GRÜNE Landtagsageordnete besucht Waldflächen im Landkreis Wolfenbüttel

316

Wälder schützen und Naturentwicklung stärken
GRÜNE Landtagsageordnete besucht Waldflächen im Landkreis Wolfenbüttel

Ganz im Zeichen des Waldes stand ein Besuch der GRÜNE Landtagsabgeordnete Tamina Reinecke im Landkreis Wolfenbüttel und Helmstedt. Die erste Station, die Reinecke gemeinsam mit Vertretern und Vertreterinnen aus Politik, Verwaltung und Naturschutz besuchte, war die DBU-Naturerbefläche „Beienroder Holz“ bei Cremlingen. Was sich hinter dem Kürzel DBU verbirgt, schilderten Christian Sürie, Leiter Betriebsmanagement im DBU Naturerbe und Revierleiter Konstantin Brandt vom Bundesforstbetrieb Niedersachsen. Das DBU Naturerbe,eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU),
verantwortet den Naturschutz auf 66 überwiegend ehemaligen Militärflächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Seit 2014 gehört das rund 180 Hektar große Beienroder Holz zum Nationalen Naturerbe. Im DBU Naturerbe sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt und Wälder und Feuchtgebiete langfristig in einen möglichst naturnahen Zustand überführt werden und sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Dazu gehöre auch, abgestorbene oder umgestürzte Bäume als wertvolle Lebensräume im Wald zu belassen. Gleichzeitig würden standortfremde Nadelgehölze schrittweise entfernt, damit sich heimische Laubbaumarten natürlich verjüngen können.
„Das Beienroder Holz zählt zu den wertvollsten naturnahen Laubmischwäldern der Region. Besonders prägend sind die bis zu 165 Jahre alten Eichen- und Buchenbestände. Die alten Wälder bieten zahlreichen seltenen und spezialisierten Arten einen wichtigen Rückzugsraum“, erläutert Sürie. In einem anregenden Austausch wurden die Herausforderungen, die sich aus den Zielvorgaben des DBU Naturerbes im Alltag
eines Revierleiters vor Ort aber auch in der gesamten Naturschutzplanung ergeben, diskutiert. „Das Beienroder Holz zeigt eindrucksvoll, wie wichtig alte, naturnahe Wälder für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind“, erklärte Tamina Reinecke. „Gerade in Zeiten von Klimakrise und Artensterben brauchen wir solche Schutzgebiete, in denen Natur sich wieder ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann.“

Anschließend ging es weiter zum Naturpark Elm-Lappwald und wie bereits bei der ersten Station, ging es auch bei dem Gespräch mit Geschäftsführer Sven Volkers um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven. Im Mittelpunkt standen die Zusammenhänge zwischen Naturschutz, Tourismus, Klimafolgenanpassung und nachhaltiger Regionalentwicklung. „Vor Ort wird deutlich, dass der Naturpark
längst mehr ist als ein klassisches Naherholungsgebiet“, erklärt Reinecke. „Hier wird konkret daran gearbeitet, wie Natur geschützt, regionale Wertschöpfung gestärkt und gleichzeitig attraktive Angebote für Erholung und Tourismus geschaffen werden können.“ Der Austausch drehte sich unter anderem um die Folgen zunehmender Trockenheit für die Wälder im Elm und Lappwald, um nachhaltige Besucherlenkung sowie um die Frage, wie touristische Entwicklung naturverträglich gestaltet werden kann. Beim Rundgang
wurde unter anderem die Schunterquelle besichtigt, an der die Auswirkungen längerer Trockenperioden auf Landschaft und Wasserhaushalt besonders sichtbar werden. „Die Klimakrise verändert auch unsere Landschaften im Landkreis Wolfenbüttel sichtbar“, so Reinecke. „Gleichzeitig suchen immer mehr Menschen wohnortnahe Erholung und nachhaltige Freizeitangebote. Daraus entstehen Chancen für Gastronomie, Tourismus und regionale Entwicklung, aber eben auch Nutzungskonflikte, die aktiv gestaltet werden
müssen.“

Im Gespräch wurde deutlich, welche Bedeutung regionale Netzwerke inzwischen für die Entwicklung des ländlichen Raums haben. Der Naturpark arbeitet mit Kommunen, Tourismusakteuren, LEADER-Regionen und Umweltbildungseinrichtungen zusammen und entwickelt gemeinsame Projekte für Wander- und Radtourismus, Umweltbildung und regionale Vermarktung. Für Reinecke unterstreicht der Austausch zugleich die Bedeutung der LEADER-Förderung für die Region: „Viele Projekte im Bereich Tourismus, Klimaanpassung und Regionalentwicklung wären ohne LEADER gar nicht möglich. Gerade ländliche Räume profitieren davon, wenn Kommunen und regionale Akteure eigene Ideen vor Ort umsetzen können.“
Deshalb setze sie sich dafür ein, dass die Fördermittel auch künftig verlässlich ausgestattet bleiben.„Gerade für ländliche Regionen wird entscheidend sein, ob wir Natur-, Freizeit- und Lebensräume klug weiterentwickeln“, betont Reinecke. „Der Naturpark Elm-Lappwald zeigt, wie regionale Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg funktionieren kann. Naturparke leisten konkrete Arbeit bei Klimaanpassung, nachhaltigem Tourismus und regionaler Entwicklung. Diese Vernetzungsarbeit braucht auch auf
Landesebene mehr Aufmerksamkeit und verlässliche Unterstützung