VfR Weddel packt an – Politik muss mitziehen

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Rund 1.000 Mitglieder machen den VfR Weddel zu einem der vier größten Sportvereine im Landkreis Wolfenbüttel. Nur der MTV Wolfenbüttel, der Wolfenbütteler Schwimmverein und der TSV Sickte zählen noch mehr Mitglieder. Doch der VfR ruht sich auf seiner Größe nicht aus: Der Verein entwickelt sich stetig weiter und verbindet neue Angebote mit seinen traditionellen Sparten.

Von dem vielfältigen Sportprogramm und den Gegebenheiten auf der Anlage an der Ahornallee überzeugten sich SPD-Landratskandidat Martin Albinus und Bürgermeisterkandidat Jens Drake. Wie viel Leben im VfR Weddel steckt konnten die beiden bei einem Rundgang mit dem Vorsitzenden Tassilo Behrendt, der Geschäftsführerin Marion Helmke und Ortsratsmitglied Malte Scheffler bestaunen: während auf dem Fußballplätzen trainiert wurde, die Boule-Felder bespielt waren, sich im Freien im Kampfsport geübt wurde, Kinder über die Anlage tobten und sich Familienväter zum Wikinger-Schach trafen, hatte auch der Kiosk „AhornEck“ als Anlaufpunkt geöffnet um Kaffee, kühle Getränke und ein leckeres Eis zu bekommen. Kurz gesagt: es war richtig was los auf der Anlage.

Mit dem Wachstum des Vereins stoßen allerdings auch die vorhandenen Strukturen zunehmend an ihre Grenzen. Besonders deutlich wird das am Wochenende, wenn beispielsweise eine junge Frau als Schiedsrichterin oder Assistentin eingesetzt wird – eine Entwicklung, die der Verein ausdrücklich begrüßt. Mit nur vier Umkleiden wird die Organisation dann schnell zur logistischen Herausforderung. In der Gymnastikhalle fehlen zudem sanitäre Anlagen, während die Tennisplätze dringend saniert werden müssen. Für den Vorstand geht es deshalb nicht allein um einzelne Bau- oder Sanierungsmaßnahmen. Gewünscht wird vielmehr ein übergreifender Blick auf die Sportinfrastruktur der Gemeinde, der auch energetische Sanierungen berücksichtigt. „Ein erster Schritt wäre der regelmäßige Austausch mit den Sportvereinen an einem „runden Tisch“, die gemeinsame Ermittlung von Bedarfen und die Ableitung von Maßnahmen. So kann mittelfristig ein kommunaler Sportentwicklungsplan entstehen“, beschreibt Jens Drake.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der bürokratische Aufwand, mit dem sich Ehrenamtliche des Vereins stundenlang beschäftigen müssen. „Wir haben einen Verein kennengelernt, der selbst mächtig was bewegen will – und wir wollen dafür sorgen, dass Politik und Verwaltung ihn dabei nicht ausbremsen“, resümiert Jens Drake, der selber bereits als Spartenleiter und stellvertretender Vorsitzender beim TuS Cremlingen engagiert war und die Belange der Sportvereine bestens versteht. Auch die Erreichbarkeit der Verwaltung ist ihm dabei wichtig: „Nicht jedes Anliegen kann sofort gelöst werden. Aber jedes Anliegen verdient eine Antwort.“

Die Verantwortlichen haben ganz klare Vorstellungen für den Verein. Dabei wartet der Verein nicht darauf, dass andere die Probleme lösen: Der Vorsitzende Behrendt treibt die Digitalisierung des Vereins selbst voran und bringt dafür auch berufliches Know-how ein. Weitere Lösungen liegen auf der Hand. Manchmal geht es dabei auch um pragmatische Ansätze im Kleinen: Ein Rasenmähroboter könnte beispielsweise die regelmäßige Platzpflege übernehmen, die Grünflächenqualität verbessern und gleichzeitig ehrenamtliche Helfer sowie den Bauhof entlasten. Auch die Idee eines Kunstrasenplatzes wurde angesprochen. Er könnte den Trainingsbetrieb deutlich unabhängiger von Witterung machen und damit angesichts der wachsenden Mannschaftszahlen zusätzliche Kapazitäten schaffen.

„Wirklich bemerkenswert, was hier beim VfR Weddel geleistet wird. Von einem starken Sportverein profitieren nicht nur seine Mitglieder. Er hält Menschen zusammen, schafft Begegnungen und gibt Kindern und Jugendlichen einen Ort, an dem sie Gemeinschaft erleben und wichtige Werte lernen.“, stellt Landratskandidat Martin Albinus heraus. Die Situation des VfR zeigt auch: Gute Rahmenbedingungen für Sport und Ehrenamt entstehen nicht auf einer politischen Ebene allein. Gemeinde und Landkreis haben unterschiedliche Zuständigkeiten und Möglichkeiten – umso wichtiger ist, dass sie sich ergänzen und gemeinsam mit den Vereinen nach Lösungen suchen.