Box-Training und Sucht-Aufklärung

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Kooperation von Lavie, Axon, Stadtjugendpflege und dm ging in die letzte Runde. Profunde Drogen-Kenntnisse bei Zwölfjährigen.

Königslutter. Boxen gilt als eine der anstrengendsten Sportarten überhaupt – und das trifft natürlich auch auf das Training zu. Diese Erfahrung machten jetzt Jugendliche vom Stadt-und Jugendhaus Königslutter, die das Angebot „BoxFit“ ausprobierten. Dabei kooperieren in diesem Sommer der Verein Axon, Lavie Reha, die Stadtjugendpflege sowie der dm DrogerieMarkt.

Trainer Dirk Urban begrüßte die Gruppe zu einer 90-minütigen Einheit und freute sich, dass schon einige Kampfsport-Erfahrungen vorhanden waren. Trotzdem konnte er den Jungs noch einiges abverlangen beim Aufwärmen, bei Übungen zu Kraft und Koordination und vor allem bei der Arbeit am Sandsack und mit den sogenannten Pratzen.

Als Gastgeberin trat wieder Elisabeth Viedt in Erscheinung. BoxFit war Abschluss der aktuellen Kooperation. Als Höhepunkt durfte wohl die Veranstaltung zur Suchtprävention einen Monat zuvor im Jugendhaus bezeichnet werden. „Da kamen richtig viele – erfreulich und erschreckend zugleich war die Tatsache, dass alle schon viel wussten zum Thema Sucht.“ Zum Beispiel waren bereits Zwölfjährige im Bilde, als es um Lachgas als Droge ging.

Gleichwohl dankte Elisabeth Viedt ihrer Kollegin Kamila Struse für ihren Vortrag. „Es ging dabei nicht nur um die verschiedenen Drogen selbst, sondern auch um die Gefahren des Einstiegs und die Möglichkeiten des Ausstiegs.“ Am Ende stand die Gruppenarbeit, an der auch Königslutters Jugendpflegerin Lara Jünemann teilnahm – sie ist sich sicher: „Mit Verboten allein kriegt man das Problem nicht in den Griff.“ Aufklärung sei die Basis, um die gesellschaftliche Entwicklung zu stoppen: „Mittlerweile muss ich sagen: Man sollte schon Jugendliche unter zwölf Jahren aufklären.“

Sie würde sich über eine Wiederholung der Kooperation mit Axon, Lavie und dm freuen, in der der DrogerieMarkt für Getränke und Snacks sorgte. „Der Vortrag einer Sucht-Therapeutin dient der Prävention – schließlich können sich aus einer Sucht verschiedene Psychosen entwickeln.“ Eher der Selbstwahrnehmung diente der BoxFit-Kursus. „Es geht um Körperspannung, Energie und Selbstbewusstsein“, schilderte Dirk Urban, der bei Lavie das Sportangebot leitet. Er freute sich, dass die Teilnehmer den Mut hatten, mal was anderes auszuprobieren. „Eigentlich hatten noch mehr zugesagt, aber parallel liefen die mündlichen Abschlussprüfungen.“

Und was sagten die 15-jährigen Niko, Dean und Rexhep zu ihren ersten Versuchen mit Box-Handschuhen? „Es war anstrengend, hat aber Spaß gemacht.“ Vor allem bei den Kraftübungen und dem Kampf gegen die Pratzen merkten sie, wie lang eine Minute werden kann. Trotzdem würden sie wiederkommen: „Es kann ja nicht schaden, Boxen zu können.“

Titelfoto: Trainer Dirk Urban (links) erklärt die richtige Auslage beim Boxen (von rechts): Niko Kacprzak, Dean Schröder und Rexhep Sulejmanov. Foto: Regio-Press

Trainer Dirk Urban (links) und die Jungs bei der Arbeit mit den Pratzen. Der Lavie-Kraftraum wurde kurzerhand in eine Boxhalle umfunktioniert. Foto: Regio-Press