Zwölf Personen trafen sich zum ersten C-Dinner in Wolfenbüttel. Am 1. April geht es weiter.
Wolfenbüttel. Ein gemütlicher Abend mit weitreichenden Folgen: So etwa könnte man die Zielsetzung für die Veranstaltungsreihe der C-Dinner beschreiben. Sie bringt Geschäftsführer, Gründer und Geldgeber in zwangloser Runde beim Essen zusammen. Jetzt fand im Ratskeller der Auftakt unter Regie der Wirtschaftsförderung im Landkreis Wolfenbüttel (WiFö) statt.
Zwei vollbesetzte Sechser-Tische ließen einen munteren Abend erwarten. „Mehr dürfen es nicht sein, weil man sich sonst nicht gut austauschen kann“, erklärte Franz Harke. Er ist Initiator der C-Dinner-Idee und rief in Hannover vor exakt einem Jahr den ersten Tisch ins Leben. Seitdem treffen sich dort jede Woche Akteure der Wirtschaft – ebenfalls in kleiner Runde. „Es ist ausdrücklich erwünscht, dass alle nach dem Essen die Plätze wechseln.“
Vor dem Essen gibt es stets ein Impulsreferat. Und so erzählte im Ratskeller Henning Kramer von seiner Geschäftsidee, einer Mischung aus Drohnenflug, verschiedenen Scannern und 3D-Druck. Der Wolfenbütteler freut sich über volle Auftragsbücher, hat den Kaiserdom in Königslutter ebenso gescannt wie die Hauptkirche in Wolfenbüttel. Vor Kurzem vermeldete er sogar den Start einer Projekt-Kooperation mit der Ostfalia.
Zudem hatte Kramer ein kleines Modell des bekannten Gärtnerdenkmals als 3D-Druck mitgebracht. „Vor einiger Zeit entstand der Plan, bei einem Besuch in Wolfenbüttels Partnerstadt Kenosha eine Denkmalkopie mitzunehmen und sie im dortigen Wolfenbüttel-Park aufzustellen.“ Doch es hätte wohl Probleme beim Transport in die USA gegeben. „Am Ende haben wir ein kleineres Modell wie dieses produziert, das nun in einer Vitrine des Rathauses steht.“
Beim C-Dinner machen sich die Gäste durch Kurzvorstellungen von sich und ihrer Firma bekannt, mancher trug auch eine Idee vor, die in Kürze an den Markt soll. So beeindruckte Nina – alle duzten sich, es ging nur um Vornamen – mit ihrer Hashimoto-App. Die Autoimmunerkrankung Hashimoto gilt als unheilbar und vor allem: Rund zehn Prozent der Deutschen gelten als betroffen, Dunkelziffer inklusive.
„Ich bin selbst erkrankt“, erzählte die 27-Jährige freimütig. Ihre App solle künftig Symptome tracken, an Medikamenten-Einnahme erinnern. „Und wir wollen den Menschen ihr selbstbestimmtes Leben zurückgeben.“ Der Prototyp der Applikation stehe, auch ein Mediziner sei an Bord. „Jetzt suchen wir aber einen Geldgeber, denn die Zertifizierung als Medizintool steht an – sowas kostet.“
Zwei Schritte weiter ist schon Lennie Meyn. Der IT-Spezialist gründete vor sieben Jahren seine Firma ,Computerlotse‘ und hat sich am Markt etabliert. Warum nimmt er an einem Abend mit Gründern teil? „Ich habe generelles Interesse an innovativen Ideen“, erklärte er. „Und Verknüpfungspunkte zur IT finden sich immer.“ Durch das C-Dinner sieht er eine Lücke im Wolfenbütteler Angebot geschlossen: „Ich nehme aber auch gern am Unternehmerfrühstück sowie am jährlichen Jungunternehmer-Abend teil.“
Bio-Bäcker Torsten aus Evessen erklärte die Hintergründe seiner Firmengründung, die eigentlich eine Nachfolge war. „Der Betrieb ist schon seit vielen Jahren etabliert.“ Gleichwohl war sehr interessant, auf welch unterschiedlichen Wegen sein Bio-Brot mittlerweile an die Kunden kommt, zum Beispiel durch automatisierte Brot-Stationen. Und: „Vorschläge für neue Standorte solcher Stationen nehme ich gern entgegen.“
Ähnlich bunt ging es weiter, und so war das Resümee von Thomas Löhr (WiFö), der den Tisch leitete, durchweg positiv. „Ich habe einen guten Austausch unter den Gästen erlebt.“ Ihm sei im Vorfeld die interessante Mischung der Firmen und Ideen wichtig gewesen. „Darum kam ein guter Teil auf Einladung, andere kamen über die Homepage dazu.“
Sobald das Format etabliert ist, soll es Kontakte über die Landkreisgrenzen hinweg geben, also zu den Tischen in Braunschweig und Hannover. Und der nächste Termin steht auch schon fest: Am 1. April geht es an noch unbekanntem Ort weiter. Dann hält Udo Borgmann, genialer Tüftler aus Wolfenbüttel, ein Impulsreferat über sein neuestes Steckenpferd. Anmeldungen unter cdinner.de


