Wo Handwerkskunst den Stein formt

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Bürgermeisterkandidat Tobias Breske besuchte Hardy Girods Stein- und Bildhauerei in Weddel

Seit mehr als zwei Jahrzehnten bearbeiten und gestalten der Inhaber, Bildhauer- und Steinmetzmeister Hardy Girod, und seine Mitarbeiter in der Lutter Stein- und Bildhauerei in Weddel Steinhartes jeglicher Art aus der Natur – von Sandstein und Granit bis Basalt und Marmor. Ein Weddeler Handwerksbetrieb mit langer Tradition, denn bis zur Übernahme durch Innungsmeister Girod im Jahr 2002 war der Steinmetzbetrieb Lutter als reine Grabmalwerkstatt seit Ende des 19. Jahrhunderts an der Schapener Straße ansässig.

Zwar verbindet man Steinmetzbetriebe häufig zunächst einmal mit der Gestaltung von Grabmalen, aber ein Rundgang mit Hardy Girod durch die Werkstatt und über das Gelände belehrte CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Breske und drei Weddeler Ortsrats- und Gemeinderatskandidaten eines Besseren, denn Bildhauerei und Steinbearbeitung für viele Zwecke und Standorte drinnen wie draußen sind das Metier des Betriebes.

Die Aufträge kommen aus der Region in einem Radius von etwa 50 Kilometern, und im Gespräch mit dem Firmeninhaber wurde deutlich, dass das Auftragsbuch gut gefüllt ist.

Im Betrieb arbeiten neben dem Inhaber selbst aktuell ein Geselle und ein Auszubildender. Einen weiteren Gesellen oder eine Gesellin könnte Girod sofort einstellen, aber es gibt kaum geeignete Bewerber, zumal dieser traditionsreiche Beruf mit Auszubildenden in drei Ausbildungsjahren – jungen Männern und jungen Frauen – bundesweit in einer Anzahl im oberen dreistelligen Bereich eher eine Nische in der Gesamtschau der Handwerksberufe besetzt. Innungs-Obermeister Hardy Girod hat bisher Klassen angehender Steinmetze in der für diesen Ausbildungsberuf zuständigen Berufsschule in Königslutter unterrichtet. Fachkräfte- und Nachwuchsmangel machen jedoch auch vor dieser Branche nicht halt, denn einige Steinmetze finden keine Nachfolger für ihre Betriebe.

Aber zurück zu Grabmalen, die landläufig als Kernbereich des Steinmetzes gelten: Die Bestattungskultur auf den Friedhöfen hat sich nicht nur wegen der Tendenz zur Urnenbestattung verändert. „Friedhöfe sind Kultur. Menschen brauchen Trauer- und Erinnerungspunkte, ob mit Grabmal oder Stele“, erklärt Girod. Die steigenden Unterhaltskosten der gemeindlichen Friedhöfe erforderten somit kreative Lösungen, und Verwaltungen seien gut beraten, für Konzeptvorschläge aktiv den Austausch mit Fachleuten zu suchen, um Friedhöfe attraktiver zu machen.

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Und weitere Wünsche des Gewerbetreibenden an die Verwaltung? Girod regt an, die Verwaltung möge grundsätzlich aktiv an die Gewerbetreibenden herantreten, um diese branchenspezifisch oder branchenübergreifend zusammenzubringen, zum Beispiel mit einem festen Ansprechpartner über Branchengrenzen hinweg zur Entlastung der Gewerbetreibenden bezüglich Rechts- und Verwaltungsvorschriften. So könnte auch die Möglichkeit von Synergieeffekten ausgelotet werden, beispielsweise Bürokräfte tageweise in mehreren Betrieben zu beschäftigen, die durchaus auch unterschiedlichen Branchen angehören können. Auch die stärkere Vernetzung der Gewerbetreibenden mit den Ortsräten wäre sinnvoll.

Gerade das Handwerk zeigt, wieviel Können, Erfahrung und Verantwortung in unseren örtlichen Betrieben steckt“, betont Bürgermeisterkandidat Breske zum Schluss. „Als Gemeinde sollten wir dafür sorgen, dass sie gute Bedingungen vorfinden und im Rathaus auf offene Türen treffen. Eine moderne Verwaltung geht aktiv auf Gewerbetreibende zu und versucht zu helfen, wo es möglich ist. Ein fester Ansprechpartner für die Anliegen der Gewerbetreibenden aller Branchen könnte Personen und Betriebe zusammenbringen.“

Titelfoto: v.l. CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Breske, Thomas Ullmer,
Michael Schwarze, Bildhauer- und Steinmetzmeister Hardy Girod, Anke Ilgner