Gegen das Vergessen: Bronzerelief für Hans Tepelmann

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Spendenaufruf für Mahnmal am Schloss Wendhausen

Er lebte mitten unter uns, in unserer Nachbarschaft – und plötzlich war er weg. Das Schicksal von Hans Tepelmann aus Wendhausen blieb lange ein dunkles Geheimnis. Heute wissen wir: Hans wurde 1941 ein Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Ein Mensch aus unserer Mitte, dessen Leben ausgelöscht wurde, weil es für die Nationalsozialisten als „unwert“ galt.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Pfarrer Wendhausens, Thomas Capelle und Uwe Otte aus Lehre, der engagiert seit Jahrzehnten an die Verbrechen der Nazis erinnert, will die Gemeinde Lehre nun das Erinnern an Hans Tepelmann am Wasserschloss in Wendhausen sichtbar machen an dem Ort, an dem er gelebt hat. „Sein Name auf einer Tafel ist Erinnern, aber auch das Versprechen, dass wir die Augen vor Extremismus nicht verschließen“, so Andreas Busch, Bürgermeister der Gemeinde Lehre.

Um dieses Projekt zu realisieren, wird finanzielle Unterstützung benötigt. Die Gemeinde Lehre sucht Spenderinnen und Spender, die ein Zeichen für Menschlichkeit und gegen das Vergessen setzen wollen. Jeder Beitrag hilft, um diesen Ort des Gedenkens zu ermöglichen. Dafür reichte eine kurze Nachricht an die E-Mail-Adresse: erinnern@gemeinde-lehre.de.

Der Bildhauer Denis Stuart Rose wird die Tafel gestalten. Er selbst hat auch einen Bezug zum Wasserschloss. So stellt er im Schlosspark sein Kunstwerk „In sieben Tagen schuf Gott die Welt“ aus, das beeindruckend, aber auch bedrückend das Verhältnis von Macht und Missbrauch darstellt.

Mit dem Relief soll die Erinnerung an Hans Tepelmann lebendig gehalten werden. Das Mahnmal, das im Eingangsbereich des Schlosses Wendhausen installiert werden soll, fordert uns auf, sich allen menschenfeindlichen Entwicklungen zu widersetzen. Wir freuen uns über jede Spende, um mit dem Relief ein deutliches Zeichen zum Schutz der Menschenwürde und gegen den wachsenden Rechtsextremismus zu setzen“, betonen Thomas Capelle, Denis Stuart Rose und Uwe Otte.

Foto(Arbeitskreis Andere Geschichte e.V.): Hans Tepelmann aus Wendhausen wurde am 12. Juni 1941 im Vernichtungslager Bernburg ermordet.