Neue Briefmarke zum Gesangbuch

Sonderpostwertzeichen erinnert an erste Ausgaben vor 500 Jahren

Neue Sonderbriefmarke zum 500-jährigen Bestehen des Evangelischen Gesangbuches. Foto: Bundesfinanzministerium/Hein

Goslar. Das Bundesfinanzministerium präsentiert das neue Sonderpostwertzeichen zum 500-jährigen Bestehen des Evangelischen Gesangbuches am Dienstag, 23. Januar, in der Marktkirche Goslar. Der Ort wurde gewählt, weil sich in der dortigen Marktkirchenbibliothek das einzig erhaltene Exemplar des sogenannten Erfurter Ferbefaß Enchiridions von 1524 befindet. Es gehört mit 28 Liedern zu den ersten Gemeindegesangbüchern. Im Rahmen eines Festaktes um 17 Uhr hält der Theologe und Religionspädagoge Prof. Dr. Johannes Lähnemann (Goslar) einen Vortrag mit musikalischen Beispielen. Das Sonderpostwertzeichen wurde gestaltet von Luzia Hein (Hamburg).

Die Briefmarke erinnert daran, dass zur Jahreswende 1523/24 in Nürnberg der sogenannte „Achtliederdruck“ erschienen ist, ein Heft mit acht Liedern der frühen Wittenberger Reformationsbewegung, darunter vier Lieder von Martin Luther selbst. Dieses Heft gilt als Prototyp des Evangelischen Gesangbuchs. Neben der Lutherbibel wurde es zum wirkmächtigsten Medium evangelischer Lehre und Frömmigkeit. Noch zu Luthers Lebzeiten und unter seiner Aufsicht erschien eine Reihe weiterer Gesangbücher.

Derzeit arbeitet unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Gesangbuchkommission an einer neuen Ausgabe des Evangelischen Gesangbuchs. Es soll Veränderungen im Glaubensleben und im musikalischen Geschmack der letzten Jahrzehnte widerspiegeln. Die aktuelle Fassung ist von 1994. Das neue Gesangbuch soll zum Kirchenjahr 2027/28 in den Kirchengemeinden eingeführt werden, sowohl in gedruckter als auch digitaler Form.