Gedenken an die Novemberpogrome 1938: Wolfenbüttel setzt ein Zeichen gegen das Vergessen

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Um die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wachzuhalten und ein klares Signal gegen Antisemitismus sowie Rechtsextremismus zu setzen, laden die Stadt Wolfenbüttel und das Bündnis gegen Rechts zu einer gemeinsamen Gedenkfeier ein. Die Veranstaltung anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome findet am Montag, dem 9. November 2026, um 17 Uhr am Gedenkstein auf dem Lessingplatz vor der Herzog August Bibliothek statt.

Die Eskalation der Gewalt 1938

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erreichte die Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung im nationalsozialistischen Deutschland eine neue Eskalationsstufe. Auch in Wolfenbüttel wurden jüdische Bürgerinnen und Bürger Opfer brutaler Übergriffe. Die Synagoge wurde zerstört und in Brand gesetzt, Wohnungen und Eigentum jüdischer Familien wurden systematisch verwüstet. Zahlreiche jüdische Männer wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. An diese Ereignisse erinnert seit seiner Errichtung am 9. November 1988 der Gedenkstein am Lessingplatz. Das dort eingravierte Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker – „Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ – unterstreicht die anhaltende Notwendigkeit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und aus ihr Verantwortung für das heutige Handeln abzuleiten.

Wortbeiträge und musikalisches Programm

Eröffnet wird die Gedenkfeier durch den Wolfenbütteler Bürgermeister Ivica Lukanic, bevor Martin Albinus, Landrat des Landkreises Wolfenbüttel, als Hauptredner zu den Anwesenden spricht. Einen besonderen regionalen Bezug stellen Schülerinnen und Schüler der Henriette-Breymann-Gesamtschule her, die im Rahmen der Feierstunde Einblicke in ihre Recherchen zu den Wolfenbütteler Stolpersteinen geben. Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgen Ryszard Pobieda und die Klarinettenschülerinnen der örtlichen Musikschule.

Verantwortung für die Gegenwart

Die gemeinsame Gedenkveranstaltung dient nicht allein der Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Sie soll zugleich alle Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, sich in der heutigen Zeit entschlossen für Demokratie, Menschenwürde und ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander einzusetzen. Um dieser Botschaft Nachdruck zu verleihen, rufen die Veranstalter die Bevölkerung zur Teilnahme auf und hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen.