Die Expect! brachte wieder viele Studierende und Unternehmen am Campus Wolfenbüttel zusammen.
Die Expect! Karrieremesse der Ostfalia Hochschule bringt jedes Jahr Studierende und andere Jobsuchende mit Unternehmen zusammen – und zwar auf Augenhöhe. Über 45 Unternehmen präsentierten sich am Freitag, 17. April, im Messezelt am Campus Am Exer in Wolfenbüttel. Doch was die Messe prägt, sind nicht nur Stände und Jobangebote, sondern vor allem die Gespräche.
Für viele Studierende ist die Expect! ein Moment der Standortbestimmung. Nico Formanowicz, Masterstudent Verkehr und Logistik, steht kurz vor seinem Abschluss. Für ihn ist die Messe in diesem Jahr vor allem ein Türöffner: „Mein Abschluss steht in drei Monaten an. Da ist es sinnvoll, die Unternehmen der Region kennenzulernen und einfach mal ins Gespräch zu gehen.“ Die Jobsuche beschreibt er als herausfordernd: „Im Studium ist alles noch überschaubar, aber die Jobsuche ist schwieriger. Man muss flexibel sein und genau schauen, wo es überhaupt Stellen gibt.“
Ähnlich sieht es Khalil Fertout, Masterstudent Strategisches Management. Für ihn ist die Messe auch ein Ort der Bestätigung: „Die Jobsuche macht Druck. Aber hier merke ich: Es gibt viele Möglichkeiten, und ich kann einfach mit Leuten sprechen.“ Er erlebt die Gespräche als entlastend: „Am Anfang war ich nervös, aber die Unternehmen sind sehr offen. Das gibt mir Sicherheit.“
Auch für Anouk von der Osten-Fabeck und Jeanette Bara, beide studieren im zweiten Semester Wirtschaftsrecht, zeigt sich ein positives Bild. Sie suchen vor allem Orientierung für Praktika und spätere Berufsfelder. Besonders überrascht hat sie die Offenheit der Unternehmen: „Online wirkt es oft so, als gäbe es kaum passende Stellen. Aber hier merkt man, dass viel mehr möglich ist“, so Anouk. Jeanette ergänzt: „Man bekommt ein viel besseres Gefühl dafür, was Unternehmen wirklich suchen.“
Unternehmen zwischen Fachkräftesuche und Erwartungswandel
Die Unternehmen nutzen die Expect! ebenfalls sehr bewusst. Sie haben klare Erwartungen an die Gespräche. Christoph Alexander Schmidt von Goldbeck Technical Solutions aus Bielefeld hebt hervor, dass die Messe besonders wegen der passenden Fachrichtungen interessant ist: „Hier sind viele Studierende, deren Profile wir gut gebrauchen können – gerade im IT-Bereich.“ Gleichzeitig beobachtet er einen Wandel:
„Viele fragen heute sehr konkret nach Homeoffice und Entwicklungsmöglichkeiten.“
Auch die Planungsgruppe VA aus Hannover sieht die Messe als gezielte Recruiting-Plattform. Recruiterin Larissa Scheuch betont die Qualität des Formats: „Die Expect! ist persönlicher als viele große Messen. Man merkt, dass die Studierenden wirklich gezielt auf Unternehmen zugehen.“ Für sie ist vor allem entscheidend, ob echtes Interesse spürbar ist: „Man merkt sehr schnell, ob jemand sich wirklich für das Thema interessiert oder nur Floskeln nutzt.“
Ähnlich äußert sich Jürgen Heile, Kälteanlagenbauermeister und Stellvertretender Leiter der Norddeutschen Kälte-Fachschule in Springe, die zum ersten Mal an der Expect! teilnimmt. Für ihn steht die Suche nach Absolvent*innen im Mittelpunkt: „Wir suchen heute ganz konkret jemanden, der als Absolvent oder Absolventin des Studiengangs Versorgungstechnik bei uns anfängt, um Meister auszubilden und Auszubildende an die Kälte heranzuführen.“
Premiere auf der Expect! auch für Amazon Logistik. Goekmen Resneli, Bereichsleiter in Lengede und Absolvent des Studiengangs Logistik und Informationsmanagement, erzählt, dass die Präsenz auf der Messe strategisch gewählt ist: „Wir wollen zeigen, was wir in der Region machen, denn viele Studierende kennen uns hier gar nicht als Arbeitgeber.“ Besonders positiv bewertet er die Gespräche: „Die Studierenden sind sehr aktiv und interessiert. Das hat uns überrascht.“
Der Career Service der Ostfalia, der die Expect! organisiert, versteht die Messe als bewusst gestalteten Begegnungsraum, der sowohl Studierenden als auch Unternehmen etwas bringt.
Julia Hussendörfer: „Für Studierende bietet die Messe die Chance, frühzeitig Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen, Einblicke in verschiedene Branchen zu gewinnen und konkrete berufliche Perspektiven zu entdecken. Unternehmen wiederum profitieren davon, mit hochmotivierten Nachwuchskräften ins Gespräch zu kommen und sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren.“
Entsprechend wird die Messe konsequent auf die Bedürfnisse beider Seiten ausgerichtet. „Für Studierende soll die Messe übersichtlich sein, vielfältige Unternehmen bieten und durch Zusatzangebote echten Mehrwert schaffen“, erklärt Hussendörfer. Gleichzeitig werde auf Unternehmensseite großer Wert auf professionelle Organisation, transparente Kommunikation und enge Abstimmung gelegt, damit sich alle optimal vorbereiten können. Vor Ort bringe ein durchdachtes Konzept mit klaren Strukturen, Rahmenprogramm und vielen Austauschmöglichkeiten beide Seiten zusammen.
Pressefoto (Britta Radkowsky/Ostfalia): Großes Interesse bei Studierenden und Unternehmen: Wie in jedem Jahr war auch 2026 auf der Expect! im Messezelt am Campus-Standort Am Exer viel los.


