 16 freiwilligen für Instandsetzung vom Dienstags-Einsatz-Kommando (DEK) haben die Anlage in einen top Zustand gebracht. Davon profitiert auch die Grundschule.“

Aus Sicht der Grünen sollten die Anträge auf den Weg gebracht werden, damit 2026 die Umsetzung erfolgen kann.

Foto (Dieter Kalus): Die GRÜNEN informierten sich beim TSV Destedt über die Sportplatzsituation: v.l. TSV Vorsitzender Benjamin Wilhelms, Horst Gilarski, Fraktionsvorsitzender Bernhard Brockmann, von den Destedter GRÜNEN Christian Rothe-Auschra und Ortsbürgermeister Diethelm Krause-Hotopp.

Besuch in Auschwitz

Ein Beitrag von Dr. Diethelm Krause-Hotopp:

Am 20. November 1945 begann in Nürnberg der erste von dreizehn  Nürnberger Prozessen gegen die Hauptkriegsverbrecher des Nazi-Staates. Er wurde gegen 24 Angeklagte geführt und endete am 01. Oktober 1946 mit zwölf Todesurteilen, sieben Freiheitsstrafen und drei Freisprüchen – zwei Angeklagte (u.a. Hermann Göring) hatten Suizid begangen.

Ein zentraler Anklagepunkt lautete: Verbrechen gegen die Menschlichkeit – darunter fiel die Ermordung, Ausrottung, Versklavung und Deportation u.a.  gegen Andersdenkende, jüdische Mitmenschen und die Zivilbevölkerung.

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz wurde weltweit zum Symbol des nationalsozialistischen Völkermords. Im Folgenden ein Bericht über den Besuch in Auschwitz von Karin Hotopp und Diethelm Krause-Hotopp

„Dem Vergessen begegnen“

Das Vernichtungslager Auschwitz / Birkenau

Jüngst führte die christlich-jüdische Gesellschaft in Braunschweig eine Fahrt nach Auschwitz durch. Zwischenaufenthalte gab es in Wroclaw, das vielen noch als Breslau bekannt ist, Krakòw (Krakau) und auf der Rückfahrt in Bautzen. Hier wurden jeweils interessante Stadtführungen durchgeführt. Krakau (ca. 800 000 Einwohner) präsentierte sich mit seinen über 100.000 Studierenden als eine sehr junge und lebendige Stadt.

Unsere Fahrt ging auch durch das ehemalige Krakauer Ghetto (1941-1943) mit Stopp am „Denkmal der leeren Stühle“ – sehr eindrucksvoll. Sie erinnern an die verschleppten und ermordeten jüdischen Bewohner Krakaus. Zu Krakau gehört auch die Geschichte von Oskar Schindler, der ca. 1.200 jüdische ZwangsarbeiterInnen vor der Ermordung rettete.

Seit 1978 steht Krakau auf der Liste des UNESCO-Welterbes und seit 2013 ist es UNESCO-Literaturstadt – ein Besuch ist sehr zu empfehlen.

Am dritten Tag unserer Fahrt fuhren wir dann nach Oswiecim/Auschwitz. Was wird uns erwarten? Je näher wir dem Ort kamen, desto ruhiger wurde es im Bus. Unsere Führung begann im Stammlager Auschwitz I (Mai 1940-Januar 1945). Hier war das Verwaltungszentrum des gesamten Komplexes (Auschwitz II=Birkenau, Auschwitz III=IG-Farben/Buna-Werke) – außerdem gab es noch 47 Nebenlager. Die verkehrstechnisch günstige Lage sowie die Nähe zu Sand- und Kiesgruben gaben den Ausschlag für diesen Standort. Wir betraten das Lager durch das Tor mit der zynischen Überschrift „Arbeit macht frei“. Die gut erhaltenen Gebäude waren ursprünglich Kasernen der polnischen Armee. Heute befinden sich in einigen Gebäuden akribisch sortierte Besitztümer ermordeter Menschen: u.a. Brillen, Schuhe, Haare, Koffer, Kinderwagen.

Im Kellergeschoss des Todesblocks (Block 11) sind verschiedene Zellen zu sehen, in denen Menschen zu Strafmaßnahmen eingesperrt und gefoltert wurden. Im Stehbunker, kaum ein Quadratmeter groß, mussten bis zu vier Gefangene bis zu sieben Tage stehen. In diesem Gebäude befand sich auch der Hungerbunker, in dem Pater Kolbe für einen anderen Gefangenen die Strafe von 14 Tagen auf sich nahm, diese Tage überlebte und anschließend trotzdem getötet wurde.

Wir sahen auch die „Schwarze Wand“, zwischen den Blöcken 11 und 10, vor der tausende von unschuldigen Menschen per Genickschuss ermordet wurden.

Am Rand des Lagers kamen wir an einem Gerüst/Galgen vorbei, an dem der Lagerleiter Rudolf Höß am 16. April 1947, vor seiner ehemaligen Residenz mit Blick auf das Lager, nach einem Prozess vor einem polnischen Gericht verurteilt und gehängt wurde.

Zum Abschluss im Stammlager I wurde uns die noch erhaltene erste Gaskammer mit Verbrennungsanlage gezeigt. Dort durchzugehen war für alle nicht ganz einfach, jeder hing seinen Gedanken nach. Die Öfen lieferte übrigens die Firma „Topf und Söhne“ aus Erfurt (https://www.topfundsoehne.de/ts/de/index.html) – dort gibt es auch eine Ausstellung zur Geschichte der Firma.

Mit dem Bus fuhren wir dann zum Lager Auschwitz II = Birkenau, ca. 3 km entfernt. Hier setzten wir unsere Führung über das riesige Gelände fort – es beträgt 171 ha und hatte insgesamt ca. 300 Lagerbaracken. Im Oktober 1941 begann der Bau des Lagers. Ursprünglich als Kriegsgefangenenlager geplant, wurde es zum größten Vernichtungslager, in dem ca. 1,1-1,3 Mio. Menschen, überwiegend Juden, ermordet wurden.

Entlang der Bahngleise gingen wir durch das Tor zur „Rampe“. Dort fand die Selektion statt: für einen Teil der Gefangenen ging es gleich in die Gaskammer, die anderen mussten bis zur Erschöpfung/Tod arbeiten. Verschiedene Stationen besichtigten wir auf unserem Rundgang durch das Lager: Endladerampe mit Waggon, zwei von den Nazis kurz vor der Befreiung gesprengte Gaskammern/Krematorien, Mahnmal für die Ermordeten, den Tümpel, in dem die Asche der Ermordeten gestreut wurde und eine erhaltene Frauenbaracke.

Der Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz wird uns alle gedanklich noch weiterhin beschäftigen. Die fabrikmäßige Vernichtung von Menschen stellt einen bisher einmaligen Vorgang in der Geschichte dar, die – es ist kaum zu glauben – in der Gegenwart von rechtsradikalen Menschen verharmlost oder sogar geleugnet wird. So schön Bautzen auch war, beim Durchgehen mussten wir daran denken, dass bei der Bundestagswahl 2025 hier 43% die in Sachsen als vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD gewählt hatten. Lasst uns alle wachsam sein und unsere Demokratie verteidigen. Rechtsradikale Kräfte dürfen bei uns niemals mehr Macht erhalten.

Destedter Akkordeon-Jugendorchester: seit 50 Jahren für den Ort engagiert

Pressemeldung

Destedt: Mit mehreren sehr gut besuchten Veranstaltungen feierte das Destedter Akkordeon-Jugendorchester (AJO) seinen 50. Geburtstag. Seit über 30 Jahren hat es seinen Probenraum im Keller der Grundschule Destedt. Diese steht aufgrund momentan zunehmender Schülerzahlen vor Raumproblemen. Im Rahmen von Ausschuss- und Ratssitzungen werden diese Probleme in Einwohnerinnenfragestunden immer wieder angesprochen.

Um sich die Situation vor Ort anzusehen, folgten Mitglieder der Gemeinderatsfraktion der GRÜNEN mit Ortsbürgermeister Diethelm Krause-Hotopp einer Einladung des Vorsitzenden Jens Voges. Die Besucher konnten sich davon überzeugen, dass dieser Raum – wie die Gemeindeverwaltung auf Anfragen auch geantwortet hatte – als Klassenraum völlig ungeeignet ist. „Um der Schule zu helfen, haben wir schon unserer kleinen Übungsraum an die Schule abgegeben“, so der Vorsitzende. „Dies war früher unser Jugendraum der Ortschaft“, ergänzte der Ortsbürgermeister. Der Vorsitzende des AJO betonte, dass allen bekannt sei, dass sie nur Gastrecht haben. Es sei ihnen aber wichtig, eine gesicherte Zusage für die weitere Nutzung zu bekommen.

„Es wird Zeit, dass sich alle Beteiligten mal zusammensetzen, um das Thema vom Tisch zu bringen“, meinte Fraktionsvorsitzender Bernhard Brockmann.

Foto (Julius Ullmann): GRÜNE informierten sich beim Akkordeon-Jugendorchester über die Raumsituation; hinten: Ortsbürgermeister Diethelm Krause-Hotopp, Vorsitzender des AJO Jens Voges, Fraktionsvorsitzender Bernhard Brockmann, vorn: Ratsmitglied Horst Gilarski und von den Destedter GRÜNEN Sabine Auschra.

Landschaftspflegeverband Wolfenbüttel e. V. stellt seine neuen Geräte vor.

Bildunterschrift für das andere Foto: v. l. Marco Kelb, SG BGM von Sickte, Anja Hantelmann, Gastgeberin, Dunja Kreiser, MdB, Volker Meier, Geschäftsführer LPV WF, Johannes Feigel, Vorsitzender LPV WF, Michael Hantelmann Gastgeber, Martina Diehl, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Sven Volkers, Vorstand Landschaftspflegeverband WF und Dezernent Landkreis Wolfenbüttel

Pressemitteilung

Im Landschaftspflegeverband Wolfenbüttel e.V. arbeiten das Landvolk Braunschweiger Land e.V., Umweltverbände und der Landkreis Wolfenbüttel seit 28 Jahren erfolgreich zusammen. In dieser Zeit wurden viele gemeinsame Projekte realisiert. Zu den Aufgaben gehören beispielsweise die Pflege von Streuobstwiesen und Magerrasen, Gehölzpflanzungen, Teichentschlammungen und Biotoppflegemaßnahmen.

Streuobstwiesen prägen und beleben das Landschaftsbild unserer Kulturlandschaft und zählen mit ihrem Baumbestand und ihrem Grünland zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Im Landkreis Wolfenbüttel gibt es noch über 100 Streuobstwiesen.

Solche wertvollen Lebensräume sind durch eine Bewirtschaftung in Form von Beweidung oder Mahd entstanden. Wenn die Pflege vernachlässigt wird, schwindet die Artenvielfalt.

Ein neues Projekt zur Verbesserung der Pflege und Entwicklung von einigen dieser Streuobstwiesen und artenreichen Mähwiesen wird nun umgesetzt. Zu den Projektflächen gehört beispielsweise die Streuobstwiese nahe der Assewirtschaft bei Wittmar.

Eine fachgerechte Pflege setzt den Einsatz der entsprechenden Technik voraus. Bislang wurden die Projektflächen gemulcht und das Schnittgut ist auf den Flächen liegengeblieben. Eine dicke Mulchschicht und der dadurch verursachte Nährstoffeintrag führen zu artenarmen Grünlandbeständen aus überwiegend Gräsern. Außerdem haben Mulchgeräte durch die rotierenden Messer und die Sogwirkung eine schädigende Wirkung vor allem auf Insekten und Amphibien. Eine schonendere Mahd und Abfuhr des Schnittgutes waren aufgrund der fehlenden technischen Ausstattung bisher nicht umsetzbar.

Durch eine bewilligte Zuwendung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ konnte der Landschaftspflegeverband Wolfenbüttel e.V. nun ein insektenschonendes Messerbalkenmähwerk, einen Schwader und einen Wender sowie eine Rundballenpresse zur Bergung des Schnittgutes anschaffen.

Die Antragstellung wurde durch die Biotop- und Artenschutzberaterin, Martina Diehl, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen begleitet. Diese Beratung, die in neun Beratungsregionen Niedersachsen eingerichtet wurde, ist ein Baustein der Vereinbarungen des Niedersächsischen Weges.

Der Einkauf der Maschinen erfolgte bei regionalen Landmaschinenhändlern.

Zur feierlichen Einweihung und Vorführung der Maschinen lud der Landschaftspflegeverband nach Hemkenrode auf dem Hof der Familie Hantelmann Vertreter aus Politik, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden sowie aus der Verwaltung ein.

Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Volker Meier stellt bei seiner Eröffnungsrede die gemeinsame Zielsetzung mit den Grundstückseigentümern, Flächenbewirtschaftern, Umweltverbänden und der Kreisverwaltung in den Vordergrund.

Die ökologische und ökonomische Aufwertung der über 100 Streuobstwiesen im Landkreis ist ein Bestreben, das es gilt, zu bewältigen.

Durch den Einsatz der angeschafften Maschinen ist dieses Unterfangen in der Zukunft jedoch sicherlich erreichbar.“ so Meier.

Zudem bedankte er sich beim Landkreis Wolfenbüttel für die langjährige finanzielle Unterstützung der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes aber auch für die Bereitstellung von Personal und Geräte durch den Tiefbaubetrieb.

Nach der Vorstellung der Maschinen klang die Veranstaltung mit vielen guten Gesprächen bei einem Imbiss aus.

Dieses Projekt dient nicht nur dem Schutz von Pflanzen und Tieren. Die Zusammenarbeit mit Landwirten, Weidetierhaltern und Imkern stärkt den ländlichen Raum. Die Bevölkerung wird durch Informationen, Streuobsttage und Obstsammelaktionen mit eingebunden