Wolfenbüttel. Viele Fragen, hilfreiche Antworten und konkrete Tipps für den Alltag: Beim Patienteninformationsabend „Rückenschmerzen verstehen und behandeln“ informierte das Team des Städtischen Klinikums über Ursachen, moderne Therapien und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Rund 150 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten den Fachbeiträgen. Dies berichtet das Klinikum in einer Pressemitteilung.
Ein Ziehen im unteren Rücken, ein stechender Schmerz bei jeder Bewegung oder Beschwerden, die bis ins Bein ausstrahlen: Rückenschmerzen kennen viele Menschen aus eigener Erfahrung. Doch woher kommen die Beschwerden eigentlich? Wann helfen Bewegung und Physiotherapie? Und ab wann sind interventionelle oder operative Verfahren sinnvoll?
Rückenschmerz hat viele Gesichter
Antworten auf diese und viele weitere Fragen hatte zunächst Dr. Nils Beiser, Facharzt für Anästhesiologie und Leiter der Schmerzmedizin am Klinikum Wolfenbüttel, parat. Dabei machte er gleich zu Beginn deutlich: “Den einen Rückenschmerz gibt es nicht. Die Ursachen können vielfältig sein und reichen von Problemen an Gelenken und Wirbelsäule bis hin zu neurologischen Erkrankungen.“ Umso wichtiger sei es daher, Beschwerden genau zu untersuchen und die Behandlung individuell auf die Patientinnen und Patienten abzustimmen. So ging Beiser auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der modernen Schmerztherapie ein und erläuterte unter anderem, wie interventionelle Verfahren wie die Facettengelenksinfiltration oder die periradikuläre Therapie eingesetzt werden können.
Zusätzlich blickte der Schmerzmediziner aus neurologischer Sicht auf das Thema. So erfuhren die Gäste des Abends, welche Bedeutung Nerven bei der Entstehung von Rückenschmerzen haben und warum Beschwerden, die beispielsweise in Beine oder Arme ausstrahlen, genauer abgeklärt werden sollten.
Operation nicht zwangsläufig notwendig
Daran anknüpfend hatte Physiotherapeutin Sonja Seifert einige praktische Übungen, die sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen, vorbereitet. Für die Gäste gab es dabei nicht nur theoretische Informationen, sondern konkrete Anregungen zum Mitmachen und Ausprobieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den naturheilkundlichen schmerzmedizinischen Verfahren. Diese seien eine wirksame Ergänzung zur Schulmedizin, um Verspannungen zu lösen, Schmerzen zu lindern und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und eignen sich besonders gut bei unspezifischen und chronischen Rückenschmerzen, so Christine Wieser, Pain Nurse am Städtischen Klinikum.
Was zu tun ist, wenn konservative Behandlungen nicht mehr ausreichen, erklärten Philipp Nickel und Dr. Martin Willmann, Oberärzte der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie am Städtischen Klinikum. Die Fachärzte für Neurochirurgie stellten operative Möglichkeiten vor und erläuterten, in welchen Situationen ein Eingriff infrage kommt. Darüber hinaus erhielten die Besucher Einblicke in neurochirurgische interventionelle Verfahren wie die Rückenmarkstimulation, die bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen eine weitere Behandlungsmöglichkeit darstellen kann.
Informiert sein, Fragen stellen, selbst aktiv warden
Am Ende des Abends stand vor allem eine Erkenntnis: Wer unter Rückenschmerzen leidet, ist ihnen nicht zwangsläufig ausgeliefert und kann selber aktiv werden. Die moderne Medizin bietet zahlreiche Möglichkeiten, Beschwerden gezielt zu behandeln. Welcher Weg der richtige ist, hängt dabei immer von den individuellen Ursachen und der persönlichen Situation ab.
Weitere Informationen sind auf der Homepage des Zentrums für Schmerzmedizin www.schmerzzentrum-wf.de zu finden.
150 Gäste konnte das Team des Klinikums um (v.l.n.r.) Melanie Posmick, Sonja Seifert, Dr. Nils Beiser, Dr. Martin Willmann, Christine Wiesner und Philipp Nickel zur Patientenveranstaltung begrüßen. Foto: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel gGmbH



