Agroforst als Baustein für eine klimaangepasste Landwirtschaft am Oderwald

270

Pressemeldung

Über 30 Akteure aus Landwirtschaft, Verwaltung und Beratung kamen am 14. Januar 2026 in Heiningen (Samtgemeinde Oderwald) zusammen, um sich im Rahmen einer Informationsveranstaltung zur Klimalandschaft Oderwald auszutauschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Agroforstwirtschaft als mögliche Maßnahme zur Anpassung der Landwirtschaft aufgrund zunehmender Klimaextreme.

Ein Praxisbeispiel lieferte Stefan Schreiber, Landwirt aus Wolfenbüttel, der Agroforstsysteme bereits auf seinen Ackerflächen umsetzt. Er berichtete von spürbaren Vorteilen wie verbessertem Wind- und Erosionsschutz sowie einer Steigerung der Biodiversität. Entgegen seiner anfänglichen Erwartungen sieht er sich in der Bewirtschaftung seiner Flächen nicht eingeschränkt und kann sie sogar effizienter bewirtschaften. Mit den angebauten Gehölzen sollen künftig über 30 Gebäude mit Wärme versorgt werden. Das entsprechende Nahwärmenetz ist vor Kurzem in Betrieb gegangen.

Im Rahmen des Projekts wurde zudem eine regionale Potenzialanalyse vorgestellt, in der sogenannte Fokusgebiete im Landkreis Wolfenbüttel identifiziert wurden, die besonders starke Auswirkungen von Klimaextremen zu erwarten haben. Der Oderwald zählt dabei zu den besonders betroffenen Gebieten. Vor allem die Bodenerosion an Standorten mit Hanglage stellt eine zunehmende Herausforderung dar. Genau hier setzt das Projekt „Klimalandschaft Agroforst“ mit der Informationsveranstaltung an.

Landwirtschaft besser auf Klimaextreme vorbereiten

Ziel des Projekts ist es, die Region dabei zu unterstützen, sich besser auf Klimaextreme einzustellen und langfristig resilient und zukunftsfähig zu wirtschaften. Landwirtschaftliche Betriebe im Oderwald und im Raum Wolfenbüttel können im Rahmen des Projekts und dem Zukunftsfond Asse kostenfrei beraten werden, erhalten eine umfassende Planung individueller Agroforstsysteme und können Förderungen für Pflanzung und Initialpflege in Anspruch nehmen. Insgesamt stehen dafür eine Million Euro, bis zu 60.000 Euro pro Betrieb Euro zur Verfügung

Der Landkreis Wolfenbüttel hat außerdem bereits ein eigenes Förderprogramm zur Anlage von Agroforstsystemen aufgelegt, mit dem er als Modellregion vorangeht und die Klimaanpassung in der Landwirtschaft gezielt unterstützt.

Als nächster Schritt ist eine offene Visions-Werkstatt „Klimalandschaft Oderwald“ am 5. Februar von 18:00 – 21:00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Ohrum geplant. Dazu sind alle Interessierten aus der Region eingeladen, gemeinsam über die Zukunft ihrer Landschaft ins Gespräch zu kommen, an der Vision mitzuarbeiten und Ideen für konkrete, realistische Schritte für die Umsetzung zu sammeln.

Auch das Klimalandschafts-Forum 3 am 26. Februar 2026 von 9:00 – 17:00 Uhr wird diesmal im Fokusgebiet Oderwald, im Dorfgemeinschaftshaus Ohrum, zu Gast sein. Ziel ist es, mit engagierten Akteurinnen und Akteuren aus Landwirtschaft, Kommunen, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Einwohnerinnen und Einwohnern der stark betroffenen Region Oderwald gemeinsam weiterzuarbeiten: an Lösungen für Wasserrückhalt, Bodenschutz, Biodiversität und neue regionale Wertschöpfung. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Wolfenbüttel und die Region Oderwald entwickeln sich so zu einer Modell- und Vorreiterregion für eine klimaangepasste Landwirtschaft mit Agroforst – getragen von den Akteuren vor Ort und gemeinsam gestaltet für eine zukunftsfähige Region.

Mehr Informationen zum Projekt und direkt zur Anmeldung zu den Veranstaltungen auf der Webseite: https://klimalandschaft-wolfenbuettel.de/

Der Landkreis Wolfenbüttel ist Partner der Klimalandschaft Wolfenbüttel. Er treibt die regionale Klimaanpassung voran und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung.

Bildunterschrift: Gespräch und Austausch zur besonderen Betroffenheit der Fokusregion Oderwald. Foto: Klimalandschaft Wolfenbüttel