Medizin im Wandel: Große Resonanz auf Vortragsabend zur geschlechtersensiblen Medizin
Die Fachgruppe Frauengesundheit im sozialpsychiatrischen Verbund des Landkreises Wolfenbüttel informierte im Ratssaal der Stadt über die feinen, aber lebenswichtigen Unterschiede in der medizinischen Behandlung von Frauen und Männern.
Gleiche Symptome, aber eine andere Diagnose? Dass biologische und psychosoziale Faktoren einen entscheidenden Einfluss auf Krankheitsrisiken, Symptome und Therapien haben, stand im Mittelpunkt eines gut besuchten Vortrags- und Austauschabends im Wolfenbütteler Ratssaal. Über 50 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Fachgruppe Frauengesundheit im sozialpsychiatrischen Verbund des Landkreises Wolfenbüttel und brachten sich aktiv in die anschließende Fachdiskussion ein.
In der Fachgruppe arbeiten Vertreterinnen des AWO-Frauenschutzhauses, der evangelischen Familienbildungsstätte, des AWO-Familienberatungszentrums, von pro familia, der Diakonie-Sozialberatung, der Lukas-Werk-Fachambulanz sowie die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Wolfenbüttel eng zusammen.
Ein Plädoyer für ein notwendiges Umdenken
Heidrun Ripke, Leiterin der evangelischen Familienbildungsstätte, begrüßte die Anwesenden und stellte die engagierten Mitglieder der Fachgruppe vor. Im Anschluss führte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Simone Reese kurz in das Thema ein und stellte dabei wichtige Bezüge zur lokalen Situation her.
Den inhaltlichen Schwerpunkt des Abends bildete der mitreißende Vortrag von Awa Naghipour. Die Ärztin lehrt am Lehrstuhl für geschlechtersensible Medizin an der Universität Bielefeld und ist Mitgründerin des Vereins „Feministische Medizin e. V.“. Mit fundierter Fachexpertise plädierte sie eindringlich für ein grundlegendes medizinisches Umdenken. Ziel müsse eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Menschen sein. Anschaulich legte Naghipour dar, wie stark das biologische und das psychosoziale Geschlecht den Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit von Therapien beeinflussen – Aspekte, die in der klassischen medizinischen Forschung und Praxis noch immer zu selten berücksichtigt werden.
Lebhafte Diskussion und positiver Ausblick
Wie präsent das Thema im Alltag ist, zeigte die anschließende Diskussionsrunde. Viele Gäste brachten wertvolle Erfahrungen aus der eigenen Beratungspraxis sowie persönliche Erlebnisse ein, welche die Thesen der Referentin untermauerten.
Bei einem gesunden Snack-Büffet, das von den Mitgliedern der Fachgruppe Frauengesundheit liebevoll zubereitet worden war, klang der Abend mit intensiven Gesprächen aus. Aufgrund des großen Erfolgs und der spürbaren Relevanz des Themas war sich das Organisationsteam schnell einig: Auch für das Jahr 2027 ist wieder eine Fachtagung zu einem aktuellen Thema der Frauengesundheit geplant.
Fotos: Fachgruppe Frauengesundheit im Sozialpsychiatrischen Verbund des Lkrs. WF –



