Rückenschmerzen im Fokus: 150 Gäste beim Patienteninfoabend im Klinikum

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Wolfenbüttel. Erstmals lud jüngst das Team der zertifizierten Wirbelsäuleneinrichtung des Städtischen Klinikums zu einer Patientenveranstaltung mit dem Titel „Der schmerzende Rücken – Verschleiß und Bruch“ ein. Rund 150 Gäste hatten sich im Konferenzzentrum des Krankenhauses eingefunden, um sich zum Thema zu informieren. Dies berichtet das Klinikum in einer Pressemitteilung.

Welche Rolle spielt Osteoporose bei Brüchen der Wirbelsäule? Was tun bei Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule? Ehe diese zentralen Fragen der Patientenveranstaltung beantwortet wurden, informierte Dr. med. Thomas J. Hockertz, Chefarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie, die Gäste umfassend über die Behandlungs- und Operationsmöglichkeiten im Städtischen Klinikum. So erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in den OP und lernten den Weg des Patienten durch die zertifizierte Wirbelsäuleneinrichtung kennen.

Bewegung bestes Mittel gegen Schmerz

„90 Prozent aller Deutschen leiden in ihrem Leben einmal unter Rückenschmerzen. Die Ursachen sind dabei oft mechanischer Natur und entstehen beispielsweise durch schweres Heben“, erklärte Anna-Lena Bartels, Oberärztin der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie und erste Referentin des Nachmittags. Ihr Tipp: „Das beste Mittel gegen den Schmerz ist Bewegung, denn sie hilft, den Schmerz zu lindern!“ Detailliert ging sie anschließend auf die konservativen Therapiemöglichkeiten wie die manuelle Therapie, Akupunktur und Chiropraktik bei schwerpunktmäßigen Verschleißerkrankungen an der Wirbelsäule ein.

Daran anknüpfend blickte Dr. Martin Willmann, Oberarzt und Facharzt für Neurochirurgie am Städtischen Klinikum, auf die operativen Therapiemöglichkeiten, insbesondere bei Spinalkanalstenosen. Diese seien in Deutschland der häufigste Grund für eine Operation an der Wirbelsäule, was daran liege, dass Spinalkanalstenosen insbesondere bei älteren Menschen auftreten. „Typische Symptome sind Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Beinen, vor allem unter Belastung“, so der Facharzt für Neurochirurgie. Bei zehn bis zwanzig Prozent aller über 65-Jährigen trete eine Spinalkanalstenose auf, was laut Willmann jedoch nicht bedeute, dass auch jeder von Ihnen operiert werden müsse.

Den Abschluss der kurzweiligen Vorträge bildete der Beitrag von Oberarzt Dr. Stephan Bartels. Im Fokus stand dabei die Behandlung von Brüchen der Wirbelsäule, speziell bei osteoporotischen Frakturen. „Bei Osteoporose ist der Wirbelkörper der am häufigsten betroffene Knochen im Körper. Die große Mehrheit der Wirbelsäulenbrüche, die wir operieren, sind aufgrund von Osteoporose schleichend über viele Jahre entstanden“, erörterte Bartels und stellte abschließend die Operationsmöglichkeiten ausführlich anhand von Fallbeispielen vor.

Im Nachgang nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Fragen an die Experten zu richten.

Erste zertifizierte Wirbelsäuleneinrichtung in Süd-Ost-Niedersachsen

Anfang 2026 wurde die Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie als erstes Krankenhaus in der Region Süd-Ost-Niedersachsen als „Wirbelsäuleneinrichtung der DWG“ zertifiziert. Das Wolfenbütteler Klinikum gehört zu den lediglich zehn von der DWG zertifizierten Zentren und Einrichtungen in ganz Niedersachsen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 400 operative und 500 konservative Fälle in der Wirbelsäuleneinrichtung behandelt.

Bildunterschrift: 150 Gäste konnte das Team der zertifizierten Wirbelsäuleneinrichtung um (v.l.n.r.) Dr. Martin Willmann, Anna-Lena Bartels, Dr. Thomas J. Hockertz und Dr. Stephan Bartels zur Patientenveranstaltung begrüßen. Foto: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel gGmbH