Abschied der Gründergeneration

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Ideenreichtum und Hartnäckigkeit: Auf diese Weise entstand vor 30 Jahren die Lavie Reha. Kostenloses Jubiläumsheft ist fertig.

Königslutter. Zu einem sehr persönlichen Abschied trafen sich jetzt Führungskräfte der Lavie Reha gGmbH sowie ihres Trägervereins Axon. Anlass war nichts weniger als das Ende einer Ära: Mit Prof. Dr. Jürgen Mauthe, Dr. Akram Iskandar, Corinna Wollenhaupt und Sebastian Stößel verabschiedeten sich gleich vier Axon-Vorstandsmitglieder, zwei davon in den Ruhestand. Vor allem Professor Mauthe war vor 30 Jahren federführend bei der Gründung der Lavie Reha gewesen – gemeinsam mit Rainer Gosslar, der in der Folge 18 Jahre lang als Geschäftsführer der gGmbH fungierte. Auch Gosslar war zu der Veranstaltung eingeladen.

Seine Nachfolgerin, Corinna Wollenhaupt, fungierte bei diesem Abschied als Gastgeberin. Es war der zweite Termin, denn schon während der Mitgliederversammlung des Trägervereins waren die Weggefährten geehrt und offiziell aus dem Vorstand verabschiedet worden – immerhin gingen damit zusammen 74 Jahre Erfahrung, wie sie errechnet hatte. „Mir war aber ein Treffen im kleineren Rahmen nochmal wichtig“, erklärte die Geschäftsführerin. Ihr lag ein nettes Beisammensein mit dem Austausch gemeinsam erlebter Geschichten am Herzen. „Das ist uns gelungen.“

Im gemütlichen Kaminzimmer über dem Café C’est Lavie an der historischen Stadtmauer von Königslutter trafen sich die ehemaligen Axon-Akteure und bekamen gleich mal etwas Lektüre in die Hand gedrückt: Die Jubiläumsbroschüre „30 Jahre Lavie Reha“ war druckfrisch erschienen und lag pünktlich auf dem Tisch. 80 Seiten, voll gepackt mit Geschichten aus drei Jahrzehnten Reha-Arbeit. Das Heft wird in diesen Tagen an Weggefährten und Geschäftspartner verschickt, außerdem kann es kostenlos in der Lavie-Zentrale angefordert werden (Fallersleber Straße 12, 38154 Königslutter, 05353/95 18-0).

Doch nicht alle Anekdoten stehen im Heft. So erinnerten sich Mauthe und Gosslar an eine gemeinsame Fahrt nach Hannover. Dort wollten sie den Niedersächsischen Sozialminister Walter Hiller von der Notwendigkeit überzeugen, eine neue Einrichtung zu gründen. Beide arbeiteten damals im Landeskrankenhaus Königslutter. „Doch es zeichnete sich ab, dass wir für bessere Therapieerfolge die Arbeits- und die Lebenswelt der Patienten trennen müssten.“ Der Minister hielt dem Ansturm der Argumente nicht lange stand, und so wurde die Lavie Reha gGmbH bald aus der Taufe gehoben.

„Aus Ideen Wirklichkeit machen“, nannte das Jürgen Mauthe im Kaminzimmer. Und Rainer Gosslar erzählte lachend, wie der Sozialminister später mal ein Kindergarten-Projekt genehmigt hatte. „Aus Versehen, denn er war gar nicht zuständig.“ Doch als die Sache im Ministerium aufflog, war es schon zu spät. „Wir waren bereits gestartet, und es gab kein Zurück mehr.“

Dem Trio war im Rückblick klar: „Ohne unsere Arbeit und den energischen Einsatz wäre Lavie nicht zu machen gewesen.“ Umso mehr freuten sie sich anhand der Jubiläumsbroschüre, mit welch großem Selbstbewusstsein die Einrichtung heute auftrete. „Keine Frage“, sagte Prof. Mauthe, „es ist ein blühendes Unternehmen – doch alles im Heft ist auf die zarten Anfänge zurückzuführen.“

Dafür bedankte sich Corinna Wollenhaupt nochmal ausdrücklich. Und die Lavie-Geschäftsführerin hob das Vertrauen und die Unterstützung hervor, die sie stets aus dem Vorstand erfahren habe. „Ohne diese Verlässlichkeit hätte ich die vergangenen zwölf Jahre nicht so befreit arbeiten können.“

Foto: Zum Abschied ein Jubiläumsheft: Im Kaminzimmer des Café C’est Lavie trafen sich (von links) Rainer Gosslar mit Gattin Andrea, Jasmin Krenz (stellv. Verwaltungsleiterin Lavie), Daniela Weber (Verwaltungsleiterin Lavie), Ursula Mauthe mit Gatte Jürgen, Akram Iskandar und Corinna Wollenhaupt, die Geschäftsführerin der Lavie Reha gGmbH.  Foto: Regio-Press