Nach knapp 20 Jahren Landespolitik: Marcus Bosse wird nicht erneut für den Landtag Kandidieren

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Pressemitteilung   02.10.2026

Nach knapp 20 Jahren Landespolitik: Marcus Bosse wird nicht erneut für den Landtag Kandidieren

Nach knapp zwei Jahrzehnten steht ein personeller Wechsel im Wahlkreis Wolfenbüttel-Süd/Salzgitter bevor: Der SPD-Landtagsabgeordnete und Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, Marcus Bosse wird bei der kommenden Landtagswahl im September 2027 nicht erneut kandidieren. Mit dieser Entscheidung schließt der erfahrene Parlamentarier nach der laufenden Wahlperiode ein prägendes Kapitel seiner politischen Laufbahn ab.

Als immer direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Wolfenbüttel-Süd/Salzgitter übernahm Marcus Bosse im Landesparlament rasch gewichtige Aufgaben. Über viele Jahre hinweg profilierte er sich als atompolitischer- und später umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. In dieser Funktion gestaltete er maßgeblich die parlamentarische Arbeit im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz mit, dem er während der gesamten Dauer seiner Landtagstätigkeit angehörte.

Heimatverbundenheit war für den 61-jährigen Vater von zwei erwachsenen Töchtern und Großvater von zwei Enkelkindern immer wichtig. Bevor er am 27. Januar 2008 erstmals direkt in den Niedersächsischen Landtag gewählt wurde, war er seit 1991 Mitglied im Rat seiner Heimatstadt Schöppenstedt. Fünf Jahre später, im Jahr 1996, wurde er zudem in den Kreistag des Landkreises Wolfenbüttel gewählt. Dort war er zehn Jahre Fraktionsvorsitzender und ist noch heute als stellvertretender Fraktionsvorsitzender tätig. Auch auf regionaler Ebene ist er tief verankert – unter anderem als langjähriger Vorsitzender der SPD-Fraktion im Regionalverband Großraum Braunschweig. Von 2009 bis 2023 führte er zudem als Vorsitzender den SPD-Unterbezirk Wolfenbüttel an.

Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit war sein unermüdlicher Einsatz rund um das Bergwerk Asse II. Bosse brachte den Widerstand der hiesigen Bevölkerung in die parlamentarischen Beratungen ein und agierte als Schnittstelle zwischen dem Landkreis und dem Land Niedersachsen. Er war einer der Initiatoren des Untersuchungsausschusses Asse II.

Von Februar 2013 bis November 2022 gestaltete er als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion die Politik der niedersächsischen Sozialdemokratie im Land mit. Im November 2022 wählte der Landtag ihn schließlich zum Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, ein hohes staatsmännisches repräsentatives Amt, in dem er überparteiliches Ansehen genießt.

Ein Markenzeichen von Marcus Bosses Politik war stets sein Einsatz für eine verlässliche Vernetzung zwischen der Landespolitik in Hannover und den Ortschaften in seinem Wahlkreis. Dank seiner jahrzehntelangen kommunalpolitischen Erfahrung wusste er stets genau, wo im ländlichen und städtischen Raum der Schuh drückt. Er verstand es, die Anliegen der Menschen aus der Region direkt in die Landesgesetzgebung zu tragen und die Interessen der Kommunen im Landtag wirksam zu vertreten.

Wenn Marcus Bosse auf die vergangenen Jahre im Landesparlament zurückblickt, dominieren Dankbarkeit und positive Erinnerungen an eine erfüllte Zeit: „Die Arbeit im Niedersächsischen Landtag hat mir all die Jahre über riesigen Spaß gemacht und macht es noch heute. Diese Aufgabe hat mein Leben sehr bereichert. Ich habe das große Glück, mein Hobby zu meinem Beruf gemacht zu haben. Dafür bin ich sehr dankbar. Es ist mir eine große Ehre, die Geschicke unseres Landes und vor allem meiner Heimatregion aktiv mitzugestalten. Mein allergrößter Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern für das große Vertrauen, das sie mir bei den Landtagswahlen durch ihre Stimmen und in den vielen persönlichen Begegnungen entgegengebracht haben. Ohne diesen starken, kontinuierlichen Rückhalt vor Ort wäre dieser politische Weg niemals möglich gewesen.“

Mit seinem Entschluss, bei der kommenden Landtagswahl am 26. September nächsten Jahres nicht mehr anzutreten, schafft Bosse bewusst Raum für einen Generationswechsel. Der politischen Arbeit und seiner geliebten Region bleibt er über seine kommunalen Mandate erhalten, denen er sich auch in Zukunft mit ganzer Kraft widmen wird.

Jan Schröder, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Wolfenbüttel: „Im Namen des gesamten SPD-Unterbezirks Wolfenbüttel danke ich Marcus Bosse von ganzem Herzen für seine jahrelange, engagierte und äußerst erfolgreiche Arbeit im Niedersächsischen Landtag. Er hat sich stets mit ganzer Kraft und großem Herzblut für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in seinem Wahlkreis starkgemacht. Für seine Entscheidung, bei der nächsten Landtagswahl nicht erneut zu kandidieren, haben wir selbstverständlich Respekt. Gleichzeitig blicken wir optimistisch nach vorn: Ich bin sehr zuversichtlich, dass die SPD einen starken und aussichtsreichen Kandidaten oder eine ebenso starke Kandidatin nominieren wird, um diesen Wahlkreis im kommenden Jahr erneut direkt zu gewinnen und unsere erfolgreiche Arbeit fortzuführen.“

Tobias Bey, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Salzgitter: „Marcus Bosse hatte immer ein offenes Ohr für die Menschen. Für ihn spielte es nie eine Rolle, welchen Hintergrund jemand hat oder woher jemand kam – wenn er helfen konnte, hat er geholfen. Genau diese Bodenständigkeit und Nähe zu den Menschen haben ihn für mich über viele Jahre ausgezeichnet und sollten Vorbildcharakter für jeden Politiker sein. Jetzt bleibt nur „Danke“ zu sagen für seinen Einsatz in den vielen Jahren.“