Höchste Auszeichnung der Landsmannschaft Schlesien: Schlesierschild für Monika Taubitz und Prof. Dr. Edward Białek

63

Pressemeldung

Die Landsmannschaft Schlesien hat die Schriftstellerin Monika Taubitz und den Breslauer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Edward Białek mit dem Schlesierschild ausgezeichnet. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie während des Heimattags in Wolfenbüttel würdigte der Bundesvorsitzende Stephan Rauhut gemeinsam mit Laudator Dirk Metzig die herausragenden Verdienste beider Persönlichkeiten um das schlesische Kulturerbe, die Literatur und die grenzüberschreitende Verständigung.

Eine exklusive Würdigung

Der Schlesierschild stellt die höchste Ehrung der Landsmannschaft dar und ist auf maximal 30 lebende Träger begrenzt. In der Vergangenheit wurde diese Auszeichnung historischen Persönlichkeiten wie Otto von Habsburg zuteil. Stephan Rauhut betonte bei der Übergabe die Bedeutung gewachsener Partnerschaften und die Wichtigkeit der interkulturellen Aufarbeitung für eine lebendige und friedliche Erinnerungskultur. Die Ehrung der beiden Kulturschaffenden unterstreicht die verbindende Kraft der Literatur über nationale Grenzen hinweg.

Monika Taubitz – Literarische Brückenbauerin

Die 1937 in Breslau geborene Schriftstellerin Monika Taubitz verbrachte ihre frühen Kindheitsjahre in Markt Bohrau und Eisersdorf in der Grafschaft Glatz, bevor sie infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen musste. Nach einem Lehramtsstudium und einer erfüllten beruflichen Laufbahn als Pädagogin in Baden-Württemberg am Bodensee widmete sie sich intensiv der Schriftstellerei. Mit über 30 publizierten Werken, darunter Lyrik und Prosa, hat sie die Geschichte, den Verlust und die Kultur Schlesiens tiefgreifend literarisch verarbeitet. Ihr Roman „Durch Lücken im Zaun“ sowie zahlreiche Gedichte wurden ins Polnische übersetzt und machen ihr Werk einem breiten, internationalen Publikum zugänglich. Taubitz, die über lange Zeit den renommierten Wangener Kreis prägte, wurde für ihr Schaffen bereits mit dem Eichendorff-Literaturpreis, dem Andreas-Gryphius-Preis sowie der Ehrenmedaille der Stadt Breslau ausgezeichnet.

Prof. Dr. Edward Białek – Bewahrer des literarischen Erbes

Als Professor am Institut für Germanistik der Universität Breslau hat sich Prof. Dr. Edward Białek über Jahrzehnte hinweg der Erforschung und Verbreitung der deutschen und schlesischen Literatur verschrieben. Seit den 1970er Jahren ist er seiner Alma Mater verbunden und hat maßgeblich zur Förderung junger Germanisten sowie zur deutsch-polnischen Wissenschaftskooperation beigetragen. Ein besonderer Verdienst Białeks liegt in seiner Übersetzungstätigkeit: Er bereicherte den polnischen Buchmarkt unter anderem mit der Übertragung von rund 700 schlesischen Gedichten. Seine Forschungsarbeiten zu Autoren wie Gerhart Hauptmann und Andreas Gryphius sowie seine langjährige Tätigkeit als Herausgeber literarischer Publikationen wie „Silesia Nova“ machen ihn zu einem zentralen Akteur des kulturellen Dialogs. Für seine wissenschaftliche und kulturelle Arbeit ist er unter anderem mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst prämiert worden.

Gemeinsames Wirken für Schlesien

Laudator Dirk Metzig hob in seiner Ansprache die tiefe Verbundenheit beider Preisträger hervor. Obwohl Taubitz im Südwesten Deutschlands und Białek im Zentrum der historischen Heimatprovinz wirken, vereint sie das gemeinsame Engagement für die schlesische Literatur. Die doppelte Verleihung an diesem Tag symbolisiert die enge Partnerschaft und tiefe Freundschaft zwischen deutschen und polnischen Kulturschaffenden, die das Erbe Schlesiens gemeinsam bewahren und in die Zukunft tragen.