Biodiversität als wirtschaftliche Grundlage

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Pressemeldung

Der Verlust an Biodiversität gilt zunehmend als eine der zentralen globalen Herausforderungen – mit direkten Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Intakte Ökosysteme sind die Grundlage für fruchtbare Böden, sauberes Wasser und stabile Erträge. Gleichzeitig fehlen bislang vielfach Ansätze, die den Schutz der biologischen Vielfalt mit wirtschaftlicher Praxis verbinden.

Ein Projekt der Mast‑Jägermeister SE und des Start-Ups Kiebitz in Ostwestfalen‑Lippe zeigt, wie sich dieses Spannungsfeld auflösen lässt. Unternehmen, wie Jägermeister, investieren gezielt in Biodiversitätsmaßnahmen entlang ihrer Lieferketten, landwirtschaftliche Betriebe setzen diese auf ihren Flächen um und werden dafür vergütet.

Damit greift der Ansatz ein zentrales Problem auf: Viele Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt scheitern daran, dass sie sich für landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich nicht lohnen. Gleichzeitig wächst auf Unternehmensseite der Druck, ökologische Risiken in Lieferketten zu berücksichtigen und nachhaltiger zu wirtschaften.

„Biodiversität ist die Grundlage für fruchtbare Böden, sauberes Wasser und stabile Erträge – und damit auch für unser Produkt. Denn Jägermeister besteht zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten“, sagt Andreas Einig, Director Botanical Sourcing bei der Mast‑Jägermeister SE. „Um Jägermeister langfristig herstellen zu können, sind wir daher auf eine intakte Natur angewiesen.“

In der Projektregion werden unter anderem Blühstreifen, extensivere Anbauformen und gezielt geschaffene Rückzugsräume umgesetzt. Diese Maßnahmen schaffen Lebensräume für Insekten und Vögel und unterstützen zugleich die Stabilität landwirtschaftlicher Flächen.

Ein Fokus liegt auf der Frage der Wirksamkeit. Biodiversität gilt als schwer messbar – ein Grund, warum sie bislang nur begrenzt in wirtschaftliche Entscheidungen einfließt. Im Projekt kommen deshalb neue Monitoring-Ansätze zum Einsatz, darunter bioakustische Sensoren und satellitengestützte Analysen.

Erste Auswertungen zeigen deutliche Unterschiede: Auf den Flächen in Enger wurden innerhalb weniger Wochen 57 Vogelarten mit über 12.700 Einzelnachweisen erfasst. Die Vogelaktivität liegt damit sechsmal höher als auf einer vergleichbaren Referenzfläche ohne Maßnahmen.

„Unsere Aufgabe ist es, Biodiversitätsmaßnahmen so aufzubereiten, dass sie in der landwirtschaftlichen Praxis funktionieren“, sagt Dr. Ludwig Riedesel, Co‑Geschäftsführer von Kiebitz. „Entscheidend ist, Lösungen zu entwickeln, die ökologisch wirksam sind und sich gleichzeitig in bestehende Bewirtschaftungsstrukturen integrieren lassen.“

Für Unternehmen ist Biodiversität damit auch kein reines Umweltthema mehr. Der Ansatz aus Ostwestfalen‑Lippe zeigt, wie eine engere Verzahnung von Landwirtschaft und Wirtschaft neue Perspektiven eröffnen kann – und wie Unternehmen künftig Verantwortung beim Schutz der natürlichen Grundlagen übernehmen können.