Besuch beim Wasserverband Weddel-Lehre: Wasserversorgung bleibt auch künftig gesichert

100

Bürgermeisterkandidat Jens Drake und Harald Koch aus Weddel haben den Wasserverband Weddel-Lehre besucht, um sich über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsprojekte der regionalen Wasserver- und Abwasserentsorgung zu informieren.

Im Gespräch mit Geschäftsführer Ralf Johannes und Verbandsvorsteher Detlef Kaatz wurde deutlich: Die Wasserversorgung im Verbandsgebiet und insbesondere in der Gemeinde Cremlingen ist auch in Zukunft gesichert.

Der Wasserverband Weddel-Lehre versorgt gemeinsam mit dem Wasserverband Elm ein großes Gebiet von Stöckheim bis zur Samtgemeinde Nord-Elm sowie von Hattorf bis zur Samtgemeinde Sickte. Insgesamt werden rund 25.000 Hausanschlüsse betreut. Dafür beschäftigen der Verband 132 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der jährliche Wasserbedarf beider Wasserverbände zusammen liegt bei rund 7,5 Millionen Kubikmetern.

Zu den Gesprächsthemen gehörten die Entwässerung des neuen Gewerbegebiets in Schandelah sowie die Entwicklung des Wasserverbrauchs. Aktuell liegt der Wasserverbrauch etwa zehn Prozent über dem Vorjahreswert zur gleichen Zeit. Gleichzeitig ist die Wasserabgabe derzeit um rund 200 Kubikmeter die Stunde niedriger in den Abendstunden als noch im Jahr 2020.

Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist die Zusammenlegung der Kläranlagen in Lehre und Cremlingen. Die zentrale Kläranlage in Lehre soll umfassend modernisiert werden und unter anderem eine vierte Reinigungsstufe zur Entfernung von Schadstoffen erhalten. Geplant sind außerdem ein Faulturm zur Energiegewinnung, neue Steuerungs- und Belüftungstechnik.

Große Herausforderungen sieht der Wasserverband bei der Entfernung von Mikroplastik und Reifenabrieb aus dem Wasser. Nach Angaben des Verbandes stammen rund 75 Prozent des Mikroplastiks im Wasser aus dem Straßenverkehr. Einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen leistet die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft beim Grundwasserschutz.

Auch die steigenden Baukosten beschäftigen den Verband. Lag der Preis für einen laufenden Meter Tiefbau im Jahr 2013 noch bei rund 325 Euro, werden heute etwa 1.200 Euro fällig. Dennoch bleiben die Wasserpreise in diesem Jahr stabil. Für das kommende Jahr könnten aufgrund notwendiger Investitionen in die Netzstabilität Preissteigerungen von zwei bis drei Prozent erforderlich werden.

Der Wasserverband setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Elm, den Harzwasserwerken und der LSW. „Durch diese Kooperationen können wir auch auf Krisensituationen gut reagieren und sind insgesamt sehr krisensicher aufgestellt“, betonte Verbandsvorsteher Detlef Kaatz.

Beeindruckt zeigten sich Jens Drake und Harald Koch auch von der Ausbildungsarbeit des Verbandes. Ständig sind acht bis zehn Auszubildende in unterschiedlichen Berufen beschäftigt. Zudem verfügt der Verband über eigene Bautrupps und kann viele Tiefbauarbeiten selbst ausführen.

Der Einzug in das im Bau befindliche Logistikgebäude ist für den November geplant.

Abschließend richtete Geschäftsführer Ralf Johannes einen Appell an die Kunden des Wasserverbands: „Wasser ist eine wertvolle Ressource. Deshalb sollten wir alle bewusst und verantwortungsvoll damit umgehen.“

„Der Besuch hat gezeigt, wie viel Fachwissen, Technik und Verantwortung hinter einer sicheren Wasserversorgung stehen. Es ist beruhigend zu wissen, dass unsere Region hier sehr gut aufgestellt ist“, fasste Jens Drake den Austausch zusammen.

Bild: Verbandsvorsteher Detlef Kaatz, Ortsbürgermeister Weddel Harald Koch, Bürgermeisterkandidat Jens Drake und Geschäftsführer Ralf Johannes