MTV Schandelah-Gardessen: Ohne Ehrenamt läuft es nicht

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Tobias Breske im Austausch mit den Ehrenamtlichen des MTV Schandelah-Gardessen

Mit fast 950 Mitgliedern gehört der MTV Schandelah-Gardessen von 1911 e.V. zu den größten Vereinen in der Gemeinde Cremlingen. Auf dem Sportgelände wird längst nicht nur Fußball gespielt. Turnen, Tennis, Cheerleading, Dart, Fitness und viele weitere Angebote sorgen dafür, dass Menschen aller Altersgruppen hier zusammenkommen. Der Verein ist ein fester Bestandteil des Dorflebens.

Bei meinem Besuch habe ich gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Ingo Kuntze einen Rundgang über das Gelände gemacht. Begleitet wurde ich dabei von den Schandelaher Ortsratskandidaten Uwe Keddig und Jochen Neumann. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die aktuelle Situation des Vereins, die Entwicklung der einzelnen Sparten und die Frage, wie Vereinsarbeit in Zukunft gelingen kann.

Ein positives Beispiel für die Vereinsarbeit ist die Cheerleading-Sparte. Die Nachfrage ist so groß, dass nicht alle Interessierten sofort einen Platz bekommen können. Ausschlaggebend dafür ist vor allem das große Engagement der Trainerinnen, die mit viel Einsatz und Herzblut arbeiten. Das zeigt, was engagierte Ehrenamtliche für einen Verein leisten können.

Ähnlich erfreulich entwickelt sich das Kinderturnen. Auch hier verzeichnet der MTV einen starken Zulauf. Die Gruppen sind gut besucht und zeigen, wie wichtig solche Angebote für Kinder und Familien vor Ort sind. Sportvereine übernehmen damit weit mehr als die reine, für die kindliche Entwicklung so wichtige Bewegungsförderung. Sie schaffen Gemeinschaft und ermöglichen bereits den Jüngsten den Einstieg in das Vereinsleben.

Ein großes Thema war die Nachwuchsarbeit im Fußball. Nachdem die Herrenmannschaft im vergangenen Jahr vom Spielbetrieb abgemeldet werden musste, sind aktuell noch die Ü32- und die Ü40-Herren aktiv. Umso mehr konzentriert sich der Verein auf die Jugendarbeit. Dort wird mit viel Einsatz gearbeitet. Gleichzeitig werden die Herausforderungen größer, denn es fehlen beim Fußball nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch es wird auch immer schwieriger, Trainer und Betreuer zu gewinnen. Viele Mannschaften stehen und fallen mit einzelnen Ehrenamtlichen, die seit Jahren Verantwortung übernehmen.

Ingo Kuntze wünscht sich deshalb, dass sich ehemalige Spieler stärker einbringen. Viele haben selbst ihre Jugend auf dem Sportplatz verbracht, wurden von Trainern begleitet und vom Vereinsleben geprägt. Natürlich kann niemand dazu verpflichtet werden, aber dennoch wäre es ein wichtiges Signal, wenn sich der eine oder andere künftig als Trainer, Betreuer oder Helfer engagiert und dem Verein etwas von dem zurückgibt, was er dort selbst erlebt hat.

Bei dem Gespräch wurde deutlich, dass Vereine heute weit mehr leisten müssen als den reinen Sportbetrieb zu organisieren. Sie kümmern sich um Kinder und Jugendliche, schaffen Begegnungen und sorgen dafür, dass in den Ortschaften Gemeinschaft gelebt wird.

Deshalb brauchen unsere Vereine mehr Unterstützung. Viele Ehrenamtliche investieren bereits einen großen Teil ihrer Freizeit. Daher sollte die Hilfe für die Vereine nicht aufhören, wenn ein Antrag ausgefüllt oder eine Frage an die Gemeinde gestellt werden muss. Feste Ansprechpartner in der Verwaltung, Unterstützung bei Förderanträgen und eine verlässliche Begleitung bei größeren Projekten würden vielen Vereinen und ihren Ehrenamtlichen die Arbeit spürbar erleichtern.

Der Besuch beim MTV Schandelah-Gardessen hat gezeigt, wie viel Engagement hinter einem funktionierenden Vereinsleben steckt. Es hat aber auch gezeigt, dass dieses Engagement keine Selbstverständlichkeit ist. Vereine brauchen Menschen, die mit anpacken. Und sie brauchen Rahmenbedingungen, die ihnen ihre Arbeit nicht unnötig schwer machen.

Unsere Vereine halten einen wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde zusammen. Wer Verantwortung übernimmt und seine Freizeit für andere einsetzt, verdient Anerkennung und praktische Unterstützung. Das gilt für die Sportvereine genauso wie für Feuerwehren, Kulturvereine oder andere ehrenamtliche Organisationen“, so Bürgermeisterkandidat Tobias Breske.

Foto: v.l. Ortsratskandidat Jochen Neumann, CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Breske, Vereinsvorsitzender Ingo Kuntze und Ortsratskandidat Uwe Keddig