Andrea Föniger erfragt Prüfungsergebnisse von Asse

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Erst 750 m tief im Schacht – danach Dialog mit Geschäftsführerin Iris Graffunder

Schöppenstedt/Remlingen. Die Bürgermeisterin der Stadt Schöppenstedt, Andrea Föniger, hat sich im Rahmen eines Besuchs im Asse-Schacht II erneut intensiv mit einem der sensibelsten Themen der Region auseinandergesetzt: der Zukunft des ehemaligen Atommülllagers Asse.

Gemeinsam mit dem Vize-Präsidenten des Niedersächsischen Landtags, Marcus Bosse, sowie der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endeinlagerung (BGE), Iris Graffunder, verschaffte sie sich ein eigenes Bild der aktuellen Situation unter Tage. Föniger, die seit sechs Jahren an der Spitze der Stadt Schöppenstedt steht, machte deutlich, dass sie sich bewusst und intensiv mit der Thematik auseinandersetzt.

Der Besuch im Schacht sei für sie kein symbolischer Termin, sondern ein wichtiger Schritt, um Verantwortung aktiv wahrzunehmen. „Für mich steht die Sicherheit der Menschen in unserer Samtgemeinde an erster Stelle. Deshalb ist es mir wichtig, hier nicht nur zuzuhören, sondern genau hinzuschauen und kritisch nachzufragen. Die Menschen haben ein Recht auf Klarheit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit“, betonte Föniger.

Wie sind die Planungen zum Schacht Asse 5? Was sind hier die Gründe für die aktuell benannte Zeitschiene? Aber auch welche Konsequenzen hat es, wenn z.B. Teile der radioaktiven Abfälle in der Schachtanlage Asse II bleiben müssten? Im Austausch mit Iris Graffunder, die über langjährige Erfahrung im Bereich Rückbau kerntechnischer Anlagen und Entsorgung radioaktiver Abfälle verfügt, ging es insbesondere um den aktuellen Stand der Rückholplanung, Sicherheitsfragen sowie die langfristigen Perspektiven für die Region Elm-Asse. Dabei wurde deutlich, wie komplex die technischen und organisatorischen Herausforderungen rund um die Asse weiterhin sind.

Andrea Föniger nutzte eine anschließende Diskussionsrunde zu gezielten Fragen, die alle Bürger der Samtgemeinde Elm-Asse wirklich interessieren. Ihr Anliegen: Transparenz stärken und Vertrauen gewinnen. „Viele Menschen in unserer Region beschäftigt das Thema natürlich zurecht seit Jahren. Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind und offen kommuniziert werden“, so die Bürgermeisterin.

Auch Marcus Bosse unterstrich die Bedeutung des direkten Austauschs vor Ort: „Der Besuch zeige, wie wichtig es ist politische Verantwortung mit konkreten Einblicken zu verbinden. Nur wer direkt vor Ort den Dialog sucht und mit den Entscheidern spricht, kann die Lage realistisch bewerten. Mutmaßungen und Halbwahrheiten sind unangebracht.“ Für Andrea Föniger ist klar, dass die Auseinandersetzung mit der Asse eine zentrale Zukunftsfrage für die gesamte Samtgemeinde ist. Neben der sicheren Rückholung der radioaktiven Abfälle gehe es auch darum, Perspektiven für die Region Elm-Asse zu entwickeln.