Die Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Wolfenbüttel hatte in Kooperation mit dem Bündnis 8.März und der Stadtbibliothek zu einer Autorinnen-Lesung eingeladen. Die Bestsellerautorin Anne Dittmann las in der in der Stadtbibliothek Wolfenbüttel aus Ihrem Sachbuch „Jungs von heute, Männer von morgen – Was unsere Söhne für eine gleichberechtigte Zukunft von uns brauchen“.
Rund vierzig Personen sind der Einladung gefolgt, um sich anzuhören, wie sie mit ihren Söhnen, Kindern oder Enkeln über Gefühle sprechen können, übers Weinen, über Sex und über Konsens – und zwar ohne dass es peinlich wird. Ja, auch, wie man mit Enkelkindern sprechen kann, denn ein Teil des Publikums befand sich bereits im Großelternalter.
Wie die Herausforderung, glückliche Jungs zu erziehen gelingen kann, und wie die großen Fragen unserer Gegenwart auf das konkrete Familienleben heruntergebrochen werden können, auf all das ging Anne Dittmann im Dialog mit dem Publikum ein: Welche Rollenbilder prägen Jungs und welche können wir ihnen zeigen? Wie erziehen wir zu Empathie, Respekt und Fürsorge?
Auch auf die Fragen der Anwesenden konnte sie kompetente Antworten geben und warnte vor der so genannten „Pseudoresilienz“. Viele Jungs von heute wirken scheinbar stabil, haben aber lediglich gelernt, Gefühle zu kaschieren. Sie halten durch, reißen sich zusammen und vermeiden es Schwäche zu zeigen, weil sie als Blamage verstanden wird. Erwachsene verwechseln diese „Coolness“ gern mit Reife oder Selbstsicherheit und erkennen dies nicht als Hilfesignal und als Zeichen von Verunsicherung.
Der große Redebedarf über dieses Thema zeigte sich auch im Anschluss an die Lesung, als etliche Teilnehmende sich noch mit persönlichen Fragen an die Autorin wandten.
„Es war ein gelungener Abend mit viel Informationen“ wie eine Teilnehmerin abschließend feststellte, und ein Muss für alle Menschen, die Männer von morgen mutig begleiten wollen.
Bildunterschrift: Autorin Anne Dittmann signierte nach Ihrer Lesung Bücher. Foto: Landkreis Wolfenbüttel


