25 Jahre Rollkultur: „Trashpark“ feiert Jubiläum mit „Skate Riot“

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In den vergangenen Wochen sind in Wolfenbüttel Plakate mit der Zahl „25“ aufgetaucht. Was auf den ersten Blick wie ein Rätsel wirkt, hat einen sportlichen und kulturellen Hintergrund: Der legendäre „Trashpark“ an der Langen Straße feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Ein Vierteljahrhundert, in dem sich der Platz von einer einfachen Asphaltfläche zu einem Herzstück der regionalen Szene entwickelt hat.

Von der Walhalla zum DIY-Projekt

Die Geschichte des „Trashparks“ begann im Jahr 2001 auf dem Gelände an der Langen Straße (hinter der Aral-Tankstelle, gegenüber vom Stadtbad Okeraue) als Kooperation zwischen der Stadt Wolfenbüttel und dem hiesigen Skateboard-Verein „SC Walhalla“. Als dieser im Jahr 2006 seinen Mittelpunkt nach Braunschweig verlegte und der Platz zunehmend reparaturbedürftig wurde, schlossen sich die ersten Wolfenbütteler Skaterinnen und Skater zu einer Jugendinitiativgruppe zusammen, um den Platz in Eigenregie weiter zu betreiben. Seitdem wird das Gelände ehrenamtlich unterstützt und ist ohne feste Öffnungszeiten frei zugänglich. Ein Meilenstein war das Jahr 2016, als der Jugendplatz durch das Jugendparlament (JuPa) um Elemente für Parkour, Fußball und Basketball erweitert wurde.

Subkultur, Graffiti und Beats

Was den „Trashpark“ so besonders macht, ist der gelebte „Do-it-yourself“-Gedanke. Seit 2020 findet einmal jährlich die sogenannte „Betonwoche“ statt. In dieser sieben- bis neuntägigen Bauphase errichten Ehrenamtliche jedes Jahr eine neue Rampe, um das Gelände stetig zu erweitern. Doch nicht nur der graue Beton lebt: Eine aktive Graffiti-Szene nutzt die legalen Wände des Geländes und gestaltet diese regelmäßig neu, was dem Park sein charakteristisches, buntes Gesicht verleiht.

Auch musikalisch ist der Platz eine feste Instanz für vielfältige Formate. Neben harten und rockigen Klängen ist der „Trashpark“ ein Ort für unterschiedlichste Musikveranstaltungen. So hat sich beispielsweise die alljährliche Tanzveranstaltung „Skate’n Bass“ zum „Tanz in den Mai“ fest etabliert, die sich den elektronischen Genres Techno und Drum’n Bass verschrieben hat.

Unterstützung durch die Stadtjugendpflege

Seit 2023 zeigt auch die Stadtjugendpflege verstärkt Präsenz vor Ort. Wer kein eigenes Equipment besitzt, ist dennoch herzlich willkommen: Von Montag bis Donnerstag, zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, können Interessierte bei Tim Wilkens kostenfrei Skateboards, BMX-Räder und Scooter ausleihen. Für den Nachwuchs gibt es zudem in den Ferien spezielle Skatekurse, die über das „Freizeitspektakel“, dem Kinderferienprogramm der Stadtjugendpflege, gebucht werden können.

Das Highlight-Event des Jahres: „Skate Riot“ am 16. Mai

Das große Jubiläum gipfelt am 16. Mai 2026 in einem Event, das den Park in all seinen Facetten feiert. Den Auftakt bildet ein wichtiger formeller Akt: Um 12 Uhr wird die neu gepflasterte, barrierearme Zuwegung offiziell eingeweiht, die das Gelände nun für noch mehr Menschen zugänglich macht. Direkt im Anschluss startet der „Skate Riot“. Während ab Mittag die Skate-Jam läuft, wird es ab 14 Uhr laut auf dem Gelände: Sechs Bands aus den Bereichen Punkrock, Metal und Hardcore geben sich die Ehre und befeuern die Crowd mit handgemachter Live-Musik.

Der „Trashpark“ beweist mit diesem Jubiläum einmal mehr, dass er weit mehr als nur ein Sportplatz ist. Er ist ein unverzichtbarer Ankerpunkt für subkulturelle Formate in Wolfenbüttel – ein Ort, an dem Jugendkultur nicht nur konsumiert, sondern von der Gemeinschaft aktiv gelebt und gestaltet wird.