Burkhard Wittberg nimmt Stellung

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Leserbrief:

„Was hat ihn da wieder geritten?“

Stellungnahme und Richtigstellung zum Pressebericht bei Cremlingen Online „Großer Gemeinderat, kleiner Saal: Muss Cremlingens Politik wirklich so eng zusammenrücken?“

Der veröffentlichte Pressebericht vermittelt ein Bild der örtlichen Gegebenheiten im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Gardessen, das in wesentlichen Punkten nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Daher ist eine Richtigstellung erforderlich.

Zunächst ist die Darstellung eines angeblich „großen Gemeinderates“ sachlich falsch. Der Rat der Gemeinde Cremlingen besteht in der aktuellen XII. Wahlperiode aus 27 Ratsmitgliedern und damit sogar aus weniger Mitgliedern als in der vorherigen Wahlperiode mit 30 Ratsmitgliedern. Die Formulierung erweckt den Eindruck einer außergewöhnlichen Größe des Gremiums, die tatsächlich nicht gegeben ist.

Ebenso unzutreffend ist die Behauptung, das Dorfgemeinschaftshaus Gardessen stoße regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen. Weder für die Mitglieder des Gemeinderates (letzte Ratsperiode 30 Mitglieder) noch für Besucherinnen und Besucher hat es bei bisherigen Ratssitzungen Platzprobleme gegeben. Auch für die Öffentlichkeit standen stets ausreichende Sitzmöglichkeiten mit Tischen zur Verfügung.

Die Aussage, Parkplätze seien rund um das Dorfgemeinschaftshaus „Mangelware“, entspricht ebenfalls nicht den Tatsachen. Für Besucherinnen und Besucher stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die Parkplatzsituation hat bei den bisherigen Sitzungen keine nennenswerten Probleme verursacht.

Besonders entschieden zurückgewiesen werden muss die Darstellung, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen hätten Schwierigkeiten bei der Teilnahme an Ratssitzungen. Am Dorfgemeinschaftshaus befinden sich Behindertenparkplätze unmittelbar an der Rampe des barrierearmen Eingangs. Damit ist ein unkomplizierter und kurzer Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen gewährleistet. Die öffentliche Teilnahme an Ratssitzungen steht somit allen Bürgerinnen und Bürgern offen.

Der Bericht verschweigt zudem wesentliche Vorteile des Dorfgemeinschaftshauses Gardessen. So steht durch die verpachtete gemeindeeigene Gaststätte eine gastronomische Versorgung mit Getränken und Speisen zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt das DGH über eine moderne technische Ausstattung und die leistungsfähigste Medientechnik innerhalb der Gemeinde Cremlingen. Diese Voraussetzungen ermöglichen eine zeitgemäße und professionelle Durchführung von Ratssitzungen.

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist das Dorfgemeinschaftshaus Gardessen ein sinnvoller Veranstaltungsort für Ratssitzungen. Der Gemeinde entstehen für Auf- und Abbauarbeiten des erforderlichen Mobiliars keine zusätzlichen Personalkosten, da diese Tätigkeiten vom Ortsbürgermeister ehrenamtlich und unentgeltlich übernommen werden.

Vor diesem Hintergrund entsteht der Eindruck, dass die Berichterstattung weniger einer sachlichen Information der Öffentlichkeit dient als vielmehr der Unterstützung fragwürdiger Interessen hinsichtlich eines anderen Sitzungsortes. Eine objektive Darstellung hätte die genannten Fakten berücksichtigen müssen.

Abschließend bleibt festzuhalten: Wer Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit, moderne technische Ausstattung, vorhandene Infrastruktur und Bürgernähe gleichermaßen berücksichtigt, wird innerhalb der Gemeinde Cremlingen kaum einen geeigneteren Ort für die Durchführung von Ratssitzungen finden als das Dorfgemeinschaftshaus Gardessen. Seine Nutzung ist nicht nur sachlich begründet, sondern auch Ausdruck der Wertschätzung gegenüber der Ortschaft Gardessen sowie gegenüber den Investitionen, die die Gemeinde in ihre eigene Infrastruktur getätigt hat.

Außerdem hat die konstituierende Sitzung des Rates der Gemeinde Cremlingen am 03.11.2026 gezeigt, dass das DGH Gardessen für Ratssitzungen mit sehr viel Publikum absolut geeignet ist und die Berichterstattung bei Cremlingen Online nicht den Tatsachen entspricht.

Burkhard Wittberg
Ratsmitglied der Gemeinde Cremlingen und Ortsbürgermeister der Ortschaft Gardessen

Foto: Jan-Heihe Erchinger