Im Rahmen der „Woche der Biodiversität“ stand ein besonderer Rückkehrer im Mittelpunkt: Der Biber. In einem faszinierenden Vortrag beleuchtete Klaus J. Borchert, Leiter der AG Biber beim NABU Kreisverband Gifhorn, die Ausbreitung des streng geschützten Nagetiers in der Region.
Zur Eröffnung der Veranstaltung begrüßte Cornelia Schilling die zahlreichen Gäste und zog eine Bilanz der vergangenen Jahre. Bereits vor acht Jahren fand ein Vortrag zur Bestandsentwicklung des Bibers statt – damals noch mit einem eher theoretischen Fokus. Heute ist das Thema präsenter denn je, da der Biber inzwischen fest im Raum Wolfenbüttel verankert ist. Schilling dankte den Organisatoren der Biodiversitätswoche und verwies auf das vielfältige weitere Programm der Veranstaltungsreihe.
Eine Erfolgsgeschichte der Natur
Seit den Jahren 2020/2021 ist der Biber im Raum Wolfenbüttel an der Oker wieder offiziell nachweisbar. Was mit ersten Spuren nördlich von Meinersen im Jahr 2012 begann, hat sich zu einer stetigen Ausbreitung entlang der Aller und Oker entwickelt. Mittlerweile gehört das Aller-Oker-Gebiet zu den etablierten Verbreitungsräumen in Niedersachsen.
Der Experte Klaus J. Borchert verdeutlichte in seinem Vortrag, dass die Rückkehr des Bibers weit mehr als nur eine statistische Randnotiz ist. Als „Ökosystem-Ingenieur“ verändert er seine Umwelt aktiv: Durch das Fällen von Bäumen und den Bau von Dämmen entstehen neue Teiche und Feuchtgebiete. Diese Dynamik hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Wasserhaltung sowie die lokale Fauna und Flora. Gleichzeitig stellt die Anwesenheit des Bibers die Land- und Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen, die ein vorausschauendes Management erfordern.
Den Biber erleben und erkennen
Wer aufmerksam an den Ufern der Oker unterwegs ist, kann die Spuren des größten europäischen Nagetiers leicht entdecken. Typische Anzeichen sind: Kegelförmig angenagte Baumstämme und gefällte Weiden oder Pappeln direkt am Wasser. Sogenannte „Biberrutschen“ (deutlich erkennbare Pfade vom Wasser zum Ufer) oder entrindete Äste und Zweige im Uferbereich.
Ausstellung im WOW bis zum 11. Juni
Für alle, die dem scheuen Tier einmal „Auge in Auge“ gegenüberstehen möchten, bietet die begleitende Ausstellung eine besondere Gelegenheit: Ein präparierter Biber ist noch bis zum 11. Juni im Wissensort Wolfenbüttel (WOW) zu sehen. Die Ausstellung bietet zudem vertiefende Informationen zum Lebensraum des Bibers und lädt dazu ein, die heimische Biodiversität neu zu entdecken.



