Neue Dienstgradabzeichen in den Feuerwehren müssen in Cremlingen noch warten

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Die Feuerwehren im Landkreis Wolfenbüttel sollen gemeinsam auf das neue System wechseln. Ein Termin steht bisher nicht fest. In Cremlingen betrifft das rund 400 Mitglieder der Einsatzabteilungen sowie weitere Mitglieder der Altersabteilungen.

Bei den Feuerwehren der Gemeinde bleiben die bisherigen Dienstgradabzeichen vorerst an den Uniformen. Zwar hat Niedersachsen neue Dienstgrade und Schulterstücke eingeführt. Die Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Wolfenbüttel haben sich aber darauf verständigt, gemeinsam umzustellen. Ein Termin steht bis jetzt nicht fest, auch wegen der Kosten. In den Einsatzabteilungen der zehn Cremlinger Ortschaften sind rund 400 Mitglieder ehrenamtlich tätig. Hinzu kommen die Mitglieder der Altersabteilungen, die bei der Umstellung ebenfalls zu berücksichtigen sind.
„Wir haben uns im Landkreis darauf verständigt, gemeinsam umzustellen. Einen Termin gibt es bislang nicht. Die neuen Abzeichen kosten Geld, das eingeplant werden muss. Bis dahin bleibt es bei unseren bisherigen Dienstgraden und Schulterstücken“, sagt Gemeindebrandmeister Marcus Peters.
Die geänderte niedersächsische Feuerwehrverordnung gilt seit dem 11. April 2025. Sie lässt den Kommunen Zeit für den Wechsel. Eine Frist, bis zu der alle Feuerwehren neue Abzeichen oder Uniformen tragen müssen, hat das Land nicht gesetzt. Cremlingens Feuerwehrangehörige dürfen ihre bisherigen Dienstgrade und Abzeichen deshalb weiterführen.
Mit der Umstellung werden einige vertraute Bezeichnungen verschwinden. Aus dem Löschmeister wird ein Brandmeister, aus dem Oberlöschmeister ein Oberbrandmeister und aus dem Hauptlöschmeister ein Hauptbrandmeister. Der bisherige Brandmeister heißt nach der entsprechenden Überleitung Brandinspektor. Die weiblichen Dienstgradbezeichnungen ändern sich entsprechend.
Der Name Brandmeister bezeichnet damit im alten und im neuen System unterschiedliche Stufen. Solange die Feuerwehren zu verschiedenen Zeitpunkten wechseln, lässt sich der Dienstgrad allein anhand des Namens nicht immer eindeutig einordnen. Bei Feuerwehrfrau und Feuerwehrmann bis zur Ersten Hauptfeuerwehrfrau beziehungsweise zum Ersten Hauptfeuerwehrmann bleiben die Bezeichnungen erhalten. Neue Schulterstücke bekommen auch diese Mitglieder.
Optisch sind die neuen Abzeichen an die der niedersächsischen Berufsfeuerwehren angelehnt. Auf dunkelblauem Grund zeigen sie Eichenlaub, Balken und je nach Dienstgrad Sterne. Ein Brandmeister trägt künftig bei der Freiwilligen Feuerwehr ebenso wie bei der Berufsfeuerwehr zwei silberne Balken und kleines silbernes Eichenlaub. Die Abzeichen der Freiwilligen haben zusätzlich eine schmale rote Umrandung. Die ähnliche Gestaltung stellt die ehrenamtlichen Dienstgrade jedoch nicht mit den beamtenrechtlichen Ämtern der Berufsfeuerwehr gleich.
An Farbe und Größe des Eichenlaubs lassen sich die Dienstgradgruppen unterscheiden. Bei Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern sind die Zeichen rot, bei Brandmeistern und Brandinspektoren silbern. Für die höheren Führungsdienstgrade sind goldene Elemente vorgesehen. Die Zeichen werden auf Schulterklappen oder Überziehschlaufen gestickt.
Die Funktionen innerhalb der Feuerwehr bleiben von der Umbenennung unberührt. Ein Ortsbrandmeister bleibt Ortsbrandmeister, auch wenn sein persönlicher Dienstgrad künftig Brandinspektor lautet. Ebenso bleibt die Bezeichnung Gemeindebrandmeister bestehen. Welche Aufgabe jemand im Einsatz übernimmt, hängt von der Ausbildung und der übertragenen Funktion ab. Der Dienstgrad allein berechtigt nicht dazu, anderen Anweisungen zu geben.
Wie viel bereits der Austausch der Abzeichen kosten kann, zeigen Zahlen aus anderen Städten. Nach einem Bericht der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen vom 2. März 2026 zahlte Northeim rund 15.000 € für neue Schulterklappen für 617 aktive Feuerwehrangehörige. In Uslar waren für etwa 600 Aktive zwischen 15.000 und 20.000 € eingeplant. Ein genauer Betrag für Cremlingen lässt sich daraus nicht ableiten. Hier müssen neben den rund 400 Mitgliedern der Einsatzabteilungen auch die Angehörigen der Altersabteilungen bei der Beschaffung eingeplant werden.
Northeims Stadtbrandmeister weist in dem Bericht auch auf die Kosten späterer Beförderungen hin. Bisher habe sich ein weiterer Stern einzeln auf dem vorhandenen Abzeichen ergänzen lassen. Bei den neuen, bestickten Schulterstücken müsse dagegen das ganze Abzeichen ersetzt werden.
Wesentlich teurer wird es, wenn eine Kommune zugleich neue Uniformen kauft. Auch deren Gestaltung hat das Land mit der Feuerwehrverordnung von 2025 geändert. Northeim rechnete laut dem Zeitungsbericht für die vollständige Umstellung mit rund 180.000 €. In Uslar wurden dafür 200.000 bis 250.000 € veranschlagt.
Abzeichen und Uniformen müssen jedoch nicht gleichzeitig gekauft werden. Die neuen Dienstgradabzeichen dürfen auf der bisherigen Dienstkleidung getragen werden. Vorhandene Uniformen können so weiter genutzt werden, auch wenn eine Feuerwehr bereits auf die neuen Dienstgrade gewechselt hat. Wer die neue Dienstkleidung einführt, muss dazu auch die neuen Abzeichen tragen.
In Cremlingen steht zunächst der gemeinsam verabredete Wechsel im Landkreis aus. Bis dahin bleiben die bisherigen Schulterstücke an ihrem Platz.