KORRIGIERTER PRESSEARTIKEL (inhaltlich richtiggestellt) – Bericht über die Situation am Bunker in Schandelah

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Pressemitteilung – Wilfried Ottersberg:

Hinweise auf problematische Nutzung eines historischen Bahnrelikts in Schandelah

Schandelah. Aus der Bürgerschaft sind Hinweise zur Situation rund um den Bereich eines ehemaligen Lagerbahntunnels – im Ort oft „Bunker“ genannt – nahe der Straße Neue Reihe eingegangen. Der Ort besitzt eine besondere historische Bedeutung.

Der Tunnel wurde im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme errichtet und steht in engem Zusammenhang mit der historischen Infrastruktur, die während der NS‑Zeit im Umfeld des Ortes entstand.

Historisch belegt ist, dass im Bereich der heutigen Teiche Eisenerz abgebaut wurde. Ein großer Bagger lud das Material auf kleine Loren, die auf Schienen durch zum Tunnel gefahren wurden. Dort erfolgte das Umladen auf größere Waggons, die anschließend über die Bahnstrecke weitertransportiert wurden. Diese industrielle Nutzung prägte das Gelände über viele Jahre.

Parallel dazu existierten im Umfeld Schandelahs eine Bahnverbindung, die im Zusammenhang mit dem Außenlager des KZ Neuengamme Schandelah Wohld standen. Diese historischen Bezüge verleihen dem Ort eine besondere Sensibilität.

Aktuelle Entwicklungen geben Anlass zur Sorge

Seit längerer Zeit wird der Bereich um den ehemaligen Tunnel als Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt. Zuletzt wurde beobachtet, dass der Zugang offensteht und sich im Inneren Beschädigungen, Müll und Spuren eines Brandereignisses befinden.

Besonders besorgniserregend ist das Auftauchen von Aufklebern mit verfassungsfeindlichen und extremistischen Inhalten. Damit entsteht der Eindruck, dass ein historisch belasteter Ort von einzelnen Gruppen in problematischer Weise genutzt oder vereinnahmt wird.

Bereits in der Vergangenheit kam es zu einem Feuerwehreinsatz. Die Polizei stellte damals unter anderem ein gestohlenes Ortseingangsschild sicher.

Politische Beratung und Forderungen aus der Bürgerschaft

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates Schandelah wurde die Problematik „Treffpunkt im Bunker“ ausführlich diskutiert. Der Ortsbürgermeister hat die Gemeinde Cremlingen über die aktuellen Entwicklungen informiert.

Aus Bürgerschaft und Ortsrat werden nun folgende Maßnahmen gefordert:

  • Sicherung des Geländes, um unbefugtes Betreten zu verhindern
  • Beseitigung von Müll, Schäden und Brandresten
  • Entfernung extremistischer Inhalte
  • Prüfung einer Einbindung der zuständigen Sicherheitsbehörden

Viele Bürgerinnen und Bürger betonen, dass ein Ort, der – direkt oder indirekt – mit der Geschichte von Zwangsarbeit, Leid und industrieller Nutzung verbunden ist, nicht zum Schauplatz respektloser oder extremistischer Aktivitäten werden darf.

Schandelah steht für ein respektvolles Miteinander und einen bewussten Umgang mit seiner Geschichte.

Bildunterschrift: Von links: Hendrik Langediers, Jörg Lüllmann, Anne und Frida Stolze, Beate und Hannah Bauschke sowie Arne und Carl Lüer
Rechts oben: Müll rund um den Tunnel
Rechts unten: der zugemauerte Tunnel („Bunker“)