Donnerstag, April 2, 2026

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Deutlich weniger Fremdstoffe im Bioabfall – Information und Kontrollen zeigen Wirkung

Pressemeldung

Die Qualität des Bioabfalls in den Landkreisen Wolfenbüttel und Goslar hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verbessert. Das zeigen aktuelle Prüfergebnisse der Kompostwerke in Upen und Bornum. Die Untersuchungen wurden gemeinsam von den Kreiswirtschafts-Betrieben Goslar und dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Wolfenbüttel sowie der Gesellschaft für Biokompost mbH im Februar 2026 durchgeführt.

Bereits im Jahr 2024 war eine umfangreiche Chargenanalyse durchgeführt worden, um den Anteil an Fremdstoffen im Bioabfall zu ermitteln. Zwei Jahre später zeigt sich nun deutlich: Die Maßnahmen zur Verbesserung der Bioabfallqualität greifen.

Im Kompostwerk in Upen lag der Anteil an Fremdstoffen im Jahr 2024 noch bei 3,32 Prozent, davon 1,56 Prozent Kunststoff. Bei der aktuellen Chargenprüfung im Jahr 2026 konnten diese Werte deutlich reduziert werden. Der Anteil an Kunststoff beträgt nun nur noch 0,52 Prozent, während die gesamten Fremdstoffe auf 1,17 Prozent gesunken sind.

Auch im Kompostwerk in Bornum zeigt sich eine klare Verbesserung. Dort lag der Kunststoffanteil im Jahr 2024 bei 1,14 Prozent, die Gesamtfremdstoffe bei 2,09 Prozent. Die aktuelle Prüfung im Jahr 2026 ergab einen Kunststoffanteil von 0,31 Prozent sowie 1,34 Prozent Fremdstoffe insgesamt.

„Diese Ergebnisse sind insbesondere für den Landkreis Goslar ein sehr positives Signal. Die Werte zeigen, dass die Bioabfälle zunehmend sauberer getrennt werden und somit eine hochwertige Kompostierung möglich bleibt“, so Thomas Ebert, Betriebsleitung der Kreiswirtschafts-Betriebe Goslar.

Auch Sandra Wehr, Werksleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes Landkreis Wolfenbüttel, zeigt sich mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden. „Wenn es uns gelingt, mit unseren Maßnahmen noch mehr Bürgerinnen und Bürger zur verbesserten Abfalltrennung zu motivieren, können wir die Qualität der Bioabfallverwertung kontinuierlich weiter erhöhen. Eine gezielte und nachhaltige Aufklärungsarbeit ist dabei von zentraler Bedeutung.“

Ein wichtiger Baustein für diese Entwicklung sind die regelmäßigen Kontrollen der Biotonnen im Landkreis. In den vergangenen drei Wochen wurden die Inhalte der Tonnen durch Mitarbeitende stichprobenartig überprüft. Dabei zeigte sich, dass etwa 30 Prozent der kontrollierten Tonnen aufgrund zu vieler Fehlwürfe – beispielsweise Plastik, Verpackungen oder Restmüll – zunächst nicht geleert werden konnten. Die betroffenen Haushalte erhalten einen Hinweis, damit die Trennung künftig korrekt erfolgt.

Die Kontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. In vielen Fällen reagierten die Bürgerinnen und Bürger jedoch direkt: Ein Teil der Haushalte hat den Inhalt der Biotonne nach dem Hinweis aussortiert und gereinigt, sodass die Tonne bei der nächsten regulären Abfuhr wieder ordnungsgemäß geleert werden konnte.

Hintergrund der Maßnahmen ist der Schutz von Umwelt und Böden: Kunststoffanteile im Bioabfall lassen sich im Kompostierungsprozess nicht vollständig entfernen. Sie werden zerkleinert und gelangen als Mikroplastik in den fertigen Kompost. Dieser wird in der Landwirtschaft sowie in privaten Gärten als organischer Dünger eingesetzt – und damit auch auf Äcker und in Böden ausgebracht. Eine saubere Trennung der Bioabfälle ist daher entscheidend, um den Eintrag von Mikroplastik wirksam in die Umwelt zu vermeiden.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, hochwertigen und schadstoffarmen Kompost zu erzeugen. Fremdstoffe – insbesondere Kunststoffe – erschweren die Verarbeitung der Bioabfälle erheblich und können die Qualität des entstehenden Komposts beeinträchtigen. Langfristiges Ziel ist dabei nicht lediglich eine Reduzierung auf niedrige Fremdstoffanteile, sondern eine möglichst vollständige Vermeidung – also Bioabfall ohne Störstoffe.

Parallel zu den Kontrollen setzt der ALW weiterhin auf Aufklärung und Information. Über Social-Media-Kanäle werden regelmäßig Hinweise veröffentlicht, welche Abfälle in die Biotonne gehören und welche nicht. Durch diese kontinuierliche Information sollen Bürgerinnen und Bürger zusätzlich für die richtige Mülltrennung sensibilisiert werden.

„Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass dieser Weg erfolgreich ist: Sauber getrennte Bioabfälle sind eine wichtige Grundlage für nachhaltige Kreislaufwirtschaft und hochwertigen Kompost. Unser Anspruch bleibt dabei klar: Der Anteil an Fremdstoffen soll perspektivisch gegen null gehen“, sagt Frau Eva-Maria Pabsch, Geschäftsführerin Gesellschaft für Biokompost mbH.

Bildunterschriften: Kontrolle…: Im Februar wurden Biotonnen auf Fremdstoffe kontrolliert.

Händische: Die Überprüfung des Bioabfalls wurde auch händisch vorgenommen. Fotos: ALW

Schröder: Grünes Licht für Radwegebau zwischen Cremlingen und Hordorf

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Wolfenbüttel, 25. März 2026

PRESSEMITTEILUNG

Schröder: Grünes Licht für Radwegebau zwischen Cremlingen und Hordorf

Gute Nachrichten hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Jan Schröder im Gepäck. Wie er in Erfahrung bringen konnte, hat das Land Niedersachsen Investitionen in Höhe von 1,2 Millionen Euro für den Radwegeneubau entlang der Landesstraße 635 zwischen Cremlingen und Hordorf bestätigt. Rund ein Drittel dieser Summe kann bereits in diesem Jahr abgerufen werden.

Der knapp 3,9 km lange Abschnitt stellt einen weiteren Lückenschluss im Radwegenetz dar und wird dafür sorgen, die Attraktivität des Radfahrens weiter zu steigern. Landesweit werden in diesem Jahr 13 Radwege neu gebaut, 46 weitere Radwege erfahren eine grundlegende Sanierung. Schröder: „Das Radwegeprojekt bei Cremlingen ist Teil der landeseigenen Radwegestrategie, bei der es darum geht, möglichst ein engmaschiges Radwegenetz zu installieren. Ich freue mich, dass es im Landkreis Wolfenbüttel weiter voran geht.“

Schröder betont in diesem Zusammenhang die hervorragende Arbeit der niedersächsischen Straßenbaubehörden: „Speziell im Landkreis Wolfenbüttel ist der Schwerpunkt auf die Radwege klar erkennbar. Nur mit gut befahrbaren Radwegen, speziell im ländlichen Bereich, ist das Fahrrad als echte Alternative zum Auto denkbar. Unser Ziel ist es, diese Investitionen in unsere Radwegeinfrastruktur auch in Zukunft auf diesem hohen Niveau zu halten“, so Schröder.

Handtaschendiebstahl – Polizei sucht Zeugen

Königslutter, Rottorfer Straße

21.03.2026, 16:40 Uhr

Zu einem Handtaschendiebstahl zum Nachteil einer 91-jährigen Frau kam es am vergangenen Samstagnachmittag in Königslutter im Bereich der Rottorfer Straße.

Nach bisherigen Erkenntnissen bog die ältere Dame zunächst fußläufig von der Helmstedter Straße in die Rottorfer Straße ein. Sie überquerte dann die Straße auf die nördliche Fahrbahnseite in Richtung Einkaufszentrum. Dort näherte sich plötzlich ein Unbekannter, der ihr einen Rucksack aus der vorderen Ablage aus dem Rollator entwendete. Er rannte dann in Richtung Helmstedter Straße und dortiger Tankstelle davon. Die Seniorin machte auf sich aufmerksam, sodass ein bislang unbekannter Pkw anhielt. Nach einer kurzen Schilderung der Ereignisse nahm der Fahrer des Wagens die Verfolgung des flüchtigen Täters auf. Das Fahrzeug kehrte jedoch nicht zum Tatort zurück. Daher begab sich 91-Jährige dann zu einem Bekannten, der die Polizei rief.

Der Tatverdächtige war männlich, trug eine dunkelgraue Hose und hatte kurze, dunkle, lockige Haare.

Zeugen, die Hinweise zu dem flüchtigen Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei Königslutter unter der Telefonnummer 05353/91970 zu melden.

Verkehrsministerkonferenz erwartet vom Bund schnelle Reform der Fahrschulausbildung

Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Günstigerer Führerschein bei hoher Verkehrssicherheit ist das Ziel“
Fahrschulausbildung soll grundlegend reformiert werden. Das hat die Verkehrsministerkonferenz (VMK) heute in Lindau mit unterstützt. Ziel ist, die Kosten für den Erwerb des Führerscheins spürbar zu senken und zugleich den hohen Stellenwert der Verkehrssicherheit zu bewahren. Niedersachsen hatte sich im Vorfeld sehr für wirksame Reformschritte eingesetzt, um so erfreuter ist Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne über das klare Signal der VMK.

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne:

„Die Verkehrsministerkonferenz stellt sich hinter das Ziel, den Führerschein günstiger zu machen. Ich begrüße das sehr, dafür hat sich Niedersachsen in den letzten Monaten intensiv eingesetzt. Damit verbunden sind weitreichende Neuerungen beim Fahrschulunterricht und bei der theoretischen und der praktischen Prüfung. Die angestrebten Reduzierungen beim Fragenkatalog in der Theorie und bei der praktischen Fahrprüfung sind zu begrüßen.

Es ist völlig klar, dass ein günstigerer Führerschein nur mit erheblichen Veränderungen zu erreichen sein wird. In der Summe scheinen mir die Maßnahmen geeignet, einen preislich fairen Führerschein bei hoher Verkehrssicherheit zu erreichen.

Insbesondere aus Sicht eines großen Flächenlandes werden wir den weiteren Prozess konstruktiv unterstützen. Für die Landesregierung ist es wichtig, dass allen jungen Erwachsenen berufliche und soziale Teilhabe über den Führerschein ermöglicht wird. Um zur Ausbildung, zur Arbeit oder zu Bekannten zu kommen, ist das Auto in ländlichen Räumen oft das Mittel der Wahl.

Ich bitte nun aber den Bundesverkehrsminister, dass Reformtempo hoch zu halten und zugleich einen klaren Zeitplan zu skizzieren, damit eine inhaltliche Debatte ermöglicht wird und zugleich Fahrschulen und angehende Fahrschülerinnen und Fahrschüler schnell Klarheit erhalten.“

Hordorf: Brand eines Carports

Hordorf,  25.03.2026 um 02:10 Uhr

Aus bislang ungeklärter Ursache geriet ein Carport mit darunter abgestelltem Pkw und E-Bike (ohne Akku) in Brand. Bei dem Pkw handelte es sich um einen Ford C-Max. Das Feuer breitete sich schließlich auf das angrenzende Dach des dazugehörigen Einfamilienhauses aus. Durch die Feuerwehr konnte der Brand gelöscht werden.

Der Hausbewohner wurde durch den Brand geweckt und hatte das Haus bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte verlassen. Das angrenzende Einfamilienhaus der Nachbarn sowie deren Pkw wurden durch die Hitzeentwicklung leicht beschädigt.

Die Polizei beschlagnahmte den Brandort. Die Ermittlungen dauern an. Der Sachschaden wird auf etwa 350.000 geschätzt.

Dragons Cheerleader aus Schandelah starten Probetrainings mit neuem Anmeldeverfahren

Schandelah. Nach den erfolgreichen Meisterschaften starten die Dragons Cheerleader des MTV Schandelah-Gardessen e.V. im Mai in eine neue Probetrainingsphase.
In diesem Jahr gibt es dabei jedoch eine wichtige Neuerung: Interessierte müssen sich vorab über ein Online-Formular anmelden.
Hintergrund dieser Umstellung ist, dass neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie deren Eltern bereits im Vorfeld umfassend informiert werden sollen. Neben Trainingszeiten stehen dabei auch Themen wie Zeitaufwand, Verantwortung und Verbindlichkeit im Fokus. So haben Familien die Möglichkeit, sich in Ruhe mit den Anforderungen des Cheerleadings auseinanderzusetzen.
Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Interessierten anschließend alle weiteren Informationen sowie die genauen Termine für die Probetrainings. Der entsprechende Anmeldelink kann zudem gerne weitergegeben werden, um möglichst vielen den Einstieg in den Sport zu ermöglichen.

BS: Festnahme eines Räubers – gute Zusammenarbeit führt zu schnellem Ermittlungserfolg

Braunschweig, Innenstadt

23.03.2026

62-jähriger Mehrfachtäter befindet sich in U-Haft

Wie bereits im Rahmen eines Zeugenaufrufs berichtet, kam es am 09.03.2026 zu einem schweren Raubüberfall auf einen Blumenladen am Steinweg. Am Donnerstag, den 19.03.2026, ereignete sich ein weiterer Raubüberfall auf ein Ladengeschäft in der Braunschweiger Innenstadt. In beiden Fällen bedrohte ein zunächst unbekannter Mann die Kassiererinnen mit einem Cuttermesser und forderte die Herausgabe von Bargeld. Anschließend flüchtete der Täter jeweils unerkannt mit einer Beute im dreistelligen Bereich.

Unverzüglich eingeleitete Ermittlungen durch den Zentralen Kriminaldienst führten auf Grundlage der Opferbeschreibungen unter anderem zur Erstellung eines Phantombildes sowie zur Sicherung von Videoaufzeichnungen in Tatortnähe. Durch den Abgleich der Täterbeschreibungen und der Tatbegehung konnte ein Zusammenhang zwischen den Taten festgestellt werden.

Am Montag gelang es der Verfügungsgruppe des Polizeikommissariats Mitte, den 62-jährigen Tatverdächtigen anhand eines Fahndungsbildes in der Wilhelmstraße zu identifizieren und vorläufig festzunehmen. Bei der Festnahme wurde zudem das mutmaßliche Tatmittel sichergestellt. Der Beschuldigte wurde einer Haftrichterin vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde Untersuchungshaft gegen den Mann erlassen. Die Ermittlungen dauern an, insbesondere im Hinblick auf eine weitere Tat. Hier steht der 62-Jährige im dringenden Verdacht, eine Tasche mit den Wocheneinnahmen einer Gaststätte entwendet zu haben.

BS: Verfolgungsfahrt im Stadtgebiet

Heinrich-Büssing-Ring, 25.03.2026, 06:30 Uhr

17-Jähriger ohne Fahrerlaubnis versucht sich Polizeikontrolle zu entziehen

Am heutigen Morgen fiel einer Funkstreifenwagenbesatzung des Polizeikommissariats Süd auf dem Heinrich-Büssing-Ring in Höhe des Hauptbahnhofs ein schwarzer Pkw auf, bei dem die Frist zur Hauptuntersuchung überschritten war. Nachdem die Beamten dem Pkw Anhaltesignale gegeben hatten, entzog sich der Fahrzeugführer der Kontrolle durch Flucht und beschleunigte sein Fahrzeug.

Nach einer etwa 600 Meter langen Verfolgungsfahrt verunfallte der Pkw an der Ecke Heinrich-Büssing-Ring / Böcklerstraße infolge überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve und prallte gegen eine Lichtzeichenanlage. Unmittelbar nach dem Unfall flüchtete der Fahrzeugführer zu Fuß, konnte jedoch nach kurzer Verfolgung durch die eingesetzten Kräfte gestellt werden.

Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 17-Jährigen ohne Fahrerlaubnis. Er wurde zur Dienststelle gebracht und später in die Obhut seiner Mutter übergeben. Im Fahrzeug befanden sich zwei weitere Insassen. Alle Beteiligten blieben unverletzt. Unbeteiligte Verkehrsteilnehmer wurden nicht gefährdet oder geschädigt. Gegen den Fahrer werden nun Ermittlungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und illegalen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.

Der ACV beantwortet die wichtigsten Fragen zu Reiseübelkeit und gibt Tipps zur Vorbeugung

Mit Blick auf die bevorstehenden Osterferien stehen häufig längere Autofahrten an. Auf dem Weg in den Urlaub oder zu Verwandten kann Reiseübelkeit die Fahrt belasten. Besonders oft betroffen sind Kinder, aber auch Erwachsene können Beschwerden entwickeln. Schon wenige Kurven, Hitze, schlechte Luft oder der Blick aufs Display können Übelkeit auslösen. Der ACV beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Reiseübelkeit im Auto: Warum entsteht sie, was hilft sofort und wie lässt sich wirksam vorbeugen?

Warum wird einem im Auto überhaupt schlecht?

Reiseübelkeit entsteht, wenn das Gehirn widersprüchliche Informationen über Bewegung erhält. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriert Kurven, Bremsen und Beschleunigung. Die Augen nehmen diese Bewegung jedoch nicht immer wahr.

Das passiert beispielsweise, wenn man während der Fahrt auf etwas Statisches im Innenraum schaut, wie etwa ein Buch oder ein Display. Dabei sehen die Augen etwas Ruhiges, während der Körper gleichzeitig die Bewegung des Autos spürt.

Das Gehirn kann diese widersprüchlichen Signale nicht eindeutig einordnen und reagiert mit Übelkeit. Dass Menschen am Steuer meist nicht schlecht wird, zeigt den Zusammenhang gut: Wer selbst fährt, schaut auf die Straße und sieht die Bewegung des Autos.

Kinder sind besonders häufig betroffen. Ihr Gleichgewichtssystem und die Verarbeitung von Bewegungsreizen sind noch empfindlicher, sodass dieser Konflikt zwischen Bewegung und Sehen schneller Übelkeit auslösen kann.

Was hilft sofort gegen Übelkeit im Auto?

Kündigt sich Übelkeit im Auto an, sollte möglichst schnell reagiert werden. Oft helfen schon ein paar einfache Maßnahmen:

  • Blick nach vorne auf die Straße oder in die Ferne richten
  • Buch, Handy oder Tablet weglegen
  • den Kopf möglichst ruhig halten
  • Fenster öffnen und frische Luft ins Auto lassen
  • wenn möglich kurz anhalten und aussteigen

Manchen hilft auch etwas Kühles im Nacken oder im Gesicht. Dafür reicht oft schon ein Taschentuch, das mit etwas Wasser aus der Trinkflasche befeuchtet wird.

Wie kann man Übelkeit im Auto vorbeugen?

Der richtige Sitzplatz

Wer schnell unter Reiseübelkeit leidet, fühlt sich auf dem Beifahrersitz oft wohler als auf der Rückbank. Dort ist der Blick nach vorne freier, und Bewegungen lassen sich besser einschätzen. Ob das für Kinder infrage kommt, hängt von Alter, Größe und dem passenden Kindersitz ab.

Auf der Rückbank kann ein Platz mit möglichst freiem Blick nach vorne günstiger sein. Von dort lässt sich die Straße oft besser im Blick behalten und die Bewegung des Autos leichter wahrnehmen.

Fahrzeit gut planen

Manche Familien machen die Erfahrung, dass längere Fahrten leichter fallen, wenn Kinder einen Teil der Strecke verschlafen. Deshalb kann es helfen, längere Etappen in eine gewohnte Schlafenszeit oder in den frühen Morgen zu legen. Wichtig ist aber, dass die fahrende Person ausgeruht ist.

Gerüche, Luft und Temperatur im Auto

Gerüche können ebenfalls Übelkeit auslösen. In einem geschlossenen Auto werden Essensreste, süße Getränke, stark duftende Lufterfrischer, Zigarettenrauch oder Dampf von E-Zigaretten schnell unangenehm. Sie können auch an Kleidung haften und im Innenraum wahrnehmbar bleiben.

Hinzu kommt die Temperatur im Auto. Hitze im Innenraum bekommt vielen Menschen nicht gut. Deshalb hilft es, zwischendurch kurz zu lüften oder die Klimaanlage moderat einzustellen. Wichtig ist dabei, dass der Luftstrom nicht direkt ins Gesicht gerichtet ist.

Beschäftigung statt Bildschirm

Lesen, Filme schauen oder lange auf ein Smartphone blicken verstärken Reiseübelkeit häufig. Besser ist es, den Blick nach draußen oder in die Ferne zu richten.

Gerade auf längeren Fahrten mit Kindern helfen Beschäftigungen, bei denen der Blick nach draußen geht, etwa Kennzeichenraten oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Auch Hörspiele, Musik oder gemeinsames Singen können gut ablenken.

ACV Tipp: Wenn sich der Blick aufs Display nicht vermeiden lässt

Wenn sich der Blick aufs Display während der Fahrt nicht vermeiden lässt, kann man auf Apple-Geräten die Funktion „Vehicle Motion Cues“ aktivieren. Dabei erscheinen bewegte Punkte am Bildschirmrand, die Fahrzeugbewegungen optisch nachvollziehbarer machen sollen. Laut Hersteller kann das helfen, Unwohlsein während der Fahrt zu verringern.

Einstellungen > Bedienungshilfen > Bewegung > Fahrzeug-Bewegungshinweise

Für Android gibt es ebenfalls Apps, die mit ähnlichen visuellen Effekten arbeiten.

Was sollte man vor und während einer Autofahrt essen?

Vor einer Autofahrt sollte man nicht zu viel essen. Ein sehr voller Magen kann Übelkeit verstärken, weil große oder schwere Mahlzeiten die Verdauung belasten. Ganz ohne Essen loszufahren ist aber auch keine gute Idee. Ein leerer Magen kann schneller ein flaues Gefühl auslösen.

Besser sind kleine, milde Snacks, die den Magen nicht zusätzlich reizen. Trockene Lebensmittel wie Brot, Toast, Cracker, Salzgebäck oder Zwieback werden oft besser vertragen als große, fettige oder stark gewürzte Speisen. Auch Apfelstücke oder eine Banane vertragen viele Menschen gut.

Bei Getränken vertragen viele stilles Wasser oder milden Tee besser als kohlensäurehaltige Getränke. Manche Menschen empfinden auch Ingwer als angenehm gegen Reiseübelkeit, etwa als Tee, Bonbon oder kandiert.

Wann sind Medikamente gegen Reiseübelkeit sinnvoll?

Wenn andere Maßnahmen nicht helfen, können Medikamente gegen Reiseübelkeit eine Option sein. Viele Mittel enthalten Wirkstoffe wie Dimenhydrinat. Sie dämpfen bestimmte Signale im Gehirn und können so Übelkeit und Erbrechen lindern. Am besten werden sie vor der Fahrt eingenommen und nicht erst dann, wenn die Beschwerden bereits stark sind.

Wichtig: Medikamente gegen Reiseübelkeit sind bei Kindern nicht die erste Wahl. Sie sollten nur nach Rücksprache mit einem Kinderarzt eingesetzt werden. Die Mittel machen meist müde oder benommen. Manchmal reagieren Kinder auch mit Unruhe oder Reizbarkeit. Wenn Kinder dadurch sehr schläfrig sind, trinken sie manchmal weniger. Kommt dann noch Erbrechen dazu, kann das das Risiko für Flüssigkeitsmangel erhöhen.

Auch Erwachsene sollten vorsichtig sein. Manche Medikamente können die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wer selbst fährt, sollte daher besonders auf mögliche Nebenwirkungen achten.

Was tun, wenn es im Auto zum Erbrechen kommt?

Wenn jemand während der Autofahrt plötzlich erbrechen muss, gilt zuerst: ruhig bleiben und weiter auf den Verkehr achten. Wenn möglich, schnell eine Tüte oder einen Spuckbeutel reichen.

Während der Fahrt darf niemand abgeschnallt werden. Auf der Autobahn sollte möglichst bis zur nächsten Ausfahrt oder zu einem Rastplatz weitergefahren werden. Der Seitenstreifen ist grundsätzlich nicht zum Anhalten gedacht. Besteht jedoch eine akute Gefahr, etwa durch Atemnot oder drohendes Ersticken, handelt es sich um einen Notfall. Dann hat die sofortige Sicherung von Fahrzeug und Kind Vorrang.

Frische Luft, ein paar Schlucke Wasser und etwas Ruhe helfen oft schnell. Feuchttücher oder ein Ersatzshirt sind praktisch, um Kleidung und Sitz grob zu reinigen. Weitergefahren werden sollte erst, wenn sich alle wieder besser fühlen.

Bei kleinen Kindern oder wiederholtem Erbrechen sollte auf Anzeichen von Flüssigkeitsmangel geachtet werden. Wird ein Kind auffällig schlapp, trinkt kaum noch oder verschlechtert sich der Zustand deutlich, ist ärztlicher Rat sinnvoll.

ACV Checkliste gegen Übelkeit im Auto

  • vor der Abfahrt leicht verdaulich essen und ausreichend trinken
  • Wasser und leichte Snacks einpacken
  • einen Sitzplatz mit Blick nach vorne wählen
  • Hörspiele oder Spiele ohne Bildschirm vorbereiten
  • regelmäßige Pausen mit frischer Luft einplanen
  • bei bekannter Reiseübelkeit Medikamente vorher mit Arzt oder Apotheke abklären
  • Spuckbeutel, Feuchttücher und Wechselkleidung griffbereit im Auto haben

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