Beistand zwischen Glühwein und Bratwurst

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Pressemeldung

Seit 20 Jahren sichern die Malteser den Sanitätsdienst auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt

Braunschweig (mhd). Einer der „Stände“ auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt ist anders: Er versteckt sich, bietet keine Waren an und hat dennoch ein unschlagbares Angebot: die medizinische Erstversorgung im Notfall! Seit 20 Jahren stellen die Braunschweiger Malteser den Sanitätsdienst auf dem Weihnachtsmarkt rund um Dom und Rathaus und sind auch in diesem Jahr wieder dabei.

Im Jahre 2006 hat die Braunschweiger Stadtmarketing GmbH die Malteser erstmals mit dem Sanitätsdienst auf dem Weihnachtsmarkt beauftragt und schenkt dem katholisch geprägten Hilfsdienst seitdem ihr Vertrauen. In diesem Jahr vom 26. November bis zum 29. Dezember werktags von 17 bis 21 Uhr, am Wochenende bereits ab 14 Uhr. Ohne Corona wären die Malteser 2025 zum 20. Mal dabei. Zeit genug, jede Menge Erfahrung zu sammeln.

Um gleich mit einem Klischee aufzuräumen: Es sind nicht Alkoholleichen, die die Besatzung der „mobilen Sanitätsstation“ der Malteser vorrangig beschäftigen – oder höchstens indirekt. „Der warme Alkohol weitet die Gefäße und führt oft zu Kreislaufproblemen“, erklärt Frank Stautmeister, Stadtbeauftragter der Malteser in Braunschweig und selbst ein erfahrener Rettungssanitäter. Schwächeanfälle sind daher der häufigste Einsatzgrund der drei bis fünf Malteser, die an einem normalen Abend die mobile Sanitätsstation besetzen. Ansonsten haben Stautmeister und seine Helferinnen und Helfer in zwei Jahrzehnten schon fast alles erlebt. Und: Es sind nicht nur Besucherinnen und Besucher, die Erste Hilfe benötigen, sondern manchmal auch die Standbetreiber selbst.

Daher hat es seinen Sinn, dass an jedem Marktstand ein Handzettel mit der Telefonnummer der Malteser-Sanitätsstation hängt. So können die Betreiber im Notfall schnell Hilfe herbeiholen – egal ob sie vor oder hinter dem Tresen gebraucht wird. Im vergangenen Jahr haben die Malteser auf dem Weihnachtsmarkt 103-mal Erste Hilfe geleistet. 18-mal mussten Patienten ins Krankenhaus gebracht werden.

Hilfe-Anrufe laufen am Rande des Weihnachtsmarktes in der mobilen Sanitätsstation der Malteser ein – einem doppelachsigen Anhänger von 6,30 Metern Länge und 2,50 Meter Breite, den sich die Malteser der Löwenstadt 2018 gegönnt haben. Dessen maßgeschneiderter Spezialaufbau bietet Platz für zwei Patienten, eine Rampe für Tragen und sogar einen Aufenthaltsraum für die Helfer. LED-Lampen und eine Klimaanlage sorgen für helles Licht und gute Luft zum Arbeiten. Gezogen werden kann der Anhänger von einem VW-Crafter.

Für dieses hochmoderne Gefährt setzten die Malteser damals erhebliche Eigenmittel ein – doch es hat sich gelohnt. „Die Versorgungsqualität für Patienten und die Aufenthaltsqualität für die Besatzung haben sich deutlich verbessert“, erklärt Stautmeister zufrieden: Zuvor fand die Erstversorgung der Patienten in einem umgebauten Wohnwagen statt, war eng und unbequem. Jetzt können die meist jungen Ehrenamtlichen sogar an einem Tisch Platz nehmen und auch in Ruhe essen.

An einem Montagabend im späten Advent versehen die erfahrenen Einsatzsanitäter Leon Krex (24) und Jannis Köhler (20) den abendlichen Dienst. Unterstützt werden sie von dem 17-jährigen Praktikanten Max Heidebroek sowie Ronja Bernhardt (20) und Greta Schrank (19). Die jungen Frauen absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Maltesern und möchten Medizin studieren. Hier auf dem Weihnachtsmarkt könne man dafür „super Erfahrung sammeln“, erklärt Greta Schrank. „Uns wird nie langweilig“, ergänzt Kollegin Ronja Bernhardt und schon klopft es an der Tür: Eine ältere Dame ist gestolpert und benötigt Unterstützung. Nachdem er sie untersucht, Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung gemessen und keine Verletzungen festgestellt hat, entlässt Leon Krex seine kurzzeitige Patientin wieder in den Abend. Ihren Besuch auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt wird diese Dame in guter Erinnerung behalten – auch dank der Malteser!