MIT: Fehlende Stromspeicherkapazitäten werden in Deutschland nicht ausgebaut

Hannover, 28.11.23 | Die Bundesnetzagentur gab gestern bekannt, dass Stromnetzbetreiber den Betrieb von Wärmepumpen und privaten Ladestationen von E-Autos (Wallboxen) drosseln, sprich herunterregeln dürfen, wenn der Strombedarf größer wird als das Angebot von (grünem) Strom.

Damit gibt die Bundesregierung endlich zu, wovor die Energiegruppe der MIT Niedersachsen seit Jahren vergeblich warnt: „Mangels Stromspeichern werden unsere Stromnetze immer weniger in der Lage sein, den steigenden Strombedarf mit dem hochgradig volatilen Stromangebot der Erneuerbaren Energien zu decken“, so der Leiter der MIT-Energie-Gruppe, Frank Düssler. „Nun zieht die Bundesnetzagentur die Notbremse und will den Stromverbrauch ausgerechnet bei den Geräten einbremsen, die das Rückgrat der Energiewende sein sollen, nämlich bei den Wärmepumpen und Wallboxen“, schüttelt Energie-Experte Prof. Dr.-Ing. Albrecht Stalmann den Kopf.

Höchst missverständlich beurteilt die MIT die Sprachregelung der Bundesnetzagentur: Stets ist vom Netzausbau die Rede, der verstärkt und digitalisiert werden müsse. „Dickere Leitungen können zwar mehr Strom transportieren, aber auch nur dann, wenn er zuvor produziert wird“, erläutert Stalmann. Das eigentliche Problem: Unsere fehlenden Speicherkapazitäten werden nicht angepackt. „Unsere Speicherseen decken nicht einmal ein Tausendstel unseres künftigen Bedarfes“, so Stalmann weiter. „Und CO2-freie Wasserstoffspeicher, die unsere Gaskraftwerke bei Dunkelflaute antreiben sollen, sind allenfalls Zukunftsmusik für die nächsten Dekaden“, resümiert Wasserstoff-Experte Dr. David Novak.

Kernstück der Digitalisierung ist der Einbau sog. „intelligenter“ Smartmeter in den Haushalten, mit der die Netzagentur auf die Steuerung der Wärmepumpen und Wallboxen zugreift. „Damit werden die Kosten für die Planungsfehler der Ampel auf den Stromkunden umgelegt – das belastet insbesondere auch den Mittelstand“, moniert der Vorsitzende der MIT in Niedersachsen, Holger Bormann.