Klimaforum 2026: Wolfenbüttel setzt Zeichen für Nachhaltigkeit und Kooperation – Verleihung des Zukunftspreises

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Pressemeldung

Mit einem eindrucksvollen Abendprogramm ist am Donnerstag, 16. April 2026 das diesjährige Klimaforum Wolfenbüttel zu Ende gegangen. Die Begrüßung übernahmen Volker Küch, Vizepräsident der Ostfalia Hochschule, Ivica Lukanic, Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, und Christiana Steinbrügge, Landrätin des Landkreises Wolfenbüttel. Alle drei unterstrichen die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung. Im Anschluss zog Dr. Eckhart von Hirschhausen, der in der ausgebuchten Aula der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel unter dem Titel „Gesunde Erde – Gesunde Menschen: Was wir heute in der Region für die persönliche und planetare Gesundheit und unsere Zukunft tun können“ sprach, das Publikum in seinen Bann.

In seinem Vortrag zeigte der Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“, anschaulich auf, wie eng Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz miteinander verbunden sind, und machte deutlich, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten sich bereits heute auf regionaler Ebene ergeben. Sein Beitrag verband wissenschaftliche Perspektiven mit persönlichen Impulsen und stieß auf große Resonanz beim Publikum. Hirschhausen rief dazu auf, Nachhaltigkeit nicht als „Gegenwind“, sondern als Chance zu begreifen – sichtbar in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. „Wer von Ihnen kackt regelmäßig ins eigene Wohnzimmer?“, fragte er provokant und verwies damit auf die Absurdität, das eigene Lebensumfeld zu zerstören.

Er lobte lokale Initiativen wie das Citizen-Science-Projekt zur Insektenzählung und betonte die Bedeutung von „Nature-Based Solutions“ – etwa Moorschutz – für den Klimaschutz. Gleichzeitig warnte er vor falschen Narrativen: „Hauskatzen töten mehr Vögel als Windräder. Reden wir darüber?“ Hirschhausen zeigte auf, wie Hitzeextreme – etwa für Dachdecker oder Landwirte – zu lebensbedrohlichen Risiken werden. „Ab 43 Grad Kerntemperatur verändern sich Proteine irreversibel. Das ist kein Spaß, das ist ein Notfall.“ Erfolge wie das Schließen des Ozonlochs durch das Montreal-Protokoll (1987) oder Norwegens Vorreiterrolle bei der Elektromobilität belegten, dass mutige Entscheidungen langfristig wirken.

Mit Humor und wissenschaftlicher Fundierung appellierte Hirschhausen an die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen: „Das Teuerste, was wir jetzt tun können, ist nichts.“

Den Höhepunkt des Abends bildete im Anschluss die erstmalige Verleihung des Zukunftspreises Wolfenbüttel. Der neu geschaffene Preis würdigt Projekte, die einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im Landkreis Wolfenbüttel leisten – unter anderem in den Bereichen Umwelt, Bildung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Ressourcenschonung oder Energie. Die Laudatio für das Siegerprojekt hielt ebenfalls Dr. Eckhart von Hirschhausen.

Der Zukunftspreis wurde gemeinschaftlich von Stadt und Landkreis Wolfenbüttel, der Curt Mast Jägermeister Stiftung, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften sowie dem Zukunftsfonds Asse ausgelobt. Der Impuls, das Klimaforum Wolfenbüttel und den „Grünen Tisch“ im Jahr 2025 zusammenzuführen und in diesem Rahmen auch erstmals einen gemeinsamen Nachhaltigkeitspreis zu etablieren, ging von Florian Rehm, Vorstandsvorsitzender der Curt Mast Jägermeister Stiftung und Mitglied der Unternehmerfamilie Mast, aus.

„Die Idee hinter dem Zukunftspreis entstand aus dem Wunsch, die vielen Initiativen für eine nachhaltige, soziale und lebenswerte Zukunft im Landkreis Wolfenbüttel sichtbar zu machen, gezielt zu stärken und mit einem Preis zu ehren. Der Zukunftspreis versteht sich dabei vor allem auch als Impulsgeber: Er schafft eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung bereits Engagierter, soll Kooperationen fördern und zugleich vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren Mut zum Mitmachen geben – für einen Landkreis, der aktiv und gemeinsam seine Zukunft gestaltet,“ so Rehm.

Aus insgesamt 36 eingereichten Projekten wählte die Jury das Siegerprojekt „Fümmelsee – nutzen und schützen“ des Wolfenbütteler Schwimmvereins von 1921 aus, welches den See zu einem ganzjährigen Lern- und Begegnungsort entwickelt, der Umweltbildung, Bewegung und ökologische Verantwortung verbindet. Das Konzept überzeugte durch die Ansprache einer breiten Zielgruppe, seinen niedrigschwelligen Zugang und das hohe Entwicklungspotential zu einem Leuchtturm-Projekt der Region. Der erste Platz ist mit 10.000 Euro dotiert.

Neben dem Siegerprojekt wurden fünf weitere Projekte für die Shortlist ausgewählt und jeweils mit einem Sonderpreisgeld von 200 Euro ausgezeichnet. Das zusätzliche Sonderbudget wurde im Rahmen der Jurysitzung beschlossen und ergänzend zum Hauptpreis vergeben.

Die Skulptur für das Siegerprojekt wurde von der Curt Mast Jägermeister Stiftung gestiftet und von der Agentur MR – die Manufaktur aus Braunschweig entworfen und umgesetzt.

Bereits am Nachmittag bot das Klimaforum Raum für Austausch und Vernetzung: Rund 50 Teilnehmende aus öffentlicher Verwaltung, Umweltgruppen, Naturschutzprojekten sowie interessierte Privatpersonen kamen beim Grünen Tisch zusammen. Ergänzt wurde das Programm durch kurzweilige und informative Impulsvorträge am Campus der Ostfalia Hochschule, die Impulse aus Wissenschaft und Praxis für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machte. Daneben haben auch viele Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit genutzt, Nachhaltigkeit ganz praktisch kennen zu lernen – bei einer Campus-Rallye, Führungen durch die Maschinenhalle oder auf dem Markt der Möglichkeiten. An zahlreichen Ständen haben sich die Projekte des Zukunftspreises präsentiert und dabei gezeigt, wie vielfältig nachhaltiges Engagement in unserer Region ist.

Das Klimaforum Wolfenbüttel 2026 unterstrich damit eindrucksvoll, wie durch die Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteurinnen und Akteure tragfähige Impulse für eine nachhaltige Zukunft auf regionaler Ebene entstehen können.