Presseinformation
Nach mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlicher Tätigkeit ist Christian D. Melich aus seinem Amt als Schiedsmann der Samtgemeinde Sickte verabschiedet worden. Aus gesundheitlichen Gründen hatte Melich im Frühjahr um seine Entlassung aus dem Schiedsamt gebeten. Diesem Wunsch ist das Amtsgericht Wolfenbüttel nachgekommen.
Zu seiner Verabschiedung würdigten die Direktorin des Amtsgerichts Wolfenbüttel, Inka Howorka, Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb sowie Alina Curland, die bei der Samtgemeinde Sickte für die Schiedsamtsangelegenheiten zuständig ist, das langjährige ehrenamtliche Engagement von Christian D. Melich.
Melich war über 30 Jahre als Schiedsmann tätig, zuletzt für den Schiedsamtsbezirk Apelnstedt, Volzum, Hötzum, Erkerode und Lucklum. In dieser Zeit hat er sich in besonderer Weise dafür eingesetzt, Konflikte frühzeitig, unbürokratisch und im direkten Gespräch zu lösen.
„Ein Schiedsamt lebt davon, dass Menschen bereit sind, sich aufeinander einzulassen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen“, blickt Melich auf seine langjährige Tätigkeit zurück. „Manchmal braucht es dafür vor allem Geduld, ein offenes Ohr und die Bereitschaft, beide Seiten zu verstehen. Dass ich diese Aufgabe so lange wahrnehmen durfte, war für mich eine besondere Form des ehrenamtlichen Engagements.“
Schlichten, bevor ein Streit zum Gerichtsfall wird
Schiedspersonen erfüllen eine wichtige Funktion im deutschen Rechtssystem. Sie versuchen, Streitigkeiten außergerichtlich und einvernehmlich beizulegen. Gerade bei Konflikten zwischen Nachbarn oder anderen Personen, die auch nach einem Streit weiterhin miteinander auskommen müssen, kann ein persönliches Schlichtungsverfahren einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung des nachbarschaftlichen oder persönlichen Friedens leisten.
In Niedersachsen sind rund 600 Schiedspersonen ehrenamtlich tätig. Sie können Streitigkeiten häufig schneller, unkomplizierter und kostengünstiger als ein gerichtliches Verfahren einer Lösung zuführen. Bei bestimmten Streitigkeiten, etwa in Teilen des Nachbarrechts oder bei bestimmten Ehrverletzungen, ist ein vorheriger Schlichtungsversuch vor einer Schiedsperson sogar gesetzlich vorgesehen.
„Schiedspersonen leisten einen wichtigen Beitrag zum Rechtsfrieden unmittelbar vor Ort“, betont Amtsgerichtsdirektorin Inka Howorka. „Sie schaffen einen Raum, in dem Konflikte frühzeitig angesprochen und möglichst einvernehmlich gelöst werden können. Dafür braucht es Menschen mit Lebenserfahrung, Verantwortungsbewusstsein, Fingerspitzengefühl und der Fähigkeit, gut zuzuhören. Christian Melich hat diese Aufgabe über Jahrzehnte mit großem persönlichem Einsatz wahrgenommen.“
Auch Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb würdigte die langjährige Tätigkeit: „Mehr als 30 Jahre Verantwortung für das Schiedsamt zu übernehmen, ist eine außergewöhnliche Leistung. Christian Melich hat damit über einen sehr langen Zeitraum einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben in unseren Ortschaften geleistet. „
Die Tätigkeit als Schiedsperson ist ein Ehrenamt, das außerhalb der großen öffentlichen Wahrnehmung stattfindet. Die Konflikte, mit denen Schiedspersonen befasst sind, sind häufig sehr persönlich und mitunter bereits über längere Zeit festgefahren. Umso wichtiger sind Vertrauen, Verschwiegenheit, Neutralität und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen einen fairen Ausgleich zu ermöglichen.
Mit der Verabschiedung endet für Melich eine außergewöhnlich lange ehrenamtliche Tätigkeit. Die Samtgemeinde Sickte und das Amtsgericht Wolfenbüttel danken ihm für sein jahrzehntelanges Engagement und wünschen ihm für die kommende Zeit vor allem Gesundheit und alles Gute.
Bild von links nach rechts: Samtgemeindebeschäftigte Alina Curland, Amtsgerichtsdirektorin Inka Howorka und Samtgemeindebürgermeister Marco Kelb verabschiedeten Christian D. Melich (2. V.r.) aus seiner langjährigen Tätigkeit als Schiedsmann.


