17. Patientenkolloquium: Knie-, Hüft- und Schultergelenke im Fokus

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Wolfenbüttel. Bereits zum 17. Mal hatte das Team des Klinikums Wolfenbüttel jüngst interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Patientenkolloquium ins Konferenzzentrum am Neuen Weg eingeladen. Rund 140 Gäste waren erschienen, um sich über das Thema „Neues Knie-, Hüft- oder Schultergelenk“ zu informieren. Dies teilt das Klinikum in einer Pressemitteilung mit.

„Uns als Klinikum ist es wichtig, dass sie als Patienten bestmöglich informiert sind“, erklärte Dr. med. Thomas J. Hockertz, Chefarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie während seiner Begrüßung. Während für manche Patienten die Schmerzfreiheit bzw. –reduzierung Hauptgrund für eine Behandlung sei, möchten andere sportlich wieder aktiv werden, so Hockertz, der auch Leiter des seit 2015 zertifizierten Endoprothetikzentrums (EPZ) ist. Daher informierte er die zahlreichen Gäste des Abends zunächst über die Abläufe im Städtischen Klinikum und ging anschließend sowohl auf verschiedene Erkrankungen als auch auf diverse Operationsmethoden und neueste Entwicklungen in diesem Bereich ein. So würden ausschließlich Prothesen verwendet, die langjährig erprobt seien und sich bewährt hätten.

Auch räumte Hockertz mit einem weit verbreiteten Mythos auf, der sowohl bei Patienten als auch Ärzten verbreitet sei: „Es wird behauptet, dass eine Prothese nach 15 Jahren ausgewechselt werden muss. Das stimmt definitiv nicht.“ Aktuelle Auswertungen entsprechender Registerdaten zeigen, dass nach 20 Jahren 80 bis 90 Prozent der Prothesen funktionieren. Jüngste Prognosen gehen gar von Standzeiten bis zu 30 Jahren aus, so der Chefarzt.

„Gelenke wollen bewegt werden“

Anschließend führten der leitende Oberarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie, Dr. Rötger Opperbeck sowie die Oberärzte Dr. Stephan Bartels und Dr. Lars Hollmann als Referenten durch den Abend. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Thema Arthrose. Diese entsteht, wenn die Knorpelschicht um die Gelenke dünner und rauer wird. Dafür gebe es verschiedene Ursachen, wie altersbedingte Veränderungen, Verletzungen, Fehlstellungen oder Übergewicht. „Anfangs schauen wir natürlich, ob die Schmerzen nicht aus anderen Bereichen herrühren und mit konservativen Maßnahmen wie beispielsweise Bewegung oder Medikamenten eine signifikante Schmerzlinderung erzielt werden kann“, erklärte Dr. Lars Hollmann. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, sei es Zeit für eine Operation, deren Ziel vor allem die Schmerzfreiheit, aber auch die Wiedererlangung und Verbesserung von Kraft und Beweglichkeit sei. Insbesondere Bewegung sei immer förderlich, denn: „Gelenke wollen bewegt werden“, so der Oberarzt. Dies gelte sowohl für Hüft- und Knie- als auch Schultergelenke.

Im weiteren Verlauf gingen die Mediziner auf die jeweiligen Behandlungsmethoden und Prothesentypen detailliert ein, warfen einen Blick auf die Vor- und Nachteile verschiedener Operationen und nahmen sich viel Zeit für die Beantwortung von Fragen seitens des Publikums.

Bildunterschrift: 140 Gäste konnte das Team Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie im Konferenzzentrum des Klinikums begrüßen. Fotos (2): Städtisches Klinikum Wolfenbüttel