Pressemeldung
MIT und CDU diskutieren mit Wirtschaft und Kommunalpolitik über Bürokratieabbau, Digitalisierung und mehr kommunale Eigenverantwortung
Wolfenbüttel, 27. August 2026 – Weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und mehr Gestaltungsspielraum für Städte und Gemeinden: Darüber diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Wolfenbüttel und des CDU-Kreisverbandes Wolfenbüttel in der Bowling Base Wolfenbüttel.
Im Mittelpunkt standen konkrete Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen, die Digitalisierung voranzutreiben und den Kommunen mehr Eigenverantwortung zu ermöglichen.
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Steffen Maschke, Vorsitzender der MIT Wolfenbüttel, und Holger Bormann, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Wolfenbüttel.
Gastgeber Heiko Küppers schilderte anhand eigener Erfahrungen die Herausforderungen, vor denen Unternehmen durch bürokratische Vorgaben und aufwendige Verfahren stehen. Seine Schilderungen lieferten wichtige Impulse für die anschließende Diskussion.
Auch die CDU-Bürgermeisterkandidatin für Wolfenbüttel, Kerstin Glier, brachte sich mit einem Impuls in die Diskussion ein. Sie verwies zunächst auf die Bedeutung des Erhalts des Krankenhauses für Wolfenbüttel und die gesamte Region. Mit Blick auf die Arbeit der Stadtverwaltung stellte sie anschließend die Frage in den Mittelpunkt, wie Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam bürokratische Hürden abbauen und Entscheidungsprozesse beschleunigen können.
„Wir brauchen die Impulse aus der Wirtschaft, wenn wir Bürokratie im Rathaus tatsächlich abbauen wollen. Die Unternehmen erleben jeden Tag, wo Prozesse unnötig kompliziert sind und wo Entscheidungen schneller getroffen werden könnten“, machte Glier deutlich.
Daran knüpfte die anschließende Diskussion an. CDU-Landratskandidat Tobias Thurau stellte insbesondere die Eigenverantwortung der Kommunen in den Mittelpunkt.
„Starke Kommunen brauchen weniger Bürokratie und mehr Entscheidungsfreiheit. Wir müssen den Menschen vor Ort wieder mehr zutrauen und ihnen die Möglichkeit geben, eigenverantwortlich Lösungen für ihre Kommune zu entwickeln“, erklärte Thurau.
Eine moderne und praxistaugliche Digitalisierung sei dabei ein wichtiger Schlüssel. Digitale Prozesse dürften nicht nur eingeführt werden, sondern müssten den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung im Alltag tatsächlich Vorteile bringen und Arbeit abnehmen.
Konkrete Vorschläge aus Verwaltung und Wirtschaft ausdrücklich erwünscht
CDU-Kreisvorsitzender Holger Bormann und MIT-Vorsitzender Steffen Maschke machten deutlich, dass Bürokratieabbau nicht allein von außen gedacht werden dürfe. Vielmehr müssten auch die Erfahrungen und Vorschläge der Beschäftigten in den Verwaltungen stärker einbezogen werden.
„Wir wollen, dass konkrete Dinge benannt werden. Und wir wollen ausdrücklich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus mitnehmen. Sie kennen ihre täglichen Abläufe am besten und wissen, an welchen Stellen Prozesse einfacher, schneller und digitaler gestaltet werden können“, erklärte Bormann.
Maschke ergänzte: „Bürokratieabbau funktioniert nur gemeinsam. Wir erwarten deshalb nicht nur Vorschläge aus der Wirtschaft, sondern ausdrücklich auch aus dem Rathaus selbst. Dort arbeiten viele engagierte Menschen, die ihre Prozesse verbessern wollen und können. Gerade bei der Digitalisierung gibt es noch erhebliche Möglichkeiten, Abläufe zu vereinfachen.“
Auch Tobias Thurau unterstrich, dass eine gute Verwaltung aus seiner Sicht vor allem vom direkten Austausch mit den Beschäftigten profitiere. Sollte er zum Landrat gewählt werden, wolle er deshalb insbesondere zu Beginn seiner Amtszeit das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung suchen.
„Sie kennen die Abläufe aus der täglichen Praxis. Sie wissen, was gut funktioniert und wo Veränderungen notwendig sind. Dieses Wissen müssen wir nutzen, wenn wir Verwaltung besser und effizienter machen wollen“, so Thurau. Dabei verwies er auch auf konkrete Beispiele aus seiner rund zwanzigjährigen Tätigkeit innerhalb einer Kreisverwaltung und betonte, wie wichtig ihm der direkte Austausch mit den Beschäftigten und deren Erfahrungen aus dem Verwaltungsalltag sei.
Auch aus der Wirtschaft kamen deutliche Signale. Dirk Tesch, Geschäftsführer des Möbelhofs Adersheim, schilderte die Belastungen durch zunehmende bürokratische Anforderungen aus unternehmerischer Sicht.
„Wir erleben im täglichen Geschäft, wie viel Zeit durch bürokratische Vorgaben und komplizierte Prozesse gebunden wird. Diese Zeit fehlt dann an anderer Stelle – etwa für Kunden, Mitarbeiter oder die Weiterentwicklung des Unternehmens“, erklärte Tesch.
Für Holger Bormann zeigte die Diskussion vor allem, dass Politik, Verwaltung und Wirtschaft künftig noch enger zusammenarbeiten müssen.
„Wir wollen nicht nur über Bürokratieabbau sprechen, sondern konkrete Vorschläge aufgreifen und umsetzen. Dazu brauchen wir die Erfahrungen der Wirtschaft genauso wie das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Verwaltungen. Gerade im Bereich der Digitalisierung können wir gemeinsam viel erreichen“, sagte Bormann.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass Kommunen mehr Handlungsspielräume benötigen und Digitalisierung konsequenter zur Vereinfachung von Verwaltungsabläufen genutzt werden muss. Entscheidend sei dabei, diejenigen einzubeziehen, die täglich mit den bestehenden Verfahren arbeiten.


