Pressemeldung
Vom Start mit sechs Betten hin zum sektorenübergreifenden Versorgungsmodell
Wolfenbüttel. 2016 startete am Städtischen Klinikum Wolfenbüttel die stationäre multimodale Schmerztherapie. Was als überschaubares Angebot für chronisch schmerzkranke Patientinnen und Patienten begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Baustein der regionalen Versorgung entwickelt.
„Zu Beginn verfügte unser Bereich über lediglich sechs Betten. Doch schon wenige Jahre nach dem Start wurden die Kapazitäten auf insgesamt zwölf Betten erhöht,“ erinnert sich Dr. Nils Beiser, Facharzt für Anästhesiologie und Leiter der Schmerzmedizin am Klinikum Wolfenbüttel. Nur so konnte das Team der stetig wachsenden Nachfrage gerecht werden. Etwas später kam ein vertragsärztlicher Kassensitz hinzu, sodass nicht nur stationäre, sondern auch ambulante Patientinnen und Patienten kontinuierlich betreut werden können.
„Unser Ziel ist es, Menschen mit chronischen Schmerzen nicht nur im Krankenhaus gut zu behandeln, sondern sie so zu stärken, dass sie danach möglichst autonom und selbstbestimmt leben können“, erörtert Dr. Léonie Kerper, Leiterin der Psychotherapie. Hilfe zur Selbsthilfe sei dabei nicht nur Stichwort, sondern Kern der Arbeit. Um dies zu erreichen, bietet das Team das volle Spektrum einer modernen Schmerztherapie an.
Dieses reicht von ambulanten Schmerzsprechstunden und Diagnostik im Medizinischen Versorgungszentrum des Klinikums (MVZ), über die stationäre multimodale Schmerztherapie im Krankenhaus. Auch wurden besondere Versorgungsstrukturen aufgebaut, wie z.B. eine tagesklinisch-ähnliche Versorgung in Zusammenarbeit mit der Audi BKK.
Komplette sektorenübergreifende Struktur
„Wir bilden damit eine vollständige sektorenübergreifende Versorgungsstruktur ab“, erklärt der Leiter der Schmerzmedizin. Vor allem bei chronischen Schmerzen sei es wenig sinnvoll, strikt zwischen ambulant und stationär zu trennen: „Die sektorenübergreifende Versorgung ermöglicht kontinuierliche Therapiepfade, die sich am Bedarf der Patientinnen und Patienten orientieren – nicht an Systemgrenzen“, so Dr. Beiser.
Die Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. „Die adäquate Behandlung ist umfangreich und zeitintensiv und dennoch soll es keine eigene Leistungsgruppe für die stationäre Schmerztherapie im Finanzierungssystem der Krankenhäuser geben“, verweist Dr. Tobias Jüttner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie, operative Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin, auf ein grundlegendes Problem der Gesundheitsreform.
Trotz Gegenwind: Klares Bekenntnis zur Schmerztherapie
„Wir wissen, dass wir uns mit der stationären Schmerztherapie auch politischem Gegenwind aussetzen“, so Axel Burghardt, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums, und ergänzt: „Aber wir sind überzeugt: Nur weil es im aktuellen System keine passende Schublade gibt, heißt das nicht, dass diese Behandlung nicht notwendig wäre. Im Gegenteil – die wachsenden Behandlungszahlen zeigen den Bedarf eindeutig. Wir wollen uns dieser Verantwortung stellen.“
Im Laufe dieses Jahres wird die Schmerztherapie in eigene, speziell hierfür geplante Räumlichkeiten, den sogenannten Schmerztrakt, umziehen. Die Patientinnen und Patienten werden im Klinikum schwerpunktmäßig in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht werden, soweit es die Situation erlaubt.
„Mit dem Schmerztrakt können wir unsere Behandlungskonzepte noch besser umsetzen, denn Struktur, Ruhe und spezialisierte Räumlichkeiten sind ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Therapie,“ blickt Dr. Sirid Vollprecht, Leiterin des stationären Bereiches, in die Zukunft.
Aufklärung im Fokus: Tag des Schmerzes am 2. Juni 2026
Neben der Versorgung spielen auch die Prävention und Aufklärung eine wichtige Rolle. Am Dienstag, 2. Juni 2026, dem bundesweiten „Tag des Schmerzes“, ist eine gemeinsame Veranstaltung des Schmerzzentrums und des Wirbelsäulenzentrums geplant. Im Fokus stehen Nacken- und Kopfschmerzen – zwei der häufigsten Schmerzformen in der Bevölkerung. Ziel ist es, Betroffene frühzeitig zu informieren, Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Wege zur Selbsthilfe zu vermitteln.
Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Therapieoptionen sind auf der Homepage des Zentrums für Schmerzmedizin www.schmerzzentrum-wf.de zu finden.
Bildunterschrift: Das Team der stationären Schmerztherapie im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel blickt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück und hat in Zukunft noch viel vor. Foto: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel gGmbH


