Notwendige Erinnerung: Gedenk-Gottesdienste in Salzgitter und Braunschweig zu 40 Jahre Tschernobyl und 15 Jahre Fukushima

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Die durch so unterschiedliche Auslöser zerstörten SUPER-GAU-AKWs in Tschernobyl und Fukushima haben eines, zugleich gravierendes, gemeinsam. Sie verdeutlichen, dass Atomkraftwerke, die vor dem Tschernobyl-Gau am 26. April 1986 und Fukushima-Gau am 11. März 2011 als so sichere Energiegewinnungsquellen galten, wirklich keine endgültige Sicherheit bieten können.
Das notwendige Erinnern und Gedenken an diese beiden Super-Gaus`s wurde u.a. durch die „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ / Braunschweig, in unserer Region am 26. April – am 40. Jahrestag von Tschernobyl – mit zwei besonderen Gedenk-Gottesdiensten in Salzgitter und Braunschweig würdig und angemessen durchgeführt.
Beide Gottesdiensten wurden mit sakralen Liedern aus der ukrainischen Heimat durch den ukrainischen Flüchtlings-Chor „Ukrainische Seele“, unter Leitung von Maryna Lizhdvoi, beeindruckend bereichert. In beiden Gottesdiensten stellte Sozialdiakon i.R. Paul Koch in einer thematischen Einleitung die beiden Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, aber auch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, in einen größeren Schöpfungs-Verantwortungs-Zusammenhang. Zeitzeugen berichten in Salzgitter und Braunschweig aus ihrer Sicht das damals 1986 und 1911 erlebte.
In der St. Andreaskirche in Salzgitter-Lebenstedt begrüßte Propst Uwe Teichmann in dem Propstei-Gottesdienst die Besucher und leitete den Gottesdienst. Kirchenrat Pfarrer Dr. Christopher Kumitz-Brennecke (Landeskirchenamt Wolfenbüttel) hielt die Kurzansprache. Nach dem Gottesdienst „pilgerte“ ein Teil der Gottesdienstbesucher eine kurze Strecke bis zur städtischen Wiese vor dem Bundesamt für Strahlenschutz. Dort wurde 2012 ein Baum, anlässlich des Luther-Jubiläums und zum Gedenken an die Tschernobylkatastrophe, gepflanzt. Hier sprach Pfarrer Kumitz-Brennecke und Paul Koch, davon, dass seit 2012 hier am 26.4. um 11:55 h eine Andacht gehalten wird, in Gedenken an die globalen, aber auch an die regionalen, nuklearen Problempunkten.

Am Nachmittag in der St. Michaeliskirche in Braunschweig begrüßte Pastor Jakob Timmermann. Die Kurz-Ansprache hielt Propst Lars Dedekind. Auch hier kamen Zeitzeug*innen aus Tschernobyl und Fukushima zu Wort, die eindrücklich die Gefahren von damals in Erinnerung riefen und Zukunftssorgen sowie Mahnungen deutlich aussprachen.

Die Nachmittagsveranstaltung in St. Michaelis wurde abgerundet mit einem Empfang für Sozialdiakon i.R. Paul Koch, aus Watzum, der aus Altersgründen die vorderster Front der wichtigen Organisation der „Europäischen Aktionswochen“ verlässt.

Hier wurde in Dankbarkeit Kochs jahrelanges, unermüdliches und verantwortlich organisierendes Engagement für das Tschernobyl- und Fukushima-Gedenken im Zusammenwirken mit dem Ökumenischen Trägerkreis der „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft für Tschernobyl und Fukushima“ in der Region Braunschweig lobend gewürdigt. Verschiedene ökumenische Vertreter brachten ihre Bewunderung für Paul Kochs unermüdliches Engagement zum Ausdruck. Lars Dedekind überreichte eine Urkunde und einen Propstei-Pin.
Koch will nun mit seinen 78 Jahren „nur noch“ für den Strahlenschutz-Stammtisch Braunschweiger Land, den Andachten am Asse-Schacht und bei kleineren Projekten, planerisch und organisatorisch tätig sein