Neuerkerode. Wer durch Neuerkerode geht, spürt schnell, dass es hier um weit mehr geht als um Pflege und Betreuung. Es geht um Teilhabe, um Würde und um die Frage, wie eine Gesellschaft mit Menschen umgeht, die auf Unterstützung angewiesen sind. Genau dieses System gerät jedoch zunehmend an seine Grenzen.
Vor diesem Hintergrund besuchte der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Reza Asghari die Evangelische Stiftung Neuerkerode. Im Mittelpunkt stand ein ausführliches Gespräch mit dem Geschäftsführer Marcus Eckhoff über die aktuellen Herausforderungen in der Eingliederungshilfe, Pflege und sozialen Versorgung.
Eckhoff machte deutlich, dass soziale Einrichtungen bundesweit vor großen Herausforderungen stehen. Während der Unterstützungsbedarf vieler Menschen steige, werde es zunehmend schwieriger, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Gleichzeitig nehme der bürokratische Aufwand stetig zu und binde wertvolle Zeit, die für die Betreuung der Menschen benötigt werde.
Auch die medizinische Versorgung war Thema des Austauschs. Lange Wartezeiten auf Facharzttermine und Engpässe im ambulanten Bereich stellten viele Betroffene vor erhebliche Herausforderungen. Menschen mit Behinderungen oder besonderem Unterstützungsbedarf seien besonders auf eine verlässliche und zeitnahe medizinische Betreuung angewiesen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Digitalisierung. Moderne digitale Lösungen könnten Mitarbeitende entlasten und Prozesse vereinfachen. Voraussetzung sei jedoch, dass diese praxisnah gestaltet werden und nicht zu zusätzlicher Bürokratie führen. Der persönliche Kontakt und die individuelle Betreuung müssten weiterhin im Mittelpunkt stehen.
Prof. Dr. Reza Asghari betonte die hohe gesellschaftliche Bedeutung von Einrichtungen wie der Evangelischen Stiftung Neuerkerode. Sie ermöglichten Menschen mit Unterstützungsbedarf Teilhabe, Selbstbestimmung und ein würdevolles Leben. Der Besuch machte deutlich, dass neben einer besseren Fachkräftesicherung insbesondere der Abbau bürokratischer Belastungen und eine praxistaugliche Digitalisierung entscheidend sind, um die soziale Versorgung langfristig zu sichern.
Bildunterschrift von links nach recht: Herr Marco Kelb, Samtgemeindebürgermeister, Marcus Eckhoff, Geschäftsführer Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH, Holger Denecke, Sprecher der Neuerkeröder Bürgervertretung, Prof. Dr. Reza Asghari, MdB


