Wolfsburg

29.02.2024, 13.20 bis 19.30 Uhr

Am Donnerstag kam es in Wolfsburg im Laufe des Tages zu sogenannten Schockanrufen zum Nachteil älterer Personen durch Telefonbetrüger, die Notlagen vortäuschten, um Geld zu ergaunern. In einem Fall konnte sich ein 92 Jahre alter Wolfsburger dem aufgebauten Druck nicht widersetzen und zahlte 85.000 Euro. In einem anderen Fall reagierte ein Taxi-Fahrer sehr umsichtig und verhinderte die Zahlung von 75.000 Euro.

Am Donnerstagnachmittag erschien eine 87 Jahre alte Frau in Begleitung eines Taxi-Fahrers in der Wache in der Heßlinger Straße.

Die Seniorin erhielt gegen 13. 20 Uhr einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten aus Wolfenbüttel. Während dieser angab, dass der Bruder der 87-Jährigen einen Unfall verursacht habe, bei dem eine Mutter von drei Kinder tödlich verletzt worden sei, Waren im Hintergrund weinende Geräusche zu hören. Der falsche Beamte erklärte der geschockten Wolfsburgerin, dass eine Kaution von 75.000 Euro erforderlich sei, damit ihr Bruder nicht ins Gefängnis müsse. Damit die Seniorin zu ihrer Bank fahren konnte, bestellte der Telefonbetrüger ein Taxi, mit dem Hinweis, dass sie auf keinen Fall mit dem Fahrer sprechen dürfe. Während der Taxi-Fahrt vertraute sich die 85-Jährige dem Fahrer dennoch an, woraufhin dieser geistesgegenwärtig umgehend zur Polizeiwache fuhr.

Den Betrug zu spät erkannte unglücklicherweise ein 92 Jahre alter Wolfsburger. Dieser erhielt gegen 19.30 Uhr den Anruf einer fremde Frau. Diese gab sich als Freundin einer Bekannten des Seniors aus und nannte auch deren Namen. Die Unbekannte erläuterte dem Wolfsburger nun, dass die Bekannte einen tödlichen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen habe. Es sei nun an die Staatsanwaltschaft eine Kaution in Höhe von 185.000 Euro für ihre Freilassung zu zahlen. Der Senior gab an, dass er nur 85.000 Euro zu Hause habe. Dies wurde nach vermeintlicher Rücksprache mit dem zuständigen Staatsanwalt akzeptiert.

Der 92-Jährige äußerte im Gespräch mehrfach, dass ihm das ganze etwas komisch vorkomme. Die Betrügerin bestärkte ihn daraufhin, dass es gut sei, misstrauisch zu sein. Ironischerweise führte das zu einem Vertrauensgefühl bei dem Senior, welches sich verstärkte als er seine Bekannte telefonisch nicht erreichen konnte. Der Wunsch, mit der Bekannten zu sprechen, wurde abgelehnt, da diese unter Schock stehen würde und eine Betäubungsspritze bekommen habe. Da die Betrügerin offensichtlich merkte, das der Senior immer skeptischer wurde, erhöhte sie den Druck, in dem sie plötzlich anfing zu weinen und ihn anflehte sie und seine Bekannte doch nicht im Stich zu lassen. Dem psychischen Druck konnte der 92-Jährige nicht standhalten und stimmte einer Zahlung zu.

Kurze Zeit später erschien eine Frau und holte das Geld ab. Eine Personenbeschreibung konnte nicht gegeben werden.

Nachdem der Senior einige Minuten später nochmal seine Bekannte anrief, stellte sich heraus, dass er skrupellosen Betrügern in die Falle gegangen war.

Die Skrupellosigkeit der Täter kennt keine Grenzen. Zudem sind die Täter so geschult, dass sie bei einem Zögern oder Nachfragen sofort entsprechend reagieren können und sich so Vertrauen erschleichen oder Druck aufbauen. Zudem werden die Angerufenen aufgefordert, die Gespräche aufrecht zu halten, damit eine Kontaktaufnahme oder ein Nachdenken nicht möglich ist.

Die Polizei rät deshalb dringend, bei Anrufen, die eine Notlage und/oder eine Geldforderung beinhalten, sofort aufzulegen. Zudem sollten die benannten Angehörigen sowie die Polizei verständigt werden. Zusätzlich weist die Polizei darauf hin, dass weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft am Telefon eine Kaution verlangt wird und niemals ein Abholer geschickt wird