Jahreshauptversammlung 2023 der Ortsfeuerwehr Lehre

Erneut Rekordjahr für die Ortsfeuerwehr Lehre. Einsätze und Dienststunden so hoch wie nie zuvor. Ein neues Feuerwehrgerätehaus muss her.

Kurz nach 19 Uhr eröffnet Ortsbrandmeister Jan Wehrstedt die Jahreshauptversammlung. Begrüßt werden unter anderem der Abschnittsleiter Nord Stefan Müller, Gemeindebrandmeister Simon Rebel, Ortsbürgermeister Heinrich Köther, der stellv. Bürgermeister der Gemeinde Lehre Helmut Bauwe und der Präsident des Landesfeuerwehrverband Niedersachen Olaf Kapke.

Zur Ehrung der verstorbenen Kameraden Bruno Könnecker und Ehrenortsbrandmeister Peter
Schroeter erhebt sich die Versammlung für eine Schweigeminute.

Gerätewart Timo Dukatz berichtet über Reparaturen, Umbaumaßnehmen und Anschaffungen im
vergangenen Jahr und bedankt sich bei allen, die die Gerätwarte unterstützt haben.
Christian Stautmeister stellt die Aktivitäten der Sportgruppe vor. Es haben mehrere Personen an verschiedenen Feuerwehr-Wettbewerben teilgenommen; insbesondere Sven Rockar und Jannik Flügge haben die Feuerwehr Lehre bei vielen Veranstaltungen im In- und Ausland vertreten. Unter anderem bei mehreren Stairruns, der Firefigher Combat Challenge in unterschiedlichen Orten und auch bei der FireFit Europameisterschaft. Ebenfalls hat die Sportgruppe beim Hubertusschießen und beim Ausschießen der Gemeindescheibe teilgenommen.

In seiner Funktion als Sicherheitsbeauftragter berichtet Gerhard Bänsch über eine Unfallbelehrung Anfang des Jahres mit dem Thema „Unfall im Feuerwehrdienst“ und geht auf drei meldepflichtige Unfälle ein. Des Weiteren wurde eine Brandschutzbegehung im Feuerwehrgerätehaus durchgeführt.

Erstmals berichtet Wilfried Günther über die Dienste der Altersabteilung. Durch das Ableben von Ehrenortsbrandmeister Schroeter haben die Mitglieder der Altersabteilung Günther zum neuen „Gruppenführer“ der Altersabteilung gewählt. Günther berichtet über elf Dienste und den Jahresabschluss der Abteilung.

Auch der neue Leiter der Brandschutzerziehung Vincent Bauer hält erstmalig einen Bericht. Er
stellt sein Team vor und geht auf die Brandschutzerziehung in den beiden Kitas der Gemeinde
Lehre ein.

Julia Ermisch, Jugendfeuerwehrwartin der Wehr, berichtet über die Aktivitäten der
Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr. Die insgesamt 22 Mädchen und Jungen sowie in Summe elf Betreuer führten sowohl feuerwehrtechnische Dienste als auch allgemeine Dienste durch.
Gestartet wurde auch beim Bundeswettbewerb auf Gemeinde- und Kreisebene. Traditionell
wurde das Osterfeuerwehr für die Ortschaft organisiert und durchgeführt. Ebenfalls wurde am
alljährlichen Zeltlager teilgenommen, welches im Jahr 2023 in Möckern im Jerichower Land
durchgeführt wurde, wo die Jugend als Lagersieger hervorging. Weiterhin haben mehrere
Jugendliche die Stufen 1 bis 3 der Jugendflamme absolviert und es haben drei Jugendliche die
Leistungsspange erworben, die höchste Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr. Im
laufenden Jahr wurde noch die Berufsfeuerwehr Wolfsburg und die Flughafenfeuerwehr
Braunschweig-Wolfsburg besucht. Auch Ermisch bedankt sich bei allen, die die Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr unterstützt haben.

Zugführerin Karina Schmalkoke stellt in ihrem Bericht die Struktur des Kommandos und der
Führung vor. In Summe leisten 88 Mitglieder ihren Dienst in der Einsatzabteilung, darunter 47
Atemschutzgeräteträger und 31 Mitglieder die berechtigt sind einen Chemikalienschutzanzug, kurz CSA, zu tragen. Die über 8.000 Dienststunden teilten sich in 83 Lehrgänge und 238 Dienste auf. 164 Einsätze teilten sich auf in 99 technische Hilfeleistungen und 65 Brandeinsätze. Die Stadt Braunschweig und der Landkreis Wolfenbüttel wurden beim Hochwasser unterstützt; Dadurch entstanden in Summe 2.553 Einsatzstunden.

Jan Wehrstedt geht auf die Mitgliederstatistik der kompletten Ortsfeuerwehr ein. In Summe
verzeichnet die Ortsfeuerwehr 592 Bürgerinnen und Bürger als Mitglieder, davon 456 Fördernde und 136 in Einsatz-, Jugend- und Altersabteilung. Die Stunden aller Abteilungen belaufen sich auf knapp 20.000. Die Ausrückzeit der Wehr beläuft sich auf nur drei Minuten, ca. 50% der Einsätze erfolgen in der Nacht zwischen 18:00 Uhr und 06:00 Uhr. Des Weiteren geht Wehrstedt auf diverse Veranstaltungen ein, unter anderem auf den Feuerwehrball, die Braunkohlwanderung, den Grillabend und die Laternenumzüge im Ort. Auch auf die neu beschaffte Einsatzkleidung für die Mitglieder der Einsatzabteilung Gemeinde Lehre geht der Ortsbrandmeister ein.

Gemeindebrandmeister Simon Rebel blickt ebenfalls auf das Jahr 2023 zurück. Er berichtet über die Veränderung in der Ausbildung und stellt diese vor. Die Digitalisierung ist nun auch bei der
Feuerwehr zu spüren und schreitet entsprechend voran. Rebel bedankt sich bei Rat und
Verwaltung für die positive Entscheidung zur Ausstattung der Feuerwehren. Auf Gemeindeebene
wurden über 300 Einsätze abgeleistet, so Rebel.
Abschnittsleiter Müller, welcher den Kreisbrandmeister Maik Wermuth vertritt, berichtet über
Anschaffungen und Einsätze auf Kreisebene und über die Kreisgrenze hinaus. Auch Müller geht auf die Hochwassereinsätze ein, bei welchen mehrere Fachzüge der Kreisfeuerwehrbereitschaft Helmstedt im Einsatz waren, unter ihnen auch Kameradinnen und Kameraden aus Lehre.

Olaf Kapke, Präsident des Landesfeuerwehrband Niedersachsen, überbringt den Dank von
Ministerpräsident Stefan Weil in Bezug auf das Hochwasser im ganzen Bundesland. Der Präsident berichtet unter anderem vom neuen Brandschutzgesetz und der neuen Feuerwehrverordnung, beides soll zeitnah verabschiedet werden. Die neue Verordnung bringt dann auch neue und der Zeit entsprechende Dienstkleidung mit sich. Ebenfalls geht er auf die neue modulare Truppausbildung ein, welche ein wichtiger und richtiger Schritt zur Modernisierung der Ausbildung in den Feuerwehren in Niedersachsen bedeutet. Weiterhin freut sich Kapke über die Kameraden die aus Lehre auf Landesebene unterstützen und tätig sind, Nicolai Wiegand als Feuerwehrarzt und Maik Goerke als Brandflugbeobachter.

Der stellv. Bürgermeister Bauwe richtet Grüße von Bürgermeister Busch aus. Er weist darauf hin, dass sich die Verwaltung um die Bedeutung der Feuerwehren in der Gemeinde Lehre bewusst ist, insb. durch die Bundesautobahnen 2 und 39, die ICE-Strecke, welche sich gerade im Ausbau befindet, und der Einflugschneise der Flughafens Braunschweig-Wolfsburg. Er dankt allen für ihre Arbeit, welche nicht selbstverständlich ist und wünscht ein einsatzarmes und unfallfreies Jahr 2024.

Ortsbürgermeister Köther stellt in seiner Rede die Arbeit der Jugendfeuerwehr in den
Vordergrund, insb. das Betreuerteam macht einen „geilen“ Job. Das Team eilte nur zwei Minuten nach Beginn der Laudatio am Ehrenamtstag der Gemeinde Lehre zu einem Großeinsatz. „Mehr muss man zur Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen eigentlich nicht sagen“, so Köther. Ohne die Jugendfeuerwehr gäbe es kein Osterfeuer, kein Zeltlager und auch keinen so gut ausgebildeten Nachwuchs zum Schutz der Allgemeinheit.

Madita Bachmann, Lia Ziebell, Clara Schleinitz, Phil Buchelt und Darius Becker werden zu
Feuerwehrfrau-, bzw. Feuerwehrmannanwärtern in den Dienst aufgenommen. Marielle Gatzki
wird zur Feuerwehrfrau befördert. Den Dienstgrad Oberfeuerwehrfrau bzw. Oberfeuerwehrmann tragen ab sofort Linda Zurek, Nils Mittendorf, Nicklas Krieger und Steffen Schmalkoke. Jan-Heinrich-Köther und Oliver Fischer dürfen sich von nun an Hauptfeuerwehrmann nennen. Aufgrund seiner Dienstzeit wird Karsten Gatzki zum 1. Hauptfeuerwehrmann befördert. Gemeindebrandmeister Rebel verleiht Timo Dukatz und Christian Grebe den Dienstgrad Oberlöschmeister, des Weiteren befördert er Matthias Klein zum Brandmeister.

Für langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr werden Nico Schmalkoke (25 Jahre), Ralf-Holger Niemann (40 Jahre), Wilfried Günther (50 Jahre) und Eckard Wachtmann (60 Jahre) geehrt.

Das Schlusswort übernimmt, wie inzwischen Tradition, der Stellv. Ortsbrandmeister. Maik Goerke dankt allen für ihre Einsatzbereitschaft und Arbeit in 2023. Den Dank gibt er ebenfalls an die Gemeinde Lehre weiter, welche immer tatkräftigt unterstützt. Er weist aber auch darauf hin, dass das Feuerwehrgerätehaus nicht mit den Anforderungen an die Feuerwehr gewachsen ist und hier dringend Handlungsbedarf besteht, ein neues Gebäude muss her. Die Herausforderungen und Ansprüche an eine Freiwillige Feuerwehr werden immer mehr und größer. „Die Bereitschaft ehrenamtlich zu helfen und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger in der Ortschaft und in der Gemeinde Lehre herzustellen kann nur gelingen und zielführend sein, wenn die Rahmenbedingungen passen“, so Goerke. Weiter führt er aus „Nur gemeinsam kann Lehre ein toller Ort für alle bleiben, daher müssen alle an einem Strang ziehen“.

Matthias Klein
Pressesprecher Ortsfeuerwehr Lehre