Arbeitslosigkeit, die Suche nach einem Ausbildungsplatz, soziale Benachteiligung, ein drohender Schulabbruch, ein fehlender Schulabschluss oder psychosoziale Probleme: das Pro-Aktiv-Center (PACE) bietet jungen Menschen vom 14. bis zum vollendeten 26. Lebensjahr beratende Unterstützung, um den Start in ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. An zentraler Stelle in Wolfenbüttel sowie in mehreren Gemeinden im Landkreis Wolfenbüttel finden Beratungen statt. Der Landkreis Wolfenbüttel ist Träger der Jugendberufshilfe und arbeitet seit vielen Jahren mit dem Caritasverband für Stadt und Landkreis Wolfenbüttel e.V. (Caritas Wolfenbüttel) zusammen. Jetzt wurde die bewährte Zusammenarbeit erneut bis Ende 2027 verlängert.
„Bei unserem niedrigschwelligen Angebot geht es um die individuelle Unterstützung und Stabilisierung der Jugendlichen aus Stadt und Landkreis Wolfenbüttel. Dabei arbeiten wir gemeinsam unter anderem an beruflichen Perspektiven und fördern junge Menschen ganzheitlich, um die Voraussetzungen zu schaffen, persönliche Ziele erreichen zu können“, sagt Maximilian Rothfuchs von PACE.
Das können Kurzberatungen oder einmalige Gespräche sein, wie sie 2025 164-mal vorkamen, oder längere Begleitungen mit vielen intensiven Gesprächen. 2025 gab es rund 430 Einzelberatungen von 62 jungen Menschen. Diese kamen mit 79 Prozent zumeist aus der Stadt Wolfenbüttel, 21 Prozent kommen aus dem gesamten Kreisgebiet.
Die Beratungen zeigen Wirkung: Von den jungen Menschen in intensiver Begleitung nahmen 16 Prozent eine Ausbildung oder Arbeit auf. Weitere drei Prozent bilden oder qualifizieren sich weiter, drei weitere Prozent machen eine schulische Ausbildung oder ein Studium. Bei den anderen besteht weiterhin ein Beratungsbedarf.
„Übergang von Schulen in den Beruf für viele eine herausfordernde Zeit“
„Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein wichtiger Schritt für junge Menschen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit – und für viele eine sehr herausfordernde Zeit. Insbesondere junge Menschen, die mit unterschiedlichen Bedarfs- und Problemlagen konfrontiert sind, benötigen eine umfassende Unterstützung, die die berufliche und soziale Integration sowie die individuelle Lebenssituation und Bedarfe junger Menschen berücksichtigt – ein Angebot aus kontinuierlicher Begleitung, um Brüche und unnötige Wartezeiten am Übergang zu vermeiden“, erklärt Katharina Schmitz vom Jugendamt des Landkreises Wolfenbüttel.
Die Kundschaft ist sehr unterschiedlich, zumeist liegt aber ein Schulabschluss vor, 47 Prozent haben die Hauptschule erfolgreich abgeschlossen, 29 Prozent haben einen Realschulabschluss in der Hand. Gleichzeitig ist die Zahl der jungen Menschen, die im PACE betreut werden, ohne Abschluss mit 23 Prozent hoch. Im Schnitt sind die Jugendlichen 20 Jahre alt, wenn sie die Beratung aufsuchen oder dorthin vermittelt werden. Etwa 80 Prozent von Ihnen haben einen Migrationshintergrund.
Die Mitarbeitenden des PACE arbeiten mit mehreren Netzwerkpartnern zusammen, etwa mit dem Jobcenter, Handwerkskammer, Volkshochschule oder Jugendamt. Gerade wenn besondere Hindernisse vorliegen, etwa psychische Probleme, Schulden, Sucht oder Obdachlosigkeit, ist eine notwendig, intensiv zu beraten und weitere Stellen miteinzubinden.
In vielen Fällen wird jungen Menschen aber auch mit niedrigschwelligen und kurzfristigen Maßnahmen geholfen, beispielsweise werden sie dabei unterstützt, Anträge ausfüllen, Bewerbungen zu schreiben oder einen Lebenslauf zu erstellen.
Der Bedarf an diesen Angeboten ist gegeben: Zahlen der Agentur für Arbeit aus dem März des Jahres zeigen, dass 252 Personen von 15 bis 25 Jahren im Kreisgebiet arbeitslos waren (8,6 Prozent). Außerdem bezogen in 2024 1.421 junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren Leistungen des Jobcenters. Hier sind die Zahlen im Vergleich zu 2023 leicht gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren lag im Jahresdurchschnitt im Jahr 2024 bei 282 Personen. Hiervon hatten 219 Personen keine abgeschlossene Berufsausbildung.
Hintergrund und Kontakt
Das Pro-Aktiv-Center PACE ist am Übergang von Schule in den Beruf tätig und mit zwei pädagogischen Fachkräften besetzt. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Landes Niedersachen sowie des Landkreises Wolfenbüttel. Das Jugendamt des Landkreises Wolfenbüttel beauftragt den Caritasverband für Stadt und Landkreis Wolfenbüttel e.V. die Aufgabe der Jugendberufshilfe für Jugendliche und junge Erwachsene zu übernehmen.
Die Beratungsstelle befindet sich im Haus der Caritas, Krumme Straße 56, 38300 Wolfenbüttel, Tel: 05331 – 85 62 10. Offene Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Donnerstag 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Dienstag 10:00 Uhr bis 16 Uhr, Freitag 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Außensprechstunden in der Werla-Schule in Schladen: jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat, in der Carl-Gotthard-Langhans-Schule in Wolfenbüttel: jeden Mittwoch, Schule im Innerstetal Baddeckenstedt: jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat, IGS in Schöppenstedt: jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat.
Informationen zum PACE unter: www.caritas-wolfenbuettel.de/seite/600762
Bildunterschrift: Unterstützen junge Menschen im Landkreis Wolfenbüttel (v.l.n.r.): Cathrin Kuffner (pädagogische Fachkraft PACE), Maximilian Rothfuchs (pädagogische Fachkraft PACE), Sozialdezernent Bernd Retzki, Dr. Annett Mutke (Geschäftsführung Caritas Wolfenbüttel) und Katharina Schmitz (Jugendberufshilfe LK Wolfenbüttel). Foto: Landkreis Wolfenbüttel


