„Konsequente, frühe Therapie entscheidet über Erfolg“

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Klinikum lud zum Infoabend am „Tag des Schmerzes“ ein

Wolfenbüttel. Rund 140 Gäste konnte das Team des Städtischen Klinikums zur Informationsveranstaltung im Rahmen des „Tag des Schmerzes“ im Konferenzzentrum begrüßen. „Nacken- und Kopfschmerzen verstehen und behandeln“ lautete das Thema des Abends, zu dem Referenten verschiedener Fachbereiche eingehend informierten. Dies teilt das Klinikum in einer Pressemitteilung mit.

„Am Ende des Abends sollen sie in der Lage sein, ihre Beschwerden besser einzuordnen und Behandlungsmöglichkeiten gezielter zu nutzen. Wir möchten ihnen daher einen verständlichen Überblick über die Ursachen, moderne Behandlungsoptionen und sinnvolle Kombinationen der verschiedenen Fachrichtungen geben“, richtete Dr. Nils Beiser, Facharzt für Anästhesiologie und Leiter der Schmerzmedizin am Klinikum Wolfenbüttel, das Wort zu Beginn der Veranstaltung an die Gäste.

Als erster Referent des Abends beleuchtete Dr. Peter Cordes, Facharzt für Neurologie, das Thema Kopfschmerz aus neurologischer Sicht. Dabei ging er auf die unterschiedlichen Kopfschmerzarten wie Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerzen ein und stellte die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten vor. Zudem wies er auf den sogenannten Medikamentenübergebrauchskopfschmerz hin, der bei zu häufiger Einnahme von Schmerzmitteln entstehen kann. „Eine konsequente frühe Therapie ist beim Thema Schmerz das Entscheidendste überhaupt“, so Cordes.

Gefahr der Chronifizierung des Schmerzes

Daran anknüpfend ging Dr. Martin Willmann, Facharzt für Neurochirurgie, der Frage nach, wann Operationen im Zusammenhang mit Kopf- und Nackenschmerzen sinnvoll sind und wann nicht: „Weniger als ein Prozent der Nackenschmerzen gehören operiert,“ machte Willmann die Seltenheit eines Eingriffes deutlich. Dennoch gebe es mitunter Faktoren, die eine Operation sinnvoll machen. „Ein medikamentös und konservativ nicht zu beherrschender Schmerz ist für uns eine Operationsindikation. Wir wissen, dass die Prognose umso schlechter wird, je länger der Schmerz andauert,“ erläuterte der Neurochirurg und wies auf eine mögliche Chronifizierung des Schmerzes hin.

Anhand eines Experiments machte Dr. Léonie Kerper, Leiterin der Psychotherapie im Klinikum, anschließend den Einfluss verschiedener Belastungsfaktoren auf den menschlichen Körper deutlich, die letztlich zu Schmerzen führen können. Am Ende zeigte Kerper eindrucksvoll auf, dass die Belastbarkeit eines jeden einzelnen ihre Grenzen hat.

Schauen ganz genau, wo der Schmerz herkommt

Wie wichtig eine strukturierte Herangehensweise in der Schmerztherapie ist, veranschaulichte Dr. Nils Beiser, indem er auf die verschiedenen Bereiche, in denen Schmerzen entstehen können, einging.  Darüber hinaus stellte er einige Therapiemöglichkeiten wie die Triggerpunkt-Akupunktur, den Einsatz von Botox und Cortisoninjektionen vor. „Wir schauen bei jedem unserer Patienten ganz individuell – von der Haut über die Muskulatur bis hin zur Wirbelsäule und dem Nervensystem – wo kommt der Schmerz her?“, so Beiser.

Dr. Sirid Vollprecht, Leiterin des stationären Bereiches der Schmerztherapie im Klinikum, legt den Fokus abschließend auf die ergänzenden, naturheilkundlichen Ansätze bei Nacken- und Kopfschmerz. Dabei war es ihr wichtig zu betonen, dass auch natürliche Heilmittel nicht grundsätzlich nebenwirkungsfrei seien und bei einigen pflanzlichen Präparaten ernstzunehmende Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können. Eine Absprache mit dem behandelnden Arzt sei daher äußerst wichtig. „Ein besonderes Präparat in Sachen Kopfschmerztherapie ist das Pfefferminzöl,“ erörterte Vollprecht, dieses habe sich bei der Behandlung bewährt. Daran anknüpfend stellte die Fachärztin dem Publikum die Grundlagen der Aromatherapie vor. „Aromastoffe können das emotionale Befinden beeinflussen, was wiederum Auswirkungen auf die Schmerzwahrnehmung und idealerweise auf die Vermeidung einer Schmerzchronifizierung haben kann“, erklärte Vollprecht.

Im Nachgang nutzten die zahlreichen Gäste des Abends die Möglichkeit, ihre Fragen an die Expertinnen und Experten zu richten. Weitere Informationen zum Thema sind auf der Homepage des Zentrums für Schmerzmedizin unter www.schmerzzentrum-wf.de zu finden.

Titelfoto: Die Team des Abends (v.l.n.r.): Melanie Posmick, Dr. Sirid Vollprecht, Dr. Martin Willmann, Dr. Nils Beiser, Dr. Lèonie Kerper und Dr. Peter Cordes.

Rund 140 Gäste nahmen an der Veranstaltung im Konferenzzentrum des Klinikums teil. Fotos (2): Städtischen Klinikum Wolfenbüttel gGmbH