Besuchergruppe um Daniela Cavallo überbringt Spendenscheck über 15.000 Euro. Die neue Übungsküche findet viel Zustimmung.
Königslutter. Der Volkswagen-Konzern mag sich derzeit in turbulentem Fahrwasser bewegen – der Spendenbereitschaft seiner Belegschaft tut das keinen Abbruch. Zu einer Scheckübergabe trafen jetzt Vertreterinnen des Vereins Axon (e.V. zur Förderung seelischer Gesundheit) sowie der Lavie Reha gGmbH in Königslutter mit einem Trio aus dem Hause Volkswagen zusammen. Dabei ging es um 15.000 Euro, die allerdings schon ausgegeben worden sind.
„Das Geld floss in eine Übungsküche, die wir dringend benötigt haben“, erläuterte Lavie-Geschäftsführerin Corinna Wollenhaupt. Sie und Andrea Schwetje, die Vorsitzende des Trägervereins Axon, führten die Gäste durchs Haus und erläuterten Hintergrund und Zweck der Einrichtung. So werden an den drei Standorten Königslutter, Wolfsburg und Braunschweig mittlerweile 250 Rehabilitanden betreut, durchweg Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. „Dabei geht es um Reha und Berufsvorbereitung auf verschiedenen Gebieten.“
Gerade der Bereich Hauswirtschaft&Gastronomie haderte zuletzt mit der Tatsache, dass die in Königslutter vorhandene Großküche mit dem Tagesgeschäft ziemlich ausgelastet ist. „Wir bereiten täglich 130 interne Essen zu“, sagte Küchenchef Andreas Pape. „Dazu kommen noch zahlreiche Speisen, die außer Haus gehen.“ Die Mitarbeit der Auzubis und Reha-Teilnehmenden auch in diesem Workflow sei wichtig, „denn sie sollen ja nicht in einer Blase arbeiten“. Und Corinna Wollenhaupt ergänzte: „Gerade die Verselbständigung, also der Schritt hin oder gar zurück ins Arbeitsleben, gelingt immer dann gut, wenn die Anforderungen Stück für Stück angepasst werden.“
Gleichwohl müsse es auch geschützte Bereiche geben, in denen sich der junge Mensch ohne Druck entwickeln könne. „Ein solcher Bereich ist jetzt unsere Übungsküche.“ Küchenchef Pape und Mitarbeiterin Laura Apostel zeigten gleich mal, wie barrierearm und hilfreich der Raum eingerichtet wurde. Zum Beispiel lässt sich die Arbeitsfläche automatisch und stufenlos in der Höhe verstellen – gerade für besonders kleine und besonders große Menschen eine Wohltat. „Wir haben bei der Sanierung des Raumes auch gleich Beleuchtung und Elektrik auf den aktuellen Stand gebracht“, berichtete Andreas Pape. „Hier sind wir jetzt für die nächsten 25 Jahre auf der sicheren Seite.“
Auch über die kleinen Häppchen, die es anschließend zum Glas alkoholfreien Sekt für alle Beteiligten gab, ließ sich einiges erzählen. „Wie in unserem gesamten Speiseplan, so haben wir auch hier alles selbstgemacht“, erläuterte der Chefkoch. Ein üblicher Großküchen-Einkauf verbiete sich bei der Lavie-Reha: „Viele unserer Gäste nehmen ja die unterschiedlichsten Medikamente. Das würde mit den Speisen kollidieren, wenn wir da gedankenlos irgendwas mit Zusatzstoffen einkaufen würden.“
Daniela Cavallo, bei Volkswagen Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrates, zeigte sich beeindruckt von der Einrichtung und ihrem Portfolio. Vor allem als sie hörte, dass Lavie Reha nahezu einmalig ist in Deutschland – es gibt nur zwei weitere Angebote dieser Art. „Es ist schön zu sehen, wo die Spenden hingehen und wie sinnvoll sie dort eingesetzt werden“, sagte die Wolfsburgerin. Zudem habe ihr Besuch auch einen Multiplikator-Effekt: „Zurück im Werk, sprechen wir natürlich darüber. Denn die Belegschaft will immer Details wissen.“ Gleichzeitig wies sie auf die wichtige Rolle des Konzerns bei den jährlichen Spendenaktionen hin: „Man darf nicht vergessen, dass der Personalbereich stets Geld dazu gibt.“
Andrea Schwetje freute sich sehr über die enge Beziehung, die zwischen Axon und der Belegschaft in den vergangenen Jahren gewachsen ist. „Doch diese regelmäßigen Spenden sorgen auch in der Bevölkerung für einen überaus positiven Widerhall“, betonte sie. Das VW-Trio ermunterte die Gastgeberinnen, auch künftig weitere Anträge zu stellen. Und sie waren sich mit Corinna Wollenhaupt einig: „Schöne Räume wie dieser hier werden dafür sorgen, das Interesse der Rehabilitanden auch für Bereiche zu stärken, die bisher nicht so stark nachgefragt sich wie IT oder Mediengestaltung.“
Fotos: Regio-Press




