Der Betrieb des Bildungs- und Begegnungszentrums in Cremlingen – mediale Darstellung und tägliche Wirklichkeit

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Pressemeldung

Der SPD-Flyer, der kürzlich den Haushalten der Gemeinde Cremlingen ins Haus flatterte, sorgt beim CDU-Ortsverband für Irritationen. Während der Text des Flyers den Eindruck eines reibungslos laufenden Vorzeigeprojekts vermittelt, zeigt sich bislang im täglichen Betrieb des Bildungs- und Begegnungszentrums (BBZ) ein deutlich anderes Bild.

Dieser Flyer liest sich wie eine Erfolgsgeschichte ohne jede Bodenhaftung“, erklärt Volker Brandt, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Cremlingen. „Wer den Betrieb des BBZ aktuell erlebt oder sich mit den Nutzern austauscht, stellt fest, dass es noch erhebliche Probleme gibt.“

Das BBZ, ursprünglich initiiert vom damaligen Gemeindebürgermeister Günter Eichenlaub, war und ist kein parteipolitisches Projekt einer einzelnen Fraktion,

denn die Errichtung des BBZ wurde seinerzeit trotz Fehlens eines ange- messenen Betriebskonzeptes und lückenhafter Finanzierung durch einen breiten mehrheitlichen Beschluss des Gemeinderates ermöglicht, an dem alle Parteien beteiligt waren. „Diese gemeinsame Leistung wird heute erstaunlich oft unterschlagen“, so Brandt. „Das BBZ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde, nicht der Erfolg einer einzelnen Partei.“

Sogar führende SPD-Vertreterinnen und -Vertreter benannten zuletzt offen die bestehenden Defizite. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung der Dorf-gemeinschaft Cremlingen war der seit September 2025 laufende Betrieb des BBZ Gegenstand der Kritik. Seit Inbetriebnahme des Gebäudes fehlen nach wie vor etliche bestellte Möbel, vor allem Tische und Bestuhlung, und ein mobiler Tresen. Die Lieferung der Ausstattung wird frühestens Ende März erwartet.

Hinzu kommen organisatorische Mängel. Ein öffentlicher Buchungs- und Belegungsplan im Internet existiert bis heute nicht. Für Vereine, Kurse und Gruppen ist damit unklar, wann und wie Räume genutzt werden können. Anfragen laufen ins Leere, da die zuständigen Ansprechpartnerinnen häufig nicht erreichbar sind. Nach Angaben von Nutzern gibt es auch im Bereich der Volkshochschule Unmut über die Abläufe und Ausstattungsdefizite.

Simone Schidlowski, Cremlinger Ortsratsmitglied, organisiert seit Oktober im BBZ regelmäßig Brettspielabende für Erwachsene und erlebt als Nutzerin die Probleme hautnah: „Es ist immer eine Herausforderung für die Ehrenamtlichen, wenn sie nicht wissen, in welchem Zustand sie Räume vorfinden, aber vieles wäre so einfach und ohne großen finanziellen Aufwand abzustellen.“

Besonders kritisch ist zudem ein sicherheitsrelevanter Zustand, der in einem öffentlichen Gebäude keineswegs akzeptabel ist: Die Feuerwehr hat bislang über die Schließanlage keinen Zugang zum Gebäude.

Das passt alles nicht zu dem Bild, das die SPD jetzt in alle Haushalte trägt“, so Brandt. „Wer öffentlich jubelt, sollte auch den Mut haben, die offenen Baustellen klar zu benennen.“

Dass Beschwerden derzeit häufig bei einzelnen Ratsmitgliedern landen und nicht strukturiert über Verwaltung und Bürgermeister abgearbeitet werden, zeigt aus Sicht der CDU ein grundlegendes Problem im Management des BBZ. „Wenn selbst SPD-Ratsmitglieder den Bürgermeister namentlich als Ansprechpartner bei Ärger benennen, dann sagt das viel über den aktuellen Zustand aus“, betont Brandt und ergänzt: „Der verlässliche Betrieb eines solchen Zentrums kann nicht „nebenbei“ organisiert werden, sondern bedarf klarer personeller Zuständigkeiten.“

Als wichtige Einrichtung für die gesamte Gemeinde braucht das BBZ Ehrlichkeit statt Hochglanzdarstellung. „Das BBZ ist kein Parteiprojekt und kein Dorf-gemeinschaftshaus für wenige, sondern ein Haus für alle Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Cremlingen“, so Brandt abschließend. „Wer Vertrauen schaffen will, muss Probleme lösen und nicht überdecken.“

Volker Brandt,  Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Cremlingen